Ford Kuga: Mit dem Zweiten fährt man besser

Autor / Redakteur: sp-x / Gerd Steiler

Als 2008 die erste Generation des Ford Kuga in den Handel kam, waren die Kölner arg hintendran. Ab März machen sie ihren Rückstand wett. In manchen Bereichen fahren sie künftig sogar ganz vorne weg.

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Der neue Ford Kuga kostet mindestens 24.000 Euro.
Der neue Ford Kuga kostet mindestens 24.000 Euro.
(Foto: Ford)

Ford nimmt einen neuen Anlauf auf der Buckelpiste. Nachdem die Kölner dem Branchenprimus VW Tiguan mit ihrem Kuga bis dato kaum das Wasser reichen konnten, schicken sie im März die zweite Generation des kompakten Allradlers ins Rennen und ändern dafür nicht nur Design, Technik und Ausstattung. Vor allem polieren sie die Preise: Rund 1.000 Euro günstiger als bisher, startet der Kuga künftig bei exakt 24.000 Euro und liegt damit knapp unter dem Bestseller aus Wolfsburg.

Darüber hinaus setzt Ford beim Generationswechsel vor allem auf sportliche Qualitäten. „Seit der ersten Generation des Focus ist das über alle Modellreihen hinweg eine unserer großen Stärken“, sagt Projektleiter Michael Nentwig und die erste Ausfahrt durch die französischen Seealpen gibt ihm recht: Knackig und leichtfüßig schneidet der Kuga durch die Kurven und macht so die Landstraße zur Lustmeile.

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Neuer Allradantrieb

Das liegt vor allem am neuen Allradantrieb, den Nentwig nicht allein auf maximale Traktion ausgelegt hat. Weil ohnehin kaum ein Kunde mit seinem Kuga je über Stock und Stein kraxeln wird, hat sich Ford solche Nebensächlichkeiten wie Sperrdifferentiale und Geländeuntersetzungen gespart. Statt dessen gibt es eine variable Kraftverteilung und ein sogenanntes Torque-Vectoring-System, mit dem das Drehmoment nicht nur zwischen den Achsen, sondern auch zwischen den einzelnen Rädern so dosiert werden kann, dass sich der Kuga noch handlicher anfühlt. Und wer das nicht glaubt, dem empfiehlt der Ingenieur einen Blick auf das neue Display im Bordcomputer, das die Kraftverteilung illustriert und mit der Anzeige kaum hinterherkommt – so schnell ist das System.

Bis man dieses Display allerdings gefunden hat, braucht es seine Zeit. Denn während die Designer den Kuga außen durch ein paar geschickte Retuschen wirklich schmuck gemacht haben, sind sie innen übers Ziel hinausgeschossen. Im Bemühen, das SUV so sportlich und modern wie möglich erscheinen zu lassen, haben sie das Cockpit und die Mittelkonsole nicht nur unnötig eng um den Fahrer herum geschlungen. Sie haben Lenkrad, Konsolen und Bedienhebel auch derart mit Schaltern, Tastern und Funktionen überfrachtet, dass man schnell die Orientierung verliert.

Geballte Fahrerassistenz

Zwar hätte man das eine oder andere vielleicht mit einem zentralen Dreh-Drücksteller entschärfen können, wie man ihn von Audi oder BMW kennt. Und wenn der Bildschirm für das Navi nicht viel zu klein und zu weit entfernt wäre, würde womöglich auch ein Touchscreen im Stil von VW oder Toyota helfen. Doch unter den gegebenen Umständen waren den Designern offenbar alle Hände gebunden. Denn irgendwie mussten sie ja die vielen Assistenz- und Komfortsysteme unterbringen, die den Kuga für Nentwig vom Sport zum Smart Utility Vehicle machen. „Kein anderes Auto in unserer Modellpalette hat derart viel Elektronik an Bord“, sagt der Ingenieur mit Blick auf Abstandskontrolle, Auffahrwarner, Spurführungs- und Spurwechselassistent sowie die Verkehrszeichenerkennung, den Müdigkeitswarner und den Fernlichtassistent.

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