Herbstforum Regensburg Autokunden ordentlich behandeln - dann klappt es

Von Holger Zietz 3 min Lesedauer

„Auf Sieg fahren“: Kfz-Innung Regensburg/Kelheim stellt sich für die Zukunft auf und bringt beim fünften Herbstforum im Regensburger Jahnstadion rund 300 Gäste zusammen.

 „Uns geht es gut, wenn wir unsere Kunden ordentlich behandeln“, Vorstandsvorsitzender Rudolf Angerer der Innung Regensburg, Kreis Kelheim.(Bild:  Zietz - VCG)
„Uns geht es gut, wenn wir unsere Kunden ordentlich behandeln“, Vorstandsvorsitzender Rudolf Angerer der Innung Regensburg, Kreis Kelheim.
(Bild: Zietz - VCG)

Das Jahnstadion in Regensburg wurde beim fünften Herbstforum der Kfz-Innung Regensburg/Kreis Kelheim, zum Treffpunkt der regionalen Automobilbranche. Über 300 Gäste kamen zu der Veranstaltung, die fachlichen Austausch, automobile Themen und den Blick auf die Zukunft des Kfz-Gewerbes miteinander verband. Für das passende Ambiente sorgten unter anderem mehrere Fahrzeuge aus dem Rallye-Sport.

„Unser Publikum ist bunt“, sagte Innungsgeschäftsführer Stefan Brandl. Klein- und Großbetriebe seien ebenso vertreten wie Unternehmen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Eine besondere Ausrichtung auf Reparatur- oder Handelsbetriebe gebe es innerhalb der Innung nicht. Die Teilnehmerzahl beim Herbstforum sei ein Beleg dafür, dass diese Mischung angenommen werde. Jahr für Jahr treffe sich im Herbst eine „bunte Mischung“ der Branche.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Betriebe müssen richtige Taktik entwickeln

In seiner Rede nahm Innungsvorstandsvorsitzender Rudolf Angerer die aktuelle Situation der Automobilwirtschaft unter die Lupe. Der Automarkt fühle sich derzeit „wie nach einem kurzen, aber intensiven Rennen“ an. Für die Betriebe komme es darauf an, die richtige Taktik zu entwickeln, um sich in einem sich verändernden Markt zu behaupten.

Auch das Verhältnis zwischen Herstellern, Agenturen und klassischen Autohändlern befindet sich nach seiner Einschätzung im Wandel. Die Automobilhersteller gingen bei ihren Vertriebsmodellen unterschiedliche Wege: Während sich einige bereits wieder von Agenturmodellen als Verkaufspunkt verabschiedeten, entdeckten andere diese Vertriebsform gerade neu.

Gleichzeitig verändere sich das Fahrzeugangebot. Die Hersteller konzentrierten sich zunehmend auf größere Fahrzeuge, während gerade im Kleinwagensegment das Angebot für Kunden kleiner werde. Asiatische Hersteller könnten Fahrzeuge teilweise schneller und kostengünstiger auf den Markt bringen. Hinzu kämen hohe Lohnkosten in den europäischen Produktionsstandorten und weltweite Überkapazitäten in der Automobilindustrie. Für Angerer darf die Krise der Hersteller jedoch nicht zu einer Krise des Kfz-Gewerbes werden. „Uns geht es gut, wenn wir unsere Kunden ordentlich behandeln“, lautete eine seiner zentralen Botschaften.

An Rahmenbedingungen immer wieder anpassen

Ob die derzeitigen Veränderungen lediglich eine vorübergehende Krise oder Ausdruck eines langfristigen Strukturwandels seien, lasse sich heute nicht abschließend beantworten. Sicher sei jedoch: Das Kfz-Gewerbe habe sich schon in der Vergangenheit immer wieder an neue Rahmenbedingungen angepasst.

Auch die Elektromobilität werde nach Einschätzung Angerers weiter an Fahrt aufnehmen. Die steigenden Zulassungszahlen machten deutlich, dass sich die Antriebstechnologie weiter etabliere. Gleichzeitig brauche der Markt auch kleinere Elektrofahrzeuge. Mit dem Wandel der Antriebstechnik verändere sich zwangsläufig auch das Servicegeschäft.

Angerer zeigte sich jedoch überzeugt, dass der Service auch künftig eine tragende Säule der Kfz-Betriebe bleiben werde. Dabei warnte er davor, Geschäftsfelder leichtfertig aus der Hand zu geben. Das gelte ausdrücklich auch für die Abgasuntersuchung (AU). Sie sei mehr als eine technische Pflichtprüfung: „Die AU gehört zur Beratung des Kunden dazu.“ Aus dem Kontakt mit dem Kunden könnten weitere Dienstleistungen und damit Geschäft generiert werden.

Parallelen zum Rennsport

Gleichzeitig rief Angerer die Betriebe dazu auf, die Innung stärker zu nutzen und ihre Interessen gemeinsam zu vertreten. Nur wenn die Betriebe ihre Anliegen formulierten, könne die Innung diese auch gegenüber der Politik vertreten..

Wie wichtig Vorbereitung, Teamarbeit und Anpassungsfähigkeit für den Erfolg sind, zeigte anschließend Timo Scheider. Der ehemalige Profirennfahrer, zweifache DTM-Weltmeister und Gewinner der FIA-GT-Meisterschaft sprach über Parallelen zwischen Rennsport und Unternehmertum.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Scheider kennt inzwischen beide Seiten der Branche. Neben seiner Rennsportkarriere betreibt er selbst eine Kfz-Werkstatt mit Schwerpunkt auf Rennsport und Tuning und bietet zudem Fahrertrainings an. Seine zentrale Botschaft: Erfolg entsteht nicht erst im entscheidenden Moment, sondern wird vorher vorbereitet. Dazu gehörten Leistung, konsequente Vorbereitung und vor allem die mentale Stärke sowie ein zusammenarbeitendes Team. Dabei müsse ein Unternehmen in der Lage sein, sich an veränderte Bedingungen anzupassen. Resilienz – also die Fähigkeit, nach Niederlagen wieder aufzustehen und weiterzumachen – sei ein entscheidender Erfolgsfaktor. Sowohl im Rennsport als auch im Kfz-Betrieb, schloss der Rennsportfahrer Scheider.

(ID:50971581)