Autobanken finanzieren zunehmend Gebrauchtwagen

Bilanz des Geschäftsjahres 2018

| Autor: Joachim von Maltzan

Heinz-Peter Renkel ist Geschäftsführer des Verbands der Banken der Automobilwirtschaft (BDA).
Heinz-Peter Renkel ist Geschäftsführer des Verbands der Banken der Automobilwirtschaft (BDA). (Bild: BDA)

Die Banken und Leasinggesellschaften der Automobilhersteller haben das Geschäftsjahr 2018 mit Rekordergebnissen abgeschlossen. Das meldet der Verband der Banken der Automobilwirtschaft (BDA). Mit ihren Finanzdienstleistungen brachten die Institute Neufahrzeuge im Gesamtwert von 46,9 Milliarden Euro (+3 %) auf die Straße. Das Gesamtvolumen aller betreuten Leasing- und Finanzierungsverträge in den Büchern der Herstellerbanken wuchs sogar um neun Prozent und lag zum Jahresende bei der Bestmarke von 138,7 Milliarden Euro. Damit haben sich die herstellerverbundenen Finanzdienstleister im schwierigen Automobiljahr 2018 als tragende Säule für den Automobilabsatz bewiesen.

Im Privatkundensegment haben die Banken der Automobilhersteller im vergangenen Jahr ein solides Wachstum von sieben Prozent auf 19,6 Milliarden Euro erzielt. Dabei entfielen rund 9,8 Milliarden Euro (+7 %) auf das private Finanzierungsgeschäft und ebenfalls 9,8 Milliarden Euro (+6 %) auf das Leasinggeschäft mit Privatkunden. „Mittlerweile haben Leasingprodukte den gleichen Stellenwert bei Verbrauchern eingenommen wie die Finanzierung“, bilanzierte Verbandsgeschäftsführer Peter Renkel laut einer Pressemitteilung. Der Trend hin zur unkomplizierten Fahrzeugnutzung und weg vom zwingenden Fahrzeugeigentum setze sich damit kontinuierlich fort.

Das Geschäft mit Unternehmen und gewerblichen Kunden entwickelte sich 2018 stabil: Mit gewerblichen Neuverträgen in Höhe von 27,3 Milliarden Euro lag das Ergebnis auf dem Vorjahresniveau. Hier entfielen 23,0 Milliarden Euro auf das traditionell starke gewerbliche Leasing und 4,3 Milliarden Euro auf die gewerbliche Finanzierung.

Wachsen mit Gebrauchten

Im Gebrauchtwagengeschäft konnten die Herstellerbanken 2018 erneut stark wachsen: Mit rund 725.000 Verträgen haben sie ihr Vertragsvolumen um zehn Prozent auf über 12,8 Milliarden Euro stark ausgebaut. „In den letzten Jahren haben die Herstellerbanken konsequent Marktanteile im Gebrauchtwagensegment erobern können“, sagte Renkel. „Und auch in Zukunft sind im GW-Bereich noch starke Wachstumspotenziale für uns vorhanden, die es zu nutzen gilt.“

Im Geschäftsfeld mit Mobilitätsdienstleistungen, also mit autonahen Dienstleistungen wie zum Beispiel Kfz-Versicherungen, Garantie- und Reparaturversicherungen, Wartungsservices und vielem mehr konnten die Herstellerbanken dagegen keine neue Bestmarke verzeichnen: Mit über 2,9 Millionen (-3 %) zusätzlichen Dienstleistungsverträgen lag das Ergebnis knapp hinter dem des Vorjahres. „Der anhaltende Trend, alle laufenden Kosten der Mobilität in einer überschaubaren und planbaren Monatsrate zusammenfassen, ist dadurch jedoch keineswegs gebrochen“, erläuterte der BDA-Geschäftsführer. „Kunden sind an einer rundum sorgenfreien Fahrzeugnutzung interessiert und möchten auch alle fahrzeugbezogenen Services unkompliziert aus einer Hand, wie nicht zuletzt der Zuspruch zu neuen Abomodellen im Markt zeigt.“

Für den weiteren Jahresverlauf rechnet der Verband der herstellerverbundenen Finanzdienstleister ebenfalls mit einem insgesamt soliden Wachstum. „Die Banken der Automobilwirtschaft blicken der zweiten Jahreshälfte gemeinsam mit ihren Herstellermarken und den Partnern im Handel positiv entgegen“, sagte Renkel.

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