2013: „Der Golf 7 muss einschlagen“

Seite: 3/5

Anbieter zum Thema

Stichwort Hersteller: Michael Ostermaier vom Autohaus Ostermaier in Vilsbiburg prognostiziert für das gestartete Jahr ein Überangebot an jungen Gebrauchten. Ferner würden Neuwagen-Zulassungsaktionen den Preisdruck auf die Jahreswagen noch verstärken. Unbeirrt davon will der VW-, Audi-, Seat- und Skoda-Händler 2013 mehr Neuwagen als 2012 verkaufen. Erfreulich für den Unternehmer war im vergangenen Jahr die Ertragsentwicklung bei Volkswagen Pkw und Nfz. Ebenfalls zufrieden äußert sich Ostermaier über das abgelaufene Gebrauchtwagenjahr. Stückzahl und Umsatzentwicklung waren gut, beide lagen über Vorjahresniveau. Jedoch sagt der Händler mit Blick auf 2013 auch: „Der Restwerteverfall wird weitergehen und die Problematik beim Leasing- und Finanzierungsauslauf wird sich weiter verschärfen.“

Kampf gegen Internet-Mondpreise

Ungeachtet dessen sollen auch im Bochumer VW-Autohaus Wicke die Pkw-Verkäufe nicht abnehmen. „Die Neuwagenabteilung peilt dieselben Ziele an wie im Vorjahr. Jedoch haben wir keine Zielvorgaben, sondern Zielvereinbarungen mit dem Personal geschlossen“, sagt Prokurist Uwe Gehrmann. Geschlossen setzt die Verkaufsmannschaft darauf, dass der neue Golf 7 in den kommenden Monaten so richtig einschlägt.

Mit dem vierten Quartal 2012 ist Gehrmann unzufrieden. „Der Oktober war noch o.k., der November mit einem für uns nicht erklärbaren Nachfragerückgang desolat, der Dezemberabsatz war wieder etwas besser.“ Im November hat sich die Unternehmensleitung entschlossen, die taktischen Maßnahmen des Herstellers nicht umzusetzen. Auch deshalb, weil noch ausreichend Fahrzeuge mit Tageszulassungen vorhanden waren. „Da der Dezemberabsatz über dem Novemberabsatz lag und die Herstelleraktionen höher ausfielen als im November, haben wir alles richtig gemacht“, sagt Gehrmann zufrieden. Bedauerlicherweise sind jedoch die Neuwagenrabatte ab dem dritten Quartal wieder gestiegen. Das lag auch am neuen Golf 7. Die Verkäufer bekamen bei fast jedem Gespräch die wahnwitzigen Internetpreise um die Ohren gehauen. Hier war viel Aufklärungsarbeit notwendig, trotzdem lagen einige Abschlüsse über den Rabattvorgaben des Unternehmens. Das größte Problem an dieser Stelle ist der Intrabrand-Wettbewerb im Ruhrgebiet. „Die Kostenstelle Neuwagen hat leider in diesem Jahr einen geringen positiven Deckungsbeitrag III erzielt“, sagt Gehrmann.

Das Gebrauchtwagengeschäft bei Wicke verlief wie das Neuwagengeschäft: Oktober o.k., November desolat, Dezember wieder besser. Das lag auch am Lagerabverkauf zum Jahresende. Mailingaktionen mit attraktiven Preisen machten auf das Autohaus Wicke aufmerksam. „2012 haben wir unser gesetztes Absatzziel um vier Prozent leicht verfehlt. Die Bruttogewinne sind leicht zurückgegangen aber die Gebrauchtwagenabteilung erzielte einen positiven Deckungsbeitrag III“, sagt Prokurist Gehrmann.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 15 Bildern

Insgesamt betrachtet war die Gebrauchtwagenabteilung im Jahr 2012 für die Umsatzsteigerung des Unternehmens verantwortlich. Deshalb will das Unternehmen 2013 einen 5.000 m2 großen Gebrauchtwagenplatz anlegen. Ein Teil des notwendigen Personals wurde bereits eingestellt. Gehrmann erhofft sich durch diese Maßnahme bessere Abläufe, mehr Verkäufe und mehr Gewinn.

