Erneut großer Airbag-Rückruf

Autor / Redakteur: Niko Ganzer / Christoph Seyerlein

Der ADAC weist auf ein Problem bei Produkten des Zulieferers Autoliv hin. Betroffen sind zahlreiche Hersteller, weltweit geht es um hohe Stückzahlen.

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(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Der ADAC hat am Dienstag auf eine Rückrufaktion hingewiesen, die derzeit viele Hersteller gleichzeitig betrifft. Wieder geht es um Airbags (und teilweise auch um Gurtstraffer), diesmal allerdings nicht vom japanischen Zulieferer Takata, sondern vom schwedischen Unternehmen Autoliv. Die Ausmaße sind nicht vergleichbar mit dem Takata-Problem, das einen Millionen-Rückruf auslöste.

Der ADAC schätzt, dass weltweit 113.000 Fahrzeuge von einem Problem mit der Pyrotechnik in den Autoliv-Airbags betroffen sind. Ein fehlerhaftes Mischungsverhältnis der Zündchemikalien könnte dafür sorgen, dass die Airbags bei einem Unfall nicht öffnen. „Bei 267.000 weiteren Fahrzeugen besteht das Risiko, dass die Gasgeneratoren in den Gurtstraffern sich bei der Aktivierung vom Fahrzeug lösen und zur Gefahr für die Insassen werden könnten“, hieß es in der Mitteilung weiter. Das Verletzungsrisiko im Fall eines Unfalls sei hoch, daher sei eine schnelle Reparatur betroffener Fahrzeuge notwendig.

In Deutschland sind nach bisherigen Erkenntnissen folgende Hersteller und Modelle betroffen, jeweils mit kleinen Stückzahlen und alle im vergangenen Jahr gebaut:

  • BMW: 2er,4er, 5er, 6er, M4, M5, M6, i3 und i8 (insgesamt 305 Einheiten, inkl. Mini und Rolls-Royce)
  • Infiniti: Q30, QX30 (11 Einheiten)
  • Mini: Clubman, Cooper und One (insgesamt 305 Einheiten, inkl. BMW und Rolls-Royce)
  • Nissan: Note und Pulsar (190 Einheiten)
  • Opel: Adam, Astra, Corsa, Meriva, Mokka, Insignia und Zafira (2.664 Einheiten)
  • Rolls Royce: Dawn (ein Bruchteil der insgesamt 305 Einheiten innerhalb der BMW Group)
  • Toyota: Avensis und Verso (Stückzahl noch nicht bekannt)

Nicht auf der ADAC-Liste stehen bisher die Hersteller Audi, Porsche, Volvo und VW, die gegenüber »kfz-betrieb« ebenfalls Airbag-Rückrufaktionen wegen Zündproblemen bestätigt haben.

  • Audi: A4, A6, A7, Q5 und Q7 (bislang keine Stückzahlangaben)
  • Mercedes: CLA und GLA (in manchen Ländern auch E-Klasse; ca. 1.000 Einheiten in D)
  • Porsche: 911, 718 Boxster und 718 Cayman (204 Einheiten weltweit)
  • Volvo: V40, V40 Cross Country, S60, S60 Cross Country, V60, V60 Cross Country, XC60, S90, V90 und XC90 (869 Einheiten in D)
  • VW: Golf and Tiguan (ca. 8.000 Einheiten weltweit)

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