Suchen

Agenturmodell für Elektro-VWs nimmt letzte Hürde

| Autor: Jens Rehberg

Der VW/Audi-Partnerverband hat dem Agenturmodell zur Vermarktung der elektrischen ID-Modelle im Einzelverkauf zugestimmt. Die Festmarge wird allerdings nicht überall vorbehaltlos begrüßt.

Firmen zum Thema

VW-Vertriebsleiter Holger Santel (links) und Dirk Weddigen von Knapp, Vorsitzender des VW/Audi-Partnerverbandes, haben mit ihren Teams einen neuen Agenturvertrag vereinbart.
VW-Vertriebsleiter Holger Santel (links) und Dirk Weddigen von Knapp, Vorsitzender des VW/Audi-Partnerverbandes, haben mit ihren Teams einen neuen Agenturvertrag vereinbart.
(Bild: Volkswagen)

Der VW/Audi-Partnerverband hat dem Agenturmodell zur Vermarktung der elektrischen ID-Modelle im Einzelverkauf zugestimmt. Eine entsprechende Zusatzvereinbarung zum ab April geltenden neuen Händlervertrag soll in Kürze an die Vertriebspartner versendet werden. Die Händler müssen dann entscheiden, ob sie zu der bekannten Festmarge am Online-Direktvertrieb der Wolfsburger teilhaben wollen.

VW/Audi-Partnerverbandspräsident Dirk Weddigen von Knapp hat die Vereinbarung stellvertretend für die Händlerschaft verhandelt: „Mit dem neuen Agenturvertrag erhalten unsere Partner eine verlässliche und planbare Vergütung, egal ob der Kunde sein Fahrzeug online oder im Autohaus kauft. Gleichzeitig übernimmt der Hersteller die Verantwortung für die Vermarktung der Fahrzeuge und deren Restwerte.“

Mangelnde Disziplin befürchtet

Die VW-Händler vermitteln nach der jüngsten Vereinbarung als so genannte Agenten Verkäufe der kommenden ID-Modelle an Privatkunden und kleine Gewerbetreibende. Dabei sind die Vertriebspartner für die Akquisition, Beratung, Durchführung von Probefahrten, Abwicklung des Geschäfts sowie die Auslieferung der Fahrzeuge zuständig. Der bei der Online-Bestellung vom User ausgewählte Händler erhält eine feste Provision, die geringer ist als die über das reguläre Margen- und Bonussystem festgelegte Vergütung. Dafür muss der Händler das Fahrzeug nicht vorfinanzieren, er muss keine Vorführwagen kaufen, außerdem soll das Agenturmodell die Preisverhandlung mit den Kunden vereinfachen.

Im Gespräch mit »kfz-betrieb« haben Volkswagen-Partner die Agenturvereinbarung grundsätzlich begrüßt. In der Praxis bezweifeln sie jedoch die Stabilität der Agentur-Festmarge. Auf Nachfrage äußerten Kfz-Unternehmer Bedenken, wonach auch die Agenturmarge früher oder später durch mangelnde Disziplin im Partnernetz unter Druck geraten werde. Bleibe die keineswegs gesicherte Nachfrage nach den Elektrofahrzeugen aus, werde steigender Vertriebsdruck einen kritischen Intrabrandwettbewerb auslösen, so der Tenor.

(ID:46374183)

Über den Autor

 Jens Rehberg

Jens Rehberg

Stellv. Chefredakteur und Ressortleiter Newsdesk des »kfz-betrieb«