ADAC: Abbiegeassistenten halten künftigen EU-Vorgaben nicht stand

Autor / Redakteur: dpa / Yvonne Simon

Der Autofahrerclub hat vier führende Abbiegeassistenten getestet. Das Ergebnis: Die Vorschriften des Bundesverkehrsministeriums werden erfüllt, nicht aber die deutlich anspruchsvolleren EU-Vorgaben. Letztere gelten voraussichtlich ab 2022.

Die EU-Anforderungen für Abbiegeassistenten sind deutlich anspruchsvoller als die des Bundesverkehrsministeriums.
Die EU-Anforderungen für Abbiegeassistenten sind deutlich anspruchsvoller als die des Bundesverkehrsministeriums.
(Bild: Daimler)

Die derzeit verfügbaren Abbiegeassistenten für Lastwagen erfüllen aus Sicht des ADAC nicht die voraussichtlich ab 2022 geltenden EU-Anforderungen. Die Systeme hätten vor allem dann Probleme, wenn Radfahrer hinter parkenden Autos oder anderen Hindernissen anrollten, teilte der Club am Donnerstag mit. Der ADAC hatte demnach vier führende Assistenten sowohl auf einem Testgelände als auch bei Fahrten im normalen Straßenverkehr untersucht.

„Jeder der Assistenten konnte im Test zwar die Vorschriften des Bundesverkehrsministeriums erfüllen“, hieß es. Den deutlich anspruchsvolleren Anforderungen auf internationaler Ebene, die voraussichtlich ab 2022 gelten, habe aber kein Testkandidat standgehalten. Der ADAC forderte die Hersteller auf, technisch rasch nachzubessern. Um den Einbau der Systeme zu beschleunigen, solle der Bund zudem sein Förderprogramm dafür aufstocken, das dieser im laufenden Jahr mit fünf Millionen Euro aufgelegt hatte und das nach kurzer Zeit aufgebraucht war.

Lkw-Abbiegeassistenten im ADAC-Test – zum Vergrößern bitte klicken.
Lkw-Abbiegeassistenten im ADAC-Test – zum Vergrößern bitte klicken.
(Bild: obs/ADAC/ADAC Grafik)

Dem ADAC zufolge sterben im Schnitt jährlich 28 Radfahrer, weil sie von Lastwagenfahrern im toten Winkeln übersehen werden. Sensoren könnten für einen besseren Überblick sorgen, verpflichtend sind sie derzeit aber nicht. Die EU-Kommission will eine solche Pflicht ab 2022 für solche und weitere High-Tech-Fahrhilfen in Autos einführen. Dazu gehören auch Kontrollsysteme, die bei übermäßigem Alkoholkonsum den Start des Autos blockieren. Ende März einigten sich darauf die Unterhändler des EU-Parlaments und der Mitgliedstaaten in Brüssel.

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