Funktioniert die ASA-Livestream-Schnittstelle Ihres Prüfstands?

Aktuelle Untersuchung zeigt dringenden Handlungsbedarf

| Autor: Ottmar Holz

Asanetwork Livestream ist eine abgewandelte, vereinfachte Version der Asanetwork-Standardschnittstelle, die speziell der Bremsenprüfstandsrichtlinie angepasst wurde.
Asanetwork Livestream ist eine abgewandelte, vereinfachte Version der Asanetwork-Standardschnittstelle, die speziell der Bremsenprüfstandsrichtlinie angepasst wurde. (Bild: asanetwork GmbH)

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Bereits 2011 trat die aktuelle Bremsenprüfstandsrichtlinie in Kraft. In „nur“ 243 Tagen läuft die vom Gesetzgeber sicherlich zu großzügig bemessene Übergangsfrist endgültig aus. In Werkstätten ohne richtlinienkonformen Prüfstand darf dann keine HU mehr stattfinden. Um der Richtlinie zu entsprechen, muss der Prüfstand unter anderem über eine standardisierte Datenschnittstelle zur Übertragung von Messdaten an die Software des Prüfingenieurs verfügen. Doch auch wer bereits einen entsprechenden Prüfstand vorweisen kann, ist nicht unbedingt auf der sicheren Seite. Darauf weisen die Prüforganisationen und der ZDK in einer gemeinsamen Information für Prüfstützpunkte, Prüfplätze und anerkannte SP-Werkstätten hin.

Das Informationsschreiben ist nicht zuletzt das Resultat der letzten Sitzung des Arbeitskreises „Erfahrungsaustausch in der technischen Fahrzeugüberwachung nach §§ 19 Abs. 3 und 29 StVZO“ (AKE) am 26.2.2019. Nach wie vor sind einerseits bei weitem noch nicht alle Bremsenprüfstände mit der ASA-Schnittstelle ausgestattet. Darüber hinaus sollen erste Erfahrungen gezeigt haben, dass auch vorhandene ASA-Schnittstellen zum großen Teil nicht voll funktionsfähig sind.

Noch dieses Jahr prüfen

Daher hat der AKE die beigefügte gemeinsame Information der Fahrzeugüberwacher und des Kraftfahrzeuggewerbes verabschiedet. Diese Information wird auch von den Prüfingenieuren der Überwachungsorganisationen an die Prüfstützpunkte weitergegeben. Von besonderer Bedeutung sind die beiden letzten Absätze dieser gemeinsamen Information, in denen der AKE darauf hinweist, vorhandene ASA-Schnittstellen noch im Jahr 2019 auf ihre Funktionsfähigkeit hin zu überprüfen.

Diese Prüfung ist laut ZDK entgegen landläufiger Meinung kein zwingender Bestandteil der Stückprüfung oder der Kalibrierung. Auch ein mit dem ASA-Validator erfolgreich durchgeführter Test scheint kein Garant für das funktionierende Zusammenspiel mit der Produktivsoftware des Prüfingenieurs zu sein.

Damit ab dem 1.1.2020 bei der Verwendung der entsprechenden Bremsenprüfstände keine Probleme auftreten, empfehlen die Überwachungsorganisationen und der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) dringend, alle ASA-Livestream-Schnittstellen unverzüglich und noch im Jahr 2019 auf ihre Funktion zu prüfen beziehungsweise prüfen zu lassen

Praxistest entscheidet

Sofern dies im Rahmen der regelmäßigen Stückprüfung und Kalibrierung noch nicht erfolgt ist, kann der Betrieb die Prüfingenieure der Überwachungsorganisationen oder die Berater der Kfz-Innungen beziehungsweise Landesverbände ansprechen.

Aus den oben genannten Gründen sollte der Betrieb den oder die Prüfingenieure der bei ihm prüfenden Überwacher dazu auffordern, die Schnittstelle tatsächlich zu benutzen und bei einem entsprechenden Fahrzeug eine Bremsenprüfung nach der Referenzwertmethode durchzuführen. Dazu ist der Prüfer per Gesetz sowieso verpflichtet, wenn eine funktionierende Schnittstelle vorhanden ist. Viele Überwachungsorganisationen haben ihre Prüfingenieure bereits mit dem NPC-2016 von Cartesy, einem mobilen ASA-Livestream-Datenknoten für die Hauptuntersuchung (Netzwerkadapter) ausgestattet. Dieses Gerät spannt ein eigenes Netzwerk für den Prüfer auf und soll so das Scheitern der Datenverbindung wegen Netzwerkkonfigurationsproblemen verhindern.

Großer Handlungsbedarf

Über 90 Prozent der neunjährigen Übergangsfrist sind vergangen, trotzdem zeigt eine repräsentative Befragung deutscher Autohäuser und freier Werkstätten immer noch eklatanten Handlungsbedarf bei der Umsetzung der Richtlinie (siehe auch Bildergalerie). Nur wenig mehr als 50 Prozent der im Branchenindex BIX befragten 200 Betriebe besitzen nach eigenen Angaben einen richtlinienkonformen Bremsenprüfstand. Immerhin sind deutlich mehr als 80 Prozent der Betriebe, die bereits umgerüstet haben, davon überzeugt, dass die Schnittstelle ihres Prüfstands auch funktioniert. Unklar bleibt bei vielen, woher sie diese Sicherheit nehmen, denn fast die Hälfte der Betriebe gibt an, dass der HU-Prüfer die Schnittstelle nicht benutzt, obwohl sie vorhanden ist.

Falls im Einzelfall die Schnittstelle nicht funktioniert, obliegt es nach Aussagen des ZDK dem Prüfstandshersteller, diese entsprechend zu modifizieren und nachzubessern.

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