Borgward-Werk in Bremen offenbar auf der Kippe

Neue Führung der chinesischen Mutter stellt Auslandsproduktion auf den Prüfstand

| Autor: Andreas Wehner

(Bild: Wehner / kfz-betrieb)

Das geplante Borgward-Werk in Bremen steht offenbar auf der Kippe. Nach einem Bericht der Zeitung „Weser-Kurier“ gibt es immer noch keinen unterschriebenen Kaufvertrag zwischen dem Land Bremen und dem Autobauer für ein Grundstück in dem Stadtstaat. Vor zwei Jahren hatte Borgward angekündigt, auf einem 140.000 Quadratmeter großen Grundstück noch 2017 mit dem Bau eines Werks zu beginnen.

Doch der Kaufprozess war früh ins Stocken geraten, angekündigte Termine wurden immer wieder verschoben. Als Begründung hatte Borgward zuletzt gesetzliche Regelungen in China angeführt. Dort müssen Auslandsinvestitionen ab einer gewissen Höhe von der Regierung genehmigt werden. Das gilt auch für Borgward, denn das Fabrikat gehört dem chinesischen Nutzfahrzeughersteller Foton. Branchenkenner hatten auch über finanzielle Schwierigkeiten bei Foton berichtet.

Inzwischen hat das Unternehmen eine neue Führung. Und die stelle die Entscheidungen der bisherigen Unternehmensleitung auf den Prüfstand – inklusive der Pläne für das Werk in Bremen, schreibt der „Weser-Kurier“. Borgward-Sprecher Marco Dalan nannte dem Blatt gegenüber zudem die Zollstreitigkeiten zwischen China, den USA und Europa als Grund für die Zurückhaltung der Chinesen. Zudem suche Foton aktuell einen weiteren Investor für Borgward und wolle vor einer endgültigen Entscheidung dessen Einschätzung berücksichtigen. „Wenn wir uns für eine Fertigung in Deutschland entscheiden, wird Bremen der Standort sein“, zitiert der „Weser-Kurier“ den Borgward-Sprecher.

Seit Juni sind Borgward-Fahrzeuge auf dem deutschen Markt erhältlich. Der Autobauer bietet online und in seinem Brandcenter in Stuttgart eine limitierte Edition des SUVs Borgward BX7 TS für 44.200 Euro an. Den Service übernimmt die Werkstattkette ATU. Die auf der IAA 2017 angekündigte Vertriebskooperation mit Sixt läuft allerdings noch nicht.

Die Marke Borgward hatte 2015 ihr Comeback gestartet. Mitte des vergangenen Jahres begann das Unternehmen mit dem Vertrieb in China. Inzwischen ist das Fabrikat auf weiteren Märkten in Südostasien, dem Nahen Osten und Südamerika aktiv. Bei der Vorstellung des BX7 TS im Juni hatte Borgward angekündigt, in diesem Jahr auch in Luxemburg und Island an den Start zu gehen. 2019 sollen Österreich, die Schweiz, Skandinavien und das Baltikum folgen. Für 2020 ist der Marktstart in Portugal, Spanien, Italien und Frankreich geplant. Zur Jahresmitte hatte Borgward nach eigenen Angaben rund 100.000 Fahrzeuge weltweit verkauft.

Borgward-Marktstart mit Online-Bestellung, Brandcenter und ATU

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25.06.18 - Ab sofort können Kunden die ersten Fahrzeuge des wiederbelebten Fabrikats online bestellen. Borgward-Autohäuser gibt es nicht, den Service und die Ersatzteilversorgung übernimmt die Werkstattkette ATU. lesen

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