Stichwort Gewinn: Im Service erzielte Wicke 2012 genauso hohe Umsätze wie im Vorjahr. Dennoch konnte das Autohaus das zusätzlich eingestellte Personal nicht ganz auslasten. Sorgen macht Gehrmann die Entwicklung des Nora-Geschäfts. Unter Vollkostenrechnung sei mit dem Originalteileabsatz an die Freien Werkstätten kaum noch ein positives Ergebnis zu erzielen. Unterm Strich ist Gehrmann jedoch mit dem Servicegeschäft sehr zufrieden. Besonderen Spaß mache das immer noch wachsende Unfallreparaturgeschäft.

Moderates Wachstum geplant

Die Wellergruppe hat nur ein moderates Wachstum im Pkw-Vertrieb und Pkw-Service geplant. Vor allem das Nutzfahrzeuggeschäft soll dazu beitragen, dass die Autohausgruppe am Ende des Jahres ein Umsatzplus von 10 bis 15 Prozent erreicht. Auf die Frage, welche Rolle der Absatz von Elektrofahrzeugen in den Planungen für 2013 spielt, antwortet Burkhard Weller: „Diese Rolle ist im Schmunzelbereich!“

Über den Neuwagenverkauf 2012 sagt Weller: „Der Neuwagenauftragseingang war erwartungsgemäß zäh. Er lag aber immer noch bei 95 Prozent unseres angestrebten Auftragseingang.“ Die Neuwagenrabatte hätten zwar um 0,3 Prozent zugenommen, sie seien aber damit über 13 Prozent niedriger als in der Studie von Prof. Dudenhöffer behauptet.

Mit dem Gebrauchtwagengeschäft des vierten Quartals ist Weller ebenfalls zufrieden: „Wir haben bei allen drei Marken eine fast zehnprozentige Steigerung gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum hingelegt.“ Die Erträge hätten sich stabilisiert, weil sich die Autohausgruppe konsequent an durchschnittlich 50 Standtage hält.

Sehr durchwachsen sei im vergangenen Jahr das Servicegeschäft gewesen. Bei Toyota resultiere der Rückgang „aus der signifikant besseren Qualität“. Das Garantieaufkommen sei um 33 Prozent zurückgegangen. Nicht ganz so stark, aber dennoch deutlich spürbar, sei der Garantierückgang bei allen anderen Marken der Gruppe.

Auf die Frage, wie denn die die Zielvereinbarungsgespräche 2013 mit den Herstellern verlaufen sind, sagt Weller: „Wie jedes Jahr. Wenn man alle Zielvereinbarungen unkommentiert annehmen würde, käme jeder Hersteller auf satte Zuwächse. Weil wir Vorsicht walten lassen, sind die Zielvereinbarungsgespräche bei uns keine Kaffeerunden.“

20 Prozent mehr Neuwagen verkauft

Sehr zufrieden mit dem Neuwagenverkauf im Jahr 2012 ist Jürgen Henninger vom Autohaus Schmolck in Emmendingen. Im vierten Quartal lag der Mercedes-Benz-Betrieb ziemlich genau auf Vorjahresniveau. Das Gesamtjahr schloss das Unternehmen mit 20 Prozent mehr verkauften Neuwagen ab. Erfreulicherweise sind die Rabatte für Privatkunden stabil geblieben. Im Flottengeschäft kam der Ertrag jedoch vom Hersteller.

Um zehn Prozent rückläufig war das Gebrauchtwagengeschäft im vierten Quartal. Dennoch verbuchte Schmolck bei den Gebrauchten 2012 fünf Prozent mehr verkaufte Autos, und die Deckungsbeiträge lagen auf dem guten Vorjahresniveau.

Auch beim Service legten die Schmölcker zu. „Vermutlich durch den frühen Wintereinbruch hatten wir bis März zirka sechs Prozent weniger Serviceumsatz in der Pkw-Werkstatt. Per November lagen wir jedoch vier Prozent über dem Vorjahr“, sagt Henninger.

(ID:37444020)