Bentley Bentayga Diesel: Europa ist den Briten eben doch wichtig

Autor / Redakteur: sp-x / Christoph Seyerlein

Europas Kunden zögerten bislang, gibt es den Bentley Bentayga doch nur mit mächtigem W12-Benziner. Ab Frühjahr nagelt nun – erstmals in der Firmengeschichte – ein Diesel unter der Haube. Der eingesetzte V8 ist ein guter Bekannter.

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Der Bentayga-Selbstzünder ist der erste Diesel in Bentleys Geschichte.
Der Bentayga-Selbstzünder ist der erste Diesel in Bentleys Geschichte.
(Bild: Bentley)

Bislang steckte unter der Haube des teuersten SUVs der Welt, dem Bentley Bentayga, ein fetter Zwölfzylinder. Schließlich galt es, Superlative zu verkünden. Und bei reichen Amerikanern und mit Öl gesegneten Scheichs mochte dies der durchaus passende Antrieb für einen derart mächtigen Luxus-Geländewagen sein. Zudem spült diese Mono-Motorisierung Bares aufs Bentley-Konto. Der W12-Bentayga kostet immerhin 208.500 Euro. Und seit dem Debüt 2015 hat Bentley 5.650 Stück von diesem Boliden verkauft. Chapeau!

Doch viele europäische Kunden haben gezögert. Was zu viel ist, ist eben zu viel. Schließlich will man wenigstens einen Hauch grünes Gewissen heucheln und nicht als derjenige dastehen, der Ressourcen mit Gewalt verfeuert. Denn im Alltag kratzt der Bentayga W12 ohne Mühe an der 20-Liter-Marke. Die neue Klientel wollen die Briten nun mit einem deutlich wirtschaftlicheren Dieselmotor ansprechen. Brexit hin oder her, geht es ums Geschäft, wollen die Briten keinesfalls auf Europa verzichten. Versprochen wird ein Normverbrauch von 7,9 Litern. Nie war ein Bentley sparsamer, selbst wenn es real dann neun bis zehn Liter sein sollten. Dies zeigte zumindest unser Bordcomputer während der Testfahrt an.

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Erstmalig in der Geschichte von Bentley überhaupt gibt es ein Modell mit einem Selbstzünder unterm Blech. Ein Traditionsbruch? „Keineswegs“, sagt Bentley-Entwicklungschef Rolf Frech, „nur hat es zuvor kein wirklich passendes Aggregat gegeben, das unsere Anforderungen erfüllte.“

Jetzt ist es da. Der 435 PS starke V8 stammt aus dem Audi SQ7 und ist aus technischer Sicht ein motorisches Meisterwerk. Die Aufladung des Vierliter-Diesels übernehmen gleich drei Beatmungsgeräte, ein elektrischer Verdichter und zwei Turbolader. Deren Zusammenspiel schickt unglaubliche 900 Newtonmeter Drehmoment schon bei 1.000/min in die 8-Gang-Automatik und weiter zu den vier angetriebenen Rädern, nicht zuletzt, weil der elektrische Verdichter innerhalb einer Viertelsekunde voll da ist und die Brennräume schon unter Druck setzt, bevor die Turbinen zum Leben erwachen. Das oft zitierte typische Turboloch existiert somit nicht.

Schnellstes Diesel-SUV der Welt

Solch eine Power bringt selbst einen Boliden wie den Bentayga mächtig auf Trab. Bentley verspricht 4,8 Sekunden von null auf Tempo 100. Das ist Porsche-Niveau. Die Höchstgeschwindigkeit soll bei 270 km/h liegen und macht den dicken Briten damit zum schnellsten Diesel-SUV der Welt.

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