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„Cupra wird für Seat von großer Bedeutung sein“

Autor / Redakteur: ampnet/tw / Andreas Grimm

Seat gönnt sich mit Cupra eine Submarke als sportlichen Ableger. Mit dem Konzept kommen die Spanier ein Jahr nach der Cupra-Neupositionierung bislang im Markt gut an – vor allem in Deutschland. Was er sich von Cupra verspricht, erläutert Markenchef Wayne Griffiths im Interview.

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Wayne Griffiths ist Vorstandschef von Cupra. Er sieht für die sportliche Seat-Submarke mittelfristig viel Potenzial.
Wayne Griffiths ist Vorstandschef von Cupra. Er sieht für die sportliche Seat-Submarke mittelfristig viel Potenzial.
(Bild: Xavi Bonilla)

Seit einem guten Jahr geht die Marke Cupra eigenständig auf Käufersuche. Zuständig für die Entwicklung ist inzwischen Vorstandschef Wayne Griffiths, bislang hauptberuflich Seat-Vertriebschef, der Anfang des Jahres an die Cupra-Spitze rückte. Wie er die Situation und die Zukunft von Cupra einschätzt, erläutert Griffiths im unten stehenden Interview.

Ursprünglich war Cupra nur eine sportliche Edition von Seat-Modellen, künftig soll Cupra unter eigenem Logo und mit eigener Markenwelt auf Kundenjagd gehen. Im Fokus stehen dabei die deutschen Kunden, die bisher schon viele Cupra gekauft hatten. Die deutschen Händler übrigens begrüßen den Schritt – spätestens seit in den kürzlich vereinbarten neuen Händlerverträgen geregelt ist, dass jeder Händler Cupra verkaufen darf.

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Redaktion: Wie zufrieden sind Sie mit den ersten zwölf Monaten als eigenständige Marke?

Wayne Griffith: Sehr zufrieden. Die Verkaufszahlen im letzten Jahr waren hervorragend. Unser Wachstum betrug 40 Prozent im Jahr 2018, dabei hatten wir nur den Leon Cupra. Dazu kommt jetzt der Cupra Ateca, der sehr gut angenommen wurde, vor allem in Deutschland. Ein Drittel aller Ateca werden derzeit als Cupra bestellt. Es wird aber dauern, bis wir die Marke etabliert haben. Dafür braucht man auch die Modelle, die zeigen, wofür eine Marke steht. Ein solches Modell haben wir in Genf mit dem Formentor präsentiert.

Cupra hat ein eigenständiges Marketing mit Lifestyle-Accessoires und Kleidung entwickelt. Welche Rolle spielen solche Maßnahmen für den Aufbau der Marke?

Das Kernprodukt muss natürlich stimmen, aber das Drumherum ist genauso wichtig. Die Kooperation mit anderen Marken, mit denen wir uns assoziieren, wird sehr wichtig sein. Das werden wir demnächst vertiefen.

Welche Ziele verfolgen Sie als Cupra-Chef für die Jahre 2019 und 2020?

Ich möchte das nicht in konkreten Zahlen ausdrücken. Wir haben gesagt, dass wir unser Volumen mit der Auswahl der Produktpalette in den nächsten fünf Jahren verdoppeln möchten. Ich glaube, dass wir innerhalb von Seat eine große Bedeutung erreichen können und wir zehn Prozent des Gesamtvolumens als Cupra verkaufen können. (Das wären derzeit 50.000 Einheiten, Anm. d. Red.)

Ok. Aber wo wollen Sie diesen Verkaufserfolg realisieren?

Deutschland ist sehr wichtig. Wir haben letztes Jahr 14.000 Leon Cupra verkauft, fast die Hälfte davon in Deutschland. Darauf folgen drei Märkte mit einer jeweils vergleichbaren Größenordnung. Da haben wir Großbritannien, Frankreich und Mexiko mit rund 1.500 Fahrzeugen.

Cupra setzt auf Leistung, passt also zum Rennsport. Neben der TCR-Serie hat sich Cupra nun zur E-TCR-Rennserie bekannt. Welche Ziele verfolgen Sie mit diesem Engagement?

Das Thema Motorsport muss auch für die nächste Generation passend sein und ich glaube, ohne elektrische Fahrzeuge wird das nicht gelingen. Die Formel E hat gezeigt, wie man etwas verjüngen kann. Ich glaube auch bei Tourenwagen wird das notwendig sein. Es wird sicher eine Überlappung geben mit der TCR, die ja auch viele Fans hat. Aber wenn wir die Jugend für Motorsport begeistern wollen, kommen wir da nicht drum herum. Wir sind Pioniere und liefern die Technologie. Die E-TCR kann eine tolle Plattform sein: Nicht nur rein technisch, sondern auch darin, wie wir die Zielgruppen ansprechen können, ist das eine große Chance.

Sind Sie persönlich offen für die Elektromobilität?

Sie wird in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Ich gehe davon aus, dass man zukünftig nur mit Null-Emissions-Fahrzeugen in die Städte fahren darf. Das ist wahrscheinlich gar nicht so weit weg. E-Mobilität ist nicht nur ein Vermarktungsargument, sondern technisch ausgereift. Es ist nachgewiesen, dass sie funktioniert und Fahrspaß bietet. Und sie kann sehr sportlich sein. Deswegen sage ich: Ein Elektro-Cupra kann sehr spannend werden.

Seit dem 3. Dezember sind Sie CEO bei Cupra. Was macht für Sie den Reiz dieser Aufgabe aus?

Etwas Neues zu machen für eine neue Generation, die sich nicht mehr für traditionelle Premiummarken ihrer Eltern begeistern lässt! Für Leute, die ihre Persönlichkeit anders ausdrücken möchten, zum Beispiel über ein tolles Design, nicht weil sie reich sind und es als Luxussymbol sehen, sondern es soll erreichbar und trotzdem gut sein. Es soll für Menschen sein, die nichts über traditionelle Statussymbole beweisen wollen. Hier wollen wir einen Hot Spot im Markt erreichen. Die Sportlichkeit von Cupra drückt sich nicht nur über die Geschwindigkeit aus, sondern auch über das Design und die gesamte Marke.

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