Kfz-Gewerbe Hessen E-Autohaus trotz Lockdown geöffnet

Autor: Doris Pfaff

Die Coronakrise hat in Deutschland nicht nur die Elektromobilität vorangetrieben, sondern auch einige digitale Angebote. So beispielsweise eine digitale Erlebnisplattform zum Thema Elektromobilität des Kfz-Gewerbes Hessen. Seit Januar steht sie allen Besuchern offen.

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Filmaufnahmen zum E-Autohaus: Geschäftsführer Joachim Kuhn vom Kfz-Gewerbe Hessen im Gespräch mit Moderatorin Julia Nestle (rechts).
Filmaufnahmen zum E-Autohaus: Geschäftsführer Joachim Kuhn vom Kfz-Gewerbe Hessen im Gespräch mit Moderatorin Julia Nestle (rechts).
(Bild: Kfz-Gewerbe Hessen)

Das Kfz-Gewerbe Hessen hatte 2020 eigentlich einen Fachkongress geplant, bei dem Experten zu Wort kommen und Verbraucher ausführliche Informationen rund um den Kauf und die Nutzung von Elektrofahrzeugen erhalten sollten. „Die Corona-Pandemie machte uns aber einen Strich durch die Rechnung“, sagt Joachim Kuhn, Geschäftsführer des Kfz-Landesverbands Hessen. Alternativen waren gefragt. So entstand die Idee einer digitalen Erlebnisplattform zum Thema Elektromobilität.

Mit finanzieller Unterstützung des hessischen Wirtschaftsministeriums und mithilfe der Landesenergieagentur hat das Kfz-Gewerbe Hessen inzwischen sein Vorhaben realisiert: Ab sofort bietet das virtuelle E-Autohaus viele Informationen zur E-Mobilität.

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Dabei begrüßt die hessische Radiomoderatorin Julia Nestle Besucher des digitalen Autohauses im Showroom. Sie führt sie auch durch die Angebote. Der Kunde bestimmt selbst, wohin er geht. Per Mausklick kann er sich im virtuellen Showroom in alle Richtungen bewegen und zwischen den Themen Potenziale, Förderung, Aufladen, Probefahrt, Kosten, Umwelt, Unfall sowie Energie wählen.

Wer sich durch die Angebote klickt, findet Videos mit Experteninterviews, aber auch integrierte Links zu weiterführenden Informationen oder auch Downloads zu Bestimmungen und Anträgen. Christoph Stricker vom ZDK erläutert beispielsweise in einem Video die unterschiedlichen Fördermöglichkeiten sowie die Antragswege. Und ein ADAC-Experte erklärt, worauf der Autofahrer bei einem Unfall oder einer Panne achten soll. Einfach liegen bleiben, könne man mit dem E-Auto nicht, sagt der Experte.

Selbst virtuelle Probefahrt ist möglich

Um die unterschiedlichen Lademöglichkeiten für Privat- und Gewerbekunden geht es unter dem Punkt Aufladen, die Frank Mehling von der Bender GmbH in einem Video vorstellt. Auch eine Probefahrt ist digital möglich, zumindest als Beifahrer: Am Steuer sitzt Alexander Funke vom Autohaus Funke und nennt die Unterschiede und Vorzüge eines E-Autos, angefangen bei der Bedienung bis hin zum Fahrgefühl.

„Es war ein aufwendiger Prozess, der sich aber gelohnt hat“, sagt Kuhn. Den Praxistest hat das E-Autohaus ebenfalls bestanden. Gerald Weil, Vorstandsmitglied im Landesverband Hessen, nutzt es begeistert in seinem Autohaus im Verkauf und bei der Beratung. Es stelle eine wichtige und neutrale Ergänzung zu den Herstellerinformationen dar. Und das natürlich rund um die Uhr, denn das virtuelle E-Autohaus steht Besuchern immer offen. Auch in Zeiten des Lockdowns.

Karpinski: Dienstleistungen rund um das E-Auto auf dem Schirm haben

Die Richtung, die der Verband einschlägt, stimmt auch, wie die Zahlen zeigen: Im Dezember 2020 haben Elektrofahrzeuge (rein batterieelektrische und Plug-in-Hybride etwa je zur Hälfte) wegen der staatlichen Förderung bei den Neuzulassungen noch mal ordentlich zugelegt und machen in Hessen fast ein Viertel der 29.221 neu angemeldeten Fahrzeuge aus.

Diese benötigen jetzt nicht nur eine Lademöglichkeit, sondern zukünftig auch Kfz-Fachwerkstätten. Die seien fachlich bereits gut aufgestellt, betont Verbandspräsident Jürgen Karpinski. Schon 2013 habe die Hochvolttechnologie Einzug in die Ausbildungsverordnung für Kfz-Mechatroniker gefunden. Dennoch müsse sich das Kfz-Gewerbe künftig noch deutlich mehr um Dienstleistungen rund um das Fahrzeug kümmern, betonte Karpinski.

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Über den Autor

 Doris Pfaff

Doris Pfaff

Redakteurin bei »kfz-betrieb«, Ressort Verbände & Politik