Acea-Zahlen Europäischer Nutzfahrzeugmarkt wächst im ersten Halbjahr 2026

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

In den europäischen Märkten wurden von Januar bis Juni in allen drei Nutzfahrzeugsegmenten mehr Fahrzeuge zugelassen als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig gewannen elektrisch aufladbare Modelle Marktanteile, während der Dieselantrieb immer noch den Markt dominiert.

Der europäische Nutzfahrzeugmarkt hat sich in den ersten sechs Monaten des Jahres positiv entwickelt. (Bild:  MAN)
Der europäische Nutzfahrzeugmarkt hat sich in den ersten sechs Monaten des Jahres positiv entwickelt.
(Bild: MAN)

Der europäische Nutzfahrzeugmarkt ist im ersten Halbjahr 2026 gewachsen. Nach Angaben des Branchenverbands Acea wurden in den Ländern der Europäischen Union, der Efta und in Großbritannien 927.768 neue Transporter zugelassen. Das waren 1,7 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2025. Der Absatz mittelschwerer Lkw (3,5 bis 16 Tonnen) stieg um 12,5 Prozent auf 36.896 Fahrzeuge, die schwere Klasse legte um 8,6 Prozent auf 166.463 Einheiten zu. Der Busmarkt expandierte um 10,5 Prozent auf 27.742 Einheiten.

Die Entwicklung bei Transportern und Lkw spiegelt laut Acea eine Erholung von einer niedrigen Ausgangsbasis wider. Das Bussegment verzeichnete dagegen ein starkes Wachstum. Insgesamt fiel das Ergebnis trotz geopolitischer Belastungen damit positiv aus.

Deutschland mit unterschiedlicher Entwicklung

In Deutschland entwickelten sich die einzelnen Segmente uneinheitlich. Die Zahl der neu zugelassenen Transporter sank im ersten Halbjahr um 4,6 Prozent auf knapp 123.000 Fahrzeuge. Bei den Lkw stiegen die Neuzulassungen dagegen um 7,1 Prozent auf rund 40.700 Einheiten. Der Busmarkt legte um 21,6 Prozent auf knapp 3.700 Fahrzeuge zu.

Elektrofahrzeuge gewinnen Marktanteile

Elektrisch aufladbare Nutzfahrzeuge legten in allen drei Segmenten zu. Die Zulassungen elektrischer Transporter stiegen in den europäischen Märkten um 37,5 Prozent auf 13,9 Prozent Marktanteil (128.500 Einheiten). Im ersten Halbjahr 2025 waren es erst 9,5 Prozent gewesen.

Insgesamt wurden 732.060 Transporter mit Dieselantrieb neu zugelassen, 2,0 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Dieselanteil sank damit von 81,8 auf 78,9 Prozent. Benzinmodelle verloren 23,3 Prozent und kamen auf einen Marktanteil von 3,4 Prozent. Die Zulassungen von Hybrid-Transportern stiegen um 29,9 Prozent; ihr Marktanteil lag bei 3,4 Prozent.

Bei den Lkw nahmen die Zulassungen elektrisch aufladbarer Fahrzeuge um 53,3 Prozent zu. Ihr Marktanteil stieg von 4,0 auf 5,6 Prozent. Deutschland verzeichnete dabei ein Plus von 88,5 Prozent, gefolgt von Großbritannien (+68,6 %), den Niederlanden mit 44,5 Prozent und Frankreich mit 43,7 Prozent. Diesel-Lkw machten mit einem Marktanteil in Gesamteuropa von 91,5 Prozent weiterhin den größten Teil der Neuzulassungen aus. Vor einem Jahr lag ihr Anteil bei 92,2 Prozent.

Wesentlich weiter verbreitet sind elektrisch aufladbare Busse. Ihre Zulassungen stiegen um 35,6 Prozent, der Marktanteil erhöhte sich von 24,2 auf 29,7 Prozent. Italien, inzwischen der größte Busmarkt der EU, trug maßgeblich zu dieser Entwicklung bei. Dort vervierfachten sich die Zulassungen elektrisch aufladbarer Busse. In Großbritannien gingen die E-Bus-Verkäufe dagegen um ein Viertel zurück.

Der britische Markt war jedoch auch für Dieselbusse kein gutes Pflaster, der Absatz brach um 40,2 Prozent ein, weshalb der gesamteuropäische Dieselbusmarkt auch im Minus landet (-1,0 % auf 16.400 Einheiten). Hybrid-Elektrobusse verzeichneten europaweit ein Plus von 14,7 Prozent und erreichten einen Marktanteil von 5,0 Prozent. Eine relevante Größe sind bei den Bussen auch die „anderen Antriebsarten“ (Brennstoffzelle, Gasantrieb, E85). Diese Gruppe stellte im ersten Halbjahr europaweit 5,4 Prozent der Bus-Zulassungen.

Trotz der steigenden Zulassungszahlen elektrisch aufladbarer Fahrzeuge bleibt deren Verbreitung laut Acea hinter dem erforderlichen Tempo zurück. Als Einschränkung nennt der Verband unzureichende Rahmenbedingungen, insbesondere bei schwereren Fahrzeugen.

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