Brandgefahr wegen undichter Batterie: Ford ruft über 320.000 Autos zurück

Anschreiben der Kunden in zwei Wellen

| Autor: Niko Ganzer

(Bild: Ford)

Weil es möglicherweise infolge eines Säureaustritts am Batterie-Minuspol zu einem Brand kommen könnte, ruft Ford die Baureihen Mondeo, S-Max und Galaxy aus dem Produktionszeitraum 13. Februar 2014 bis 11. Februar 2019 zurück. Weltweit geht es laut einem Warnhinweis des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) um knapp 322.000 Fahrzeuge, davon 101.319 in Deutschland. Wie ein Sprecher der Ford-Werke GmbH auf Anfrage erklärte, erhält nur etwas mehr als die Hälfte der deutschen Kunden sofort eine Einladung in die Werkstatt.

„Die Fahrzeughalter werden von uns zur Zeit angeschrieben und aufgefordert, sich kurzfristig mit ihrem Ford-Händler wegen der Vereinbarung eines Werkstatttermins in Verbindung zu setzen“, sagte er. Die zweite Gruppe, hierzulande 48.500 Fahrzeugbesitzer, seien derzeit nur „potenziell“ von diesem Rückruf betroffen. „Das KBA will jedoch, dass wir auch diese Kunden schnellstmöglich anschreiben – und das werden wir natürlich tun“, kündigte der Sprecher an. Schnellstmöglich bedeutet in diesem Fall: nach Abarbeitung der ersten Gruppe.

Gefahr besteht auch bei geparkten Autos

Das mehr oder weniger wahrscheinliche Worst-Case-Szenario besteht in der Entzündung von Materialien im Bereich der Batterie – selbst wenn das Fahrzeug geparkt und unbeaufsichtigt ist. Voraussetzung dafür ist laut dem Sprecher, dass der Sensor des Batterie-Überwachungssystems durch ausgetretene Säure am Minuspol ausfällt. Durch das sich ansammelnde Kupfersulfat könne sich eine leitende Schicht unter dem Sensor mit einem niedrigen Widerstand bilden. Dies erhöhe den Stromfluss – mit dem Ergebnis einer gefährlichen Wärmeentwicklung.

Die Abhilfemaßnahme des Herstellers sieht vor, dass der Ford-Händlerbetrieb einen mit Sicherung versehenen Zwischenkabelstrang in das Batterie-Managementsystem einbaut. Für die Aktion mit dem internen Code „18P11“ ist eine Arbeitszeit von einer knappen Viertelstunde veranschlagt. Das KBA überwacht die Maßnahme.

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