„Cupra wird für Seat von großer Bedeutung sein“

Cupra-Chef Wayne Griffiths im Gespräch

| Autor: ampnet/tw

Wayne Griffiths ist Vorstandschef von Cupra. Er sieht für die sportliche Seat-Submarke mittelfristig viel Potenzial.
Wayne Griffiths ist Vorstandschef von Cupra. Er sieht für die sportliche Seat-Submarke mittelfristig viel Potenzial. (Bild: Xavi Bonilla)

Seit einem guten Jahr geht die Marke Cupra eigenständig auf Käufersuche. Zuständig für die Entwicklung ist inzwischen Vorstandschef Wayne Griffiths, bislang hauptberuflich Seat-Vertriebschef, der Anfang des Jahres an die Cupra-Spitze rückte. Wie er die Situation und die Zukunft von Cupra einschätzt, erläutert Griffiths im unten stehenden Interview.

Ursprünglich war Cupra nur eine sportliche Edition von Seat-Modellen, künftig soll Cupra unter eigenem Logo und mit eigener Markenwelt auf Kundenjagd gehen. Im Fokus stehen dabei die deutschen Kunden, die bisher schon viele Cupra gekauft hatten. Die deutschen Händler übrigens begrüßen den Schritt – spätestens seit in den kürzlich vereinbarten neuen Händlerverträgen geregelt ist, dass jeder Händler Cupra verkaufen darf.

Redaktion: Wie zufrieden sind Sie mit den ersten zwölf Monaten als eigenständige Marke?

Wayne Griffith: Sehr zufrieden. Die Verkaufszahlen im letzten Jahr waren hervorragend. Unser Wachstum betrug 40 Prozent im Jahr 2018, dabei hatten wir nur den Leon Cupra. Dazu kommt jetzt der Cupra Ateca, der sehr gut angenommen wurde, vor allem in Deutschland. Ein Drittel aller Ateca werden derzeit als Cupra bestellt. Es wird aber dauern, bis wir die Marke etabliert haben. Dafür braucht man auch die Modelle, die zeigen, wofür eine Marke steht. Ein solches Modell haben wir in Genf mit dem Formentor präsentiert.

Cupra hat ein eigenständiges Marketing mit Lifestyle-Accessoires und Kleidung entwickelt. Welche Rolle spielen solche Maßnahmen für den Aufbau der Marke?

Das Kernprodukt muss natürlich stimmen, aber das Drumherum ist genauso wichtig. Die Kooperation mit anderen Marken, mit denen wir uns assoziieren, wird sehr wichtig sein. Das werden wir demnächst vertiefen.

Welche Ziele verfolgen Sie als Cupra-Chef für die Jahre 2019 und 2020?

Ich möchte das nicht in konkreten Zahlen ausdrücken. Wir haben gesagt, dass wir unser Volumen mit der Auswahl der Produktpalette in den nächsten fünf Jahren verdoppeln möchten. Ich glaube, dass wir innerhalb von Seat eine große Bedeutung erreichen können und wir zehn Prozent des Gesamtvolumens als Cupra verkaufen können. (Das wären derzeit 50.000 Einheiten, Anm. d. Red.)

Gefahren: Cupra Ateca – konkurrenzloses Performance-SUV

Gefahren: Cupra Ateca – konkurrenzloses Performance-SUV

02.11.18 - Mit seiner Submarke Cupra will sich Seat irgendwo zwischen Massenmarkt und Premium positionieren. Der erste Ableger steht ab Dezember bei ausgewählten Händler und konnte nun schon einmal beweisen, was in ihm steckt. lesen

Ok. Aber wo wollen Sie diesen Verkaufserfolg realisieren?

Deutschland ist sehr wichtig. Wir haben letztes Jahr 14.000 Leon Cupra verkauft, fast die Hälfte davon in Deutschland. Darauf folgen drei Märkte mit einer jeweils vergleichbaren Größenordnung. Da haben wir Großbritannien, Frankreich und Mexiko mit rund 1.500 Fahrzeugen.

Cupra setzt auf Leistung, passt also zum Rennsport. Neben der TCR-Serie hat sich Cupra nun zur E-TCR-Rennserie bekannt. Welche Ziele verfolgen Sie mit diesem Engagement?

Das Thema Motorsport muss auch für die nächste Generation passend sein und ich glaube, ohne elektrische Fahrzeuge wird das nicht gelingen. Die Formel E hat gezeigt, wie man etwas verjüngen kann. Ich glaube auch bei Tourenwagen wird das notwendig sein. Es wird sicher eine Überlappung geben mit der TCR, die ja auch viele Fans hat. Aber wenn wir die Jugend für Motorsport begeistern wollen, kommen wir da nicht drum herum. Wir sind Pioniere und liefern die Technologie. Die E-TCR kann eine tolle Plattform sein: Nicht nur rein technisch, sondern auch darin, wie wir die Zielgruppen ansprechen können, ist das eine große Chance.

Sind Sie persönlich offen für die Elektromobilität?

Sie wird in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Ich gehe davon aus, dass man zukünftig nur mit Null-Emissions-Fahrzeugen in die Städte fahren darf. Das ist wahrscheinlich gar nicht so weit weg. E-Mobilität ist nicht nur ein Vermarktungsargument, sondern technisch ausgereift. Es ist nachgewiesen, dass sie funktioniert und Fahrspaß bietet. Und sie kann sehr sportlich sein. Deswegen sage ich: Ein Elektro-Cupra kann sehr spannend werden.

Seit dem 3. Dezember sind Sie CEO bei Cupra. Was macht für Sie den Reiz dieser Aufgabe aus?

Etwas Neues zu machen für eine neue Generation, die sich nicht mehr für traditionelle Premiummarken ihrer Eltern begeistern lässt! Für Leute, die ihre Persönlichkeit anders ausdrücken möchten, zum Beispiel über ein tolles Design, nicht weil sie reich sind und es als Luxussymbol sehen, sondern es soll erreichbar und trotzdem gut sein. Es soll für Menschen sein, die nichts über traditionelle Statussymbole beweisen wollen. Hier wollen wir einen Hot Spot im Markt erreichen. Die Sportlichkeit von Cupra drückt sich nicht nur über die Geschwindigkeit aus, sondern auch über das Design und die gesamte Marke.

Wayne Griffiths wird Cupra-Chef

Wayne Griffiths wird Cupra-Chef

25.01.19 - Mit der Marke Cupra will Seat neue Kundenkreise ansprechen. Um dieses Ziel innerhalb der Organisation voranzubringen, hat Seat-Vertriebschef Wayne Griffiths nun auch bei Cupra die Zügel in der Hand. lesen

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45809819 / Neuwagen)

Plus-Fachartikel

Santander Consumer Bank: Zielgenaue Trainings

Santander Consumer Bank: Zielgenaue Trainings

Der Mönchengladbacher Finanzdienstleister baut sein Trainingsangebot für den Automobilhandel aus. Welche Angebote es für den Handel gibt, erläutert Holger Katzmarek, Leiter Akademie Mobilität und Waren. lesen

Händler- und Herstellerwebsites: Bedingt auftragsbereit

Händler- und Herstellerwebsites: Bedingt auftragsbereit

Hersteller verpflichten Markenhändler in der Regel dazu, markenkonforme Websites zu betreiben. Studienergebnisse zeigen jedoch, dass diese so manche Defizite aufweisen. Und mit den Websites der Hersteller selbst sieht es oft nicht besser aus. lesen