Eckpunkte der Mitarbeiterführung

6. Bundestreffen der Junioren des Kfz-Gewerbes

15.11.2010 | Autor: Wolfgang Michel

Die Herbstakademie auf Sylt nahm sich zahlreicher Themen an. Engagiert erläuterte etwa Marion Knaths, wie sich Frauen beruflich durchsetzen können.
Die Herbstakademie auf Sylt nahm sich zahlreicher Themen an. Engagiert erläuterte etwa Marion Knaths, wie sich Frauen beruflich durchsetzen können.

Die seit 2003 stattfindende Herbstakademie auf Sylt hat in diesem Jahr einen inhaltlich weiten Bogen von branchenspezifischen Karrierefragen bis zum problematischen Medienkonsum der jungen Generation und damit des Nachwuchses im Kfz-Gewerbe gespannt. „Wir haben uns für die Veranstaltung viel vorgenommen“, sagte folgerichtig Bernd Schweitzer, der Geschäftführer des gastgebenden Verbands des Kfz-Gewerbes Schleswig-Holstein. „Nach zwei Jahren Pause seit der letzten Veranstaltung haben wir auf Ihre Bitte hin die Veranstaltung hier in Kampen auf Sylt wieder ins Leben gerufen“, ergänzte Landesverbandspräsident Rolf-Dieter Fröhling zum Auftakt vor den rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Apropos Leben: Der Vortrag von Prof. Dr. Christian Pfeiffer vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen e.V. handelte von der Leistungskrise junger Männer und warum sich deren Lebensläufe seit Jahren immer stärker negativ verändern. Anhand verschiedener Studien belegte Pfeiffer, dass Mädchen die Jungen in der Schule stetig weiter abhängen. Die Krise von Jungen und männlichen Jugendlichen erklärt der Professor vor allem mit deren Mediennutzungsverhalten: Jungen spielten viel zu häufig Computerspiele oder säßen vor dem Fernseher. Konsequenz: Fast zwei Drittel der Schulabbrecher seien mittlerweile männlich. Und: Waren in den Abiturjahrgängen vor Jahren noch gleich viele Männer und Frauen vertreten, hätten die Frauen heute auch hier die Nase deutlich vorn.

„Da jammert die Wirtschaft, dass es nicht genügend Ingenieursnachwuchs gibt, aber keiner redet über die Ursachen“, sagt Pfeiffer. „Das Wichtigste für Kinder und Jugendliche ist möglichst viel Körperbewegung. Nur so kommen auch Jungen aus dem Leistungstief heraus.“ Alles Gelernte lande zunächst im Kurzzeitgedächtnis und werde durch Computerspiele wieder verdrängt. Pfeiffer: „Der fußballspielende Junge behält viel mehr vom Gelernten im Gedächtnis.“

Nord-Süd-Gefälle beim Medienkonsum

Mit seinen Studien belegte der Forscher, dass in süddeutschen Städten wie München nur 27 Prozent der Jungen ein eigenes TV-Gerät haben – in Dortmund dagegen bereits 42 Prozent. Als Begründung nannte er unter anderem den Bildungsabschluss der Eltern. Dieser habe enormen Einfluss auf das kindliche Mediennutzungsverhalten. „Die Medienverwahrlosung ist ein Problem der Unterschicht. Die Kinder werden einfach ruhig gestellt“, sagte Pfeiffer.

Ergänzendes zum Thema
 

Über die Herbstakademie

Professor Pfeiffer plädiert für Ganztagsschulen, in denen morgens in verschiedenen Leistungsklassen gelernt und am Nachmittag gemeinsame sportliche oder musische Aktivitäten angesagt seien. „Diese Power am Nachmittag bringt Leidenschaft und Erfolg.“ Schulen müssten Lust auf Leben wecken und Jugendlichen Spaß machen, dann bräuchten sie auch keine Computerspiele. Die Politik forderte er auf, das Schulsystem mit 50 Milliarden Euro zu retten. Bei den Banken hätte man das schließlich auch getan. „Wir benötigen ein Bildungssystem, das im internationalen Vergleich mithalten kann. Es ist ein Irrtum, zu glauben, es reiche aus, die Stundenzahl zu erhöhen.“

Die Teilnehmer motivierte er, nicht auf die Politik zu warten, sondern selbst aktiv zu werden. Die Lust-auf-Leben-Philosophie könne nur funktionieren, wenn sich Eltern und Gesellschaft dafür engagierten. Mehr Informationen zu der von Prof. Pfeiffer geschilderten Problematik gibt es auf www.kfn.de.

Karrieren werden an der Bar gemacht

Der Vortrag „Spiele der Macht – wie Frauen sich durchsetzen“ behandelte die berufliche Rolle des weiblichen Geschlechts. „Wo bleiben die toll ausgebildeten Frauen?“, fragte die Unternehmensberaterin und Buchautorin Marion Knaths. Frauen würden in vielen Unternehmen häufig nicht gesehen – daran seien diese allerdings oft selbst schuld. „Nach den ersten erfolgreichen Schritten geben Frauen zu schnell auf“, sagte Knaths.

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