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Forster: Jaguar/Land-Rover-Palette erweitern

| Autor / Redakteur: Stefan Grundhoff / Julia Mauritz

Das Portfolio der beiden britischen Traditionsmarken soll deutlich aufgestockt werden. Tata-Chef Carl-Peter Forster will kleinere Jaguar-Modelle in Form einer Limousine und eines Roadsters bringen.

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Tata-Chef Carl-Peter Forster will die Position der beiden britischen Traditionsmarken im Markt deutlich ausbauen
Tata-Chef Carl-Peter Forster will die Position der beiden britischen Traditionsmarken im Markt deutlich ausbauen
( Archiv: Vogel Business Media )

Nachdem Carl-Peter Forster das Ruder bei Tata Motors übernommen hat, geht ein Ruck durch den indisch-britischen Autohersteller. „Die Marke Jaguar hat sich in den letzten Jahrzehnten nicht wirklich nach vorne entwickelt“, blickt der Tata-Chef in die Zukunft, „das muss sich dringend ändern.“

Tata Motors, unter anderem Inhaber der britischen Marken Jaguar / Land Rover, will im Konzert der deutschen Premiumhersteller weltweit eine größere Rolle spielen. Der jüngst vorgestellte Jaguar XJ, Konkurrent für 7er BMW, Audi A8 oder Mercedes S-Klasse, soll dabei erst der Anfang sein.

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„Wir arbeiten aktuell an kleineren Motoren für Jaguar“, erläutert Forster, „so wird es einen Dreiliter-Kompressor geben. Zudem folgen Vierzylinder als Benziner und Diesel mit Turboaufladung. Es wird aber noch etwas dauern, bis die kommen.“

Der Dreiliter-V6 für Jaguar XF, XK und XJ dürfte im nächsten Jahr vorgestellt werden; die Vierzylinder auf Ford-Basis folgen dann frühestens 2012.

Jaguar-Sportwagen soll gegen Audi TT konkurrieren

Auch modellseitig soll sich bei Jaguar einiges tun. Mittelfristig soll sich die Modellpalette verdoppeln. Carl-Peter Forster: „Wir sind an kleineren Modellen dran; auch einem Sportwagen. Doch in erster Linie erwartet der Kunde große Fahrzeuge von uns. Wir haben im Gegensatz zu anderen Premiumherstellern den Vorteil, dass wir nicht allen gefallen müssen.“

Doch ein paar mehr als in den letzten Jahren sollen es in jedem Fall werden. Möglich auch durch Allradversionen, die bei den Jaguar-Modellen XK, XF und XJ bisher gefehlt haben.

Nachdem der auf der Plattform des alten Ford Mondeo basierende X-Type als Einstiegs-Jaguar ausgelaufen ist, sollen gerade in dieser Klasse Kunden mit einem neuen Modell gewonnen werden. Denkbar ist der als Limousine und Kombi. Auf dessen Bodengruppe dürfte jedoch auch ein seit Jahren geforderter kleiner Sportwagen stehen, der gegen Konkurrenten wie Audi TT oder Porsche Cayman antreten und den indischen Briten völlig neue Kundengruppen erschließen soll.

Land Rover Evoque weckt große Hoffnungen

Auch die Marken Land Rover und Range Rover sollen sich einem radikalen technologischen Wandel unterziehen. „Wir brauchen einen neuen Defender, sonst ist ab 2015 Schluss“, räumt Forster ein, „er darf nicht so aussehen wie der jetzige; muss aber seinen einzigartigen Charakter bewahren. Das wird hier in England eine nationale Aufgabe. Sonst brauchen wir gar nicht mehr einzureisen.“

Lächelnd verweist er darauf, dass das britische Königshaus im eigenen Fuhrpark 90 Prozent Jaguar, Land- und Range-Rover hat. „Wir wollen, dass das auch so bleibt.“ Der Defender soll seit Jahrzehnten aufgefrischt werden. Crashvorschriften sorgen dafür, dass spätestens 2015 Ende ist. In den USA darf der urwüchsige Defender schon seit längerem nicht mehr als Neuwagen verkauft werden.

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