BMW-Teilechaos lichtet sich nur langsam

Kompensationen für die Betriebe sind derzeit nicht in Sicht

| Autor: Andreas Grimm

BMW hat seine Teile und deren Versorgung neu geordnet. Nun läuft es wieder normal.
BMW hat seine Teile und deren Versorgung neu geordnet. Nun läuft es wieder normal. (Foto: BMW)

BMW hat die Probleme mit der Ersatzteilversorgung auch nach mehreren Monaten noch nicht im Griff. Was mit einer lange geplanten umfassenden Prozess- und Software-Umstellung im zentralen Ersatzteillager in Dingolfing startete, hat sich zu einer massiven Verärgerung der BMW-Servicekunden ausgewachsen. Die Leidtragenden sind zunächst die Handels- und Servicebetriebe, doch auch das Image des gesamten Konzerns droht in Mitleidenschaft zu geraten. Erst in der zweiten September-Hälfte soll sich die Belieferung nach Angaben eines Sprechers weitgehend normalisiert haben.

„Die Unzufriedenheit der Kunden bedauern wir am allermeisten“, stellt der für die Teilefragen zuständige BMW-Sprecher Manfred Gumpert auf Anfrage von »kfz-betrieb« klar. Sein Unternehmen arbeite mit Hochdruck und mit zusätzlichem Personal an der Aufarbeitung der Rückstände. Über eine Priorisierung werde zudem versucht, die Lage bei besonders betroffenen Teilen möglichst schnell zu normalisieren.

Hintergrund der Misere ist das Logistik-Projekt „Atlas“, das für „Advanced Parts Logistics in After Sales“ steht, und an dem im Zentrallager bereits seit 2009 gebastelt wird. Das „fortschrittliche Logistik-Programm“ startete schließlich im Juni dieses Jahres und mit ihm auch das Lieferproblem, das „im Vorfeld nicht abzusehen war“.

In den Wirtschaftsteilen der Tageszeitungen mehren sich inzwischen die Berichte über erboste Kunden und die Folgen. Aktuell machen in der „Auto Bild“ BMW- und Mini-Fahrer ihrem Ärger Luft, dass ihnen inzwischen über Monate hinweg nicht die passenden Ersatzteile geliefert werden können. Ihr Tenor: Mit BMW, dem Weltkonzern, der die vermeintliche Kleinigkeit der Ersatzteilversorgung so lange nicht geregelt bekommt, sind sie fertig.

Die geschilderten Fälle hält Gumpert für die Ausnahme. Das bestätigt auch der Handel: „Es ist nicht so, dass wir gar keine Teile bekommen haben. Relevante Verschleißteile waren weiterhin lieferbar“, sagt etwa Markus Bichowski, Geschäftsführer der Walkenhorst-Gruppe. Große Probleme bereiten laut Gumpert derzeit vor allem jene Teile, die noch immer nicht im Zentrallager eingelagert und folglich auch nicht ausgeliefert werden konnten. „Diese Teile tun besonders weh“, so Gumpert. In diesen Fällen werde versucht mittels der angesprochenen Priorisierung schnell zur Auslieferung zu kommen. Besonders kritisch sei zudem die Lage in einigen Gebieten Süd- und Ostdeutschlands gewesen, da hier etwa 300 Händler direkt vom Zentrallager Dingolfing beliefert würden.

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