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Ford: Gewinn schrumpft weniger drastisch als befürchtet

| Autor / Redakteur: dpa / Yvonne Simon

Der US-Autobauer hat im ersten Quartal besser abgeschnitten als erwartet. Die Aktie kletterte um neun Prozent – obwohl Ford kurz nach Vorlage des Ergebnisses eine strafrechtliche Untersuchung des Justizministeriums wegen möglicher Gesetzesverstöße bei Abgastests eingeräumt hat.

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(Bild: Ford)

Der zweitgrößte US-Autobauer Ford hat zu Jahresbeginn trotz anhaltender Probleme besser als erwartet abgeschnitten. Im ersten Quartal sank der Gewinn zwar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um über ein Drittel auf 1,15 Milliarden Dollar (1,03 Mrd Euro), wie Ford am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Der starke Rückgang war jedoch vor allem einmaligen Sonderkosten geschuldet, zudem war am Markt mit einem noch schwächeren Ergebnis gerechnet worden. Die Aktie legte nachbörslich um neun Prozent zu.

Fords Umsatz sank um rund vier Prozent auf 40,3 Milliarden Dollar. Finanzchef Bob Shanks zeigte sich dennoch zufrieden und versprach den Aktionären, dass der Konzern auf Kurs sei, 2019 bessere Ergebnisse zu liefern als im Vorjahr. Dank gefragter SUVs und Pick-ups läuft es für Ford zwar im US-Heimatmarkt rund, ansonsten sieht es aber mau aus. Immerhin: Das im vierten Quartal 2018 noch defizitäre Europageschäft schaffte diesmal ein operatives Plus von 57 Millionen Dollar.

Vorstandschef Jim Hackett sieht bereits Fortschritte beim tiefgreifenden Konzernumbau und radikalen Sparprogramm, das er Ford verordnet hat. Weltweit werde „rastlos“ daran gearbeitet, die „operative Fitness“ des Konzerns zu erhöhen. Im Rahmen seiner Offensive zur Neuaufstellung und Kostensenkung hat Hackett auch schon angekündigt, zahlreiche Jobs in Europa zu streichen, wo sich das Unternehmen – wie auch in China und Südamerika – schwer tut.

Partnerschaft mit E-Autobauer Rivian

Um den Konzern für den Branchenwandel fit zu machen, will Hackett in großem Stil Ressourcen und Investitionen von schwächelnden Geschäftsbereichen wie kleineren Pkw in die lukrative SUV- und Pick-up-Produktion umschichten. Zudem ist geplant, viel Geld in Zukunftstechnologien wie Roboterautos und Elektroantriebe zu stecken. Am Vortag erst hatte Ford mitgeteilt, sich mit 500 Millionen Dollar am Tesla-Rivalen Rivian zu beteiligen, um gemeinsam E-Autos zu bauen. Zur geplanten Partnerschaft mit VW gab es indes nichts Neues.

Justiz-Ermittlungen wegen Abgastests eingeräumt

Währenddessen hat Ford eine strafrechtliche Untersuchung des Justizministeriums wegen möglicher Gesetzesverstöße bei Abgastests eingeräumt. In einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht vom Freitag sicherte das Unternehmen seine Kooperation bei den Ermittlungen der Regierungsbehörden zu. Das Verfahren sei noch in einem frühen Stadium und der Ausgang nicht vorherzusagen. Es gehe bei der Untersuchung nicht um „Defeat Devices“ – Abschalteinrichtungen zur Manipulation von Abgastests, wie sie etwa Volkswagen im „Dieselgate“-Skandal eingesetzt hatte.

Ford hatte bereits im Februar bekanntgegeben, eine eigene Ermittlung in der Angelegenheit gestartet zu haben. Nachdem Mitarbeiter intern Bedenken geäußert hätten, seien externe Experten hinzugezogen und die US-Behörden informiert worden, hieß es damals. Es gehe unter anderem darum, ob der Fahrwiderstand auf Straßen in den Tests zu niedrig angesetzt wurde und somit die Angaben zum Kraftstoffverbrauch verfälscht seien. Anleger nahmen die Mitteilung vom Freitag gelassen auf, angetrieben vom am Vorabend veröffentlichten Quartalsbericht notierte die Aktie vorbörslich weiter kräftig im Plus.

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