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Automanager sehen Wasserstoffantrieb mehrheitlich positiv

Autor: Andreas Grimm

Die Konzentration auf den Elektroantrieb kommt bei Automobil-Managern nicht gut an. Bei einer Befragung sprachen sie sich mehrheitlich für eine technologieoffene Forschung aus, um im weltweiten Wettbewerb nicht zurückzufallen.

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Der Wasserstoffantrieb hat es derzeit schwer. Zu unrecht, finden viele Manager aus der Autobranche.
Der Wasserstoffantrieb hat es derzeit schwer. Zu unrecht, finden viele Manager aus der Autobranche.
(Bild: Daimler)

Volkswagen findet zwar derzeit keinen Gefallen am Wasserstoff, die Mehrheit der Automanager sieht in der Technik allerdings durchaus Zukunft. Laut dem „Stimmungsbarometer Automotive“ der PwC-Tochter Strategy& fordern 83 Prozent der 210 befragten Führungskräfte der Autobranche eine technologieoffene Unterstützung der Suche nach der Mobilität von morgen. Sprich neben der Elektromobilität sollten weitere Antriebsarten gefördert werden.

Eine Stoßrichtung sehen die Manager in der Brennstoffzelle, vor allem wegen ihrer umweltfreundlicheren Produktion im Gegensatz zur Batteriezelle. 80 Prozent der befragten Manager sehen die Autobauer in der Pflicht, technologieoffen zu forschen und zu entwickeln. Für die technologische Innovation setzen sie durchaus auf vereinte Kräfte: Neun von zehn Befragten sind offen für branchenübergreifende Kooperationen.

Klimaproteste erhöhen Druck auf die Branche

Gleichzeitig steigt durch den Klimawandel der Zwang für die Autobauer zu handeln. 78 Prozent der Befragten erwarten durch staatliche Regulierung große Auswirkungen auf ihr Geschäftsmodell, nicht zuletzt ausgelöst durch die Verschärfung der Grenzwerte für CO2-Emissionen und die drohenden Strafzahlungen bei Verstößen. Gleichzeitig bereiten Klimaproteste und der erhöhte öffentliche Druck der Branche Sorgen.

Laut Peter Gassmann, dem Europachef von Strategy&, könne mit technologieoffener Forschung und Entwicklung „die Umstellung auf klimafreundliche Antriebe hierzulande deutlich vorangetrieben werden“. Deutschland und Europa müssten sich von Produktionsstandorten in Asien emanzipieren und lokale Kompetenzen und Kapazitäten ausbauen.

Unternehmensberater bewerten die Brennstoffzelle allerdings kontrovers. Andreas Jentzsch von der Boston Consulting Group (BCG) etwa sagte der „DPA“: „Langfristig ist die Batterie nicht zu schlagen, es gibt keine Alternative. Sie werden leistungsstärker und günstiger werden, Feststoffbatterien werden weniger Rohstoffe brauchen.“ Wasserstoff sei eine Lösung für Lastwagen im Fernverkehr.

Konkurrenzfähigkeit sichern

Für das Klima rentiere sich ein E-Auto heute erst ab 80.000 Kilometer Fahrleistung, „mit Ökostrom- oder Atomstrom und Batteriefertigung in Europa jedoch schon ab 40.000 Kilometern“. Seine Prognose: „E-Autos für unter 40.000 Euro mit 400 Kilometer Reichweite werden den Durchbruch bringen.“

Kritisch sehen die Automanager einen Teil der Globalisierung: die Abhängigkeit von Produktionsstandorten in Fernost. Die Automobilbranche müsse lokale Kompetenzen und Kapazitäten ausbauen und auf diese Weise ihre Konkurrenzfähigkeit gegenüber amerikanischen und chinesischen Wettbewerbern sichern. Die Hälfte der Brancheninsider erwartet, dass das Qualitätsmerkmal „Made in Germany“ aufgrund starker (Technologie-)Wettbewerber aus den USA an Bedeutung verlieren wird. Das sehen besonders die Zulieferer so (57 %). Hersteller (38 %) und Händler (46%) sind optimistischer.

Für die B2B-Onlinebefragung „Stimmungsbarometer Automotive 2020“ wurden laut Strategy& 210 Manager aus der Automobilbranche (Hersteller, Zulieferer, Handel) in Unternehmen mit mindestens 500.000 Euro Jahresumsatz in Deutschland im Januar und Februar 2020 befragt.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«