Fahrzeugdiagnose Bei jedem neunten Fahrzeug stimmt der Kilometerstand nicht

Von Sophia Stepanova 1 min Lesedauer

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Kilometerstände und Fehlercodes standen im Fokus einer neuen Analyse des TÜV Nord und Carly. Ausgewertet wurden dafür etwa 6,6 Millionen Fahrzeugscans aus mehreren Ländern.

In Berlin präsentierten TÜV Nord und Carly die Ergebnisse ihrer gemeinsamen Untersuchung zur digitalen Fahrzeugdiagnose. (Bild:  Tonka GmbH)
In Berlin präsentierten TÜV Nord und Carly die Ergebnisse ihrer gemeinsamen Untersuchung zur digitalen Fahrzeugdiagnose.
(Bild: Tonka GmbH)

TÜV Nord und das Cartech-Unternehmen Carly haben gemeinsam rund 6,6 Millionen Fahrzeug-Scans ausgewertet. Bei der Untersuchung wurden Fahrzeuge verschiedener Segmente, überwiegend Modelle ab Baujahr 2000, erfasst. Die Daten wurden von den Unternehmen am 6. Oktober in Berlin vorgestellt und stammen aus dem Onboard Car Diagnosis System des TÜV Nord.

Laut den Ergebnissen stimmt bei mehr als jedem neunten Fahrzeug der angezeigte Tachostand nicht mit den Werten in den Steuergeräten überein. Moderne Fahrzeuge speichern die Laufleistung nämlich nicht nur im Tacho, sondern auch in weiteren Steuergeräten. Wird nur der Tacho zurückgestellt, bleiben höhere Werte erhalten. Solche Abweichungen zeigten sich bei 11,5 Prozent der ausgewerteten Scans aus Deutschland. Bei allen untersuchten Ländern lag der Anteil bei 10 Prozent.

Unberücksichtigt blieben bislang Fälle, in denen Steuergeräte oder ein Kombiinstrument ausgetauscht sowie Meilen in Kilometer umgerechnet wurden. Eine Manipulation lässt sich daher nicht allein aus den Abweichungen zweifelsfrei belegen.

Fehlereinträge am häufigsten bei Kfz-Elektrik

Zusätzlich werteten TÜV Nord und Carly die Fehlerspeicher der Fahrzeuge aus. Das System liest dabei Fehlercodes auf OEM-Ebene aus und geht damit über generische OBD-Codes hinaus. In 82,8 Prozent der Scans war mindestens ein Fehler im Bereich der Kfz-Elektrik gespeichert. 66,7 Prozent der Einträge betrafen Spannungsversorgung und Bordnetz, gefolgt von Motorsensorik mit 59,9 Prozent. Weitere Fehlereinträge fanden sich bei Kraftstoffaufbereitung sowie Heizung und Klima.

Das System liest Fehlercodes direkt auf Herstellerebene aus. (Bild:  TÜV Nord)
Das System liest Fehlercodes direkt auf Herstellerebene aus.
(Bild: TÜV Nord)

Laut den Unternehmen ist jedoch ein gespeicherter Fehlercode nicht automatisch als Mangel zu deuten, da auch zurückliegende Einträge ebenfalls in Steuergeräten erhalten bleiben.

Die digitale Diagnose soll als Ergänzung zur Hauptuntersuchung fungieren, indem sie Informationen aus Steuergeräten sichtbar macht, die bei der reinen Sichtprüfung nicht auffallen. TÜV Nord und Carly wollen so Fahrzeugdaten, sowohl für Händler als auch für Käufer, standardisieren und transparent machen.

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