Das bedeuten die neuen CO2-Grenzwerte

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Was sagen die Hersteller?

Der Branchenverband VDA findet zwar richtig, dass Europa ambitionierte Klimaziele verfolgt. Allerdings werde die europäische Automobilindustrie durch die Grenzwerte im internationalen Vergleich stärker belastet als ihre Wettbewerber. Denn das von der EU gesetzte CO2-Ziel für Pkw von 95 Gramm sei das schärfste weltweit. Tatsächlich liegen zumindest die Emissionsziele in den anderen großen Märkten höher: In den USA sind bis 2020 121 Gramm CO2 je Kilometer vorgeschrieben, in China 117 Gramm, in Japan 105 Gramm. Darüber hinaus kritisiert der Verband, dass Reduzierungspotenziale außerhalb der Fahrzeugtechnik nicht genutzt würden – etwa in Form von Bio-Kraftstoffen und E-Fuels.

Was sagen Umweltverbände?

Anspruchsvolle CO2-Grenzwerte sind in den Augen des ökologisch orientierten Verkehrsclubs VCD für das Klima, die Wirtschaft und die Verbraucher unverzichtbar. Die deutsche Autoindustrie habe das Wissen, viele fähige Ingenieure und gut ausgebildete Facharbeiter, die in der Lage seien, die effizienteste Technik zu entwickeln und zu produzieren. Mit zukunftsfähigen und zuverlässigen Produkten bleibe die Autoindustrie Jobmotor und trage ihren Teil dazu bei, dass die Klimaziele der internationalen Staatengemeinschaft erreicht werden können.

Was bedeuten die CO2-Grenzen für den Kunden?

Die Hersteller müssen ab 2020 ihren Neuwagenabsatz mit Blick auf ihre CO2-Ziele steuern. Viele Marken dürften versuchen, massiv E- Autos und Plug-in-Hybride in den Markt zu drücken, um Strafzahlungen zu entgehen. Notfalls auch mit hohen Rabatten. Dabei werden sie auch das Margensystem des Handels als Hebel nutzen, was die Verkaufsstrategie der Autohäuser hin zu E-Autos und tendenziell weg von verbrauchsstarken Modellen verschieben dürfte. Auch das Rabattmodell der Händler wird sich dem anpassen. Unterm Strich könnten Neuwagenkäufer davon profitieren, wenn sie ein sparsames Modell kaufen. Umgekehrt dürften durstige Autos sie teurer kommen.

Was kommt nach den 95 Gramm?

Die bisherigen Emissionsreduzierungen sollen in der Zukunft weitergeführt werden. Festgelegt ist eine weitere Minderung um 15 Prozent bis 2025, bis 2030 soll der Ausstoß um 37,5 Prozent sinken. Jeweils im Vergleich zu den heute noch nicht feststehenden Werten von 2021. Die Werte dürften jedoch im Bereich von 80,75 Gramm beziehungsweise 61,75 Gramm liegen.

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