Neuwagenmarkt Hersteller und Privatkunden treiben die Zulassungen

Von Andreas Grimm 3 min Lesedauer

Die Neuzulassungen werden derzeit von widersprüchlichen Signalen geprägt. Auffällig sind einmal mehr die stark steigenden Eigenzulassungen der Hersteller und Importeure.

Der Neuwagenmarkt hat im April leicht zugelegt. Doch der Markt entwickelt sich sehr uneinheitlich.(Bild:  Grimm – VCG)
Der Neuwagenmarkt hat im April leicht zugelegt. Doch der Markt entwickelt sich sehr uneinheitlich.
(Bild: Grimm – VCG)

Der deutsche Pkw-Markt lebt derzeit durch die Privatkunden. Wie aus einer Analyse der Neuzulassungsdaten durch die Marktforschung Dataforce hervorgeht, haben letztlich die privaten Käufer für das Absatzplus von 2,7 Prozent im April gesorgt. Der zweite große Vertriebskanal, die Firmen- und Flottenkunden, ordern dagegen weiterhin weniger Neuwagen als im Vorjahr.

Den Zahlen zufolge legten die Privatzulassungen im April um 8,2 Prozent zu. In absoluten Zahlen sind das 6.700 Einheiten mehr als im Vorjahresmonat. Der Gesamtmarkt legte nur um gut 6.400 Einheiten zu.

Der wichtigste Grund, warum sich die privaten Käufer derzeit in Konsumlaune zeigen, ist aus Sicht von Dataforce der Umstieg auf Elektromobilität. Die Anzahl privater E-Neuzulassungen sei im April um 85 Prozent gestiegen, heißt es in der Analyse. Knapp ein Drittel der privat Kaufenden (32,7 %) habe sich damit im April für ein BEV entschieden. „Damit liegt der Privatmarkt beim Elektroanteil bereits wieder vor dem Flottenmarkt (31,5 %).“

Eine Triebfeder für den Elektroboom und damit die guten Privatmarktzahlen sehen die Dataforce-Analysten in der E-Auto-Förderung. Denn grundsätzlich bremse die schwache Konjunktur und die erhöhte wirtschaftliche Unsicherheit den Privatmarkt. Gleichzeitig sei in diesem Kundenkreis durch die verhaltene Kauftätigkeit der letzten Jahre „ein erheblicher Nachholbedarf“ entstanden, der durch die E-Prämie nun angeregt werde.

Die schlechten Wirtschaftsdaten lassen dagegen die Gewerbekunden weiterhin vorsichtig agieren. Dieser Kundenkreis ließ entsprechend 3,6 Prozent weniger Autos zu als im Vorjahresmonat. Auch die Vermieter zeigten sich im April mit einem Zulassungsplus von 1,8 Prozent eher zurückhaltend. Der Ersatzbedarf ist aus Sicht von Dataforce schon in den ersten Monaten des Jahres gedeckt worden.

Uneinheitlich ist die Lage der taktischen Zulassungen. Die Eigenzulassungen werden, wie schon in den Vormonaten, vor allem durch die Hersteller und Importeure getrieben. Sie weiteten in Summe die Zulassungen um 18 Prozent auf knapp 26.400 Einheiten aus. Das ist gar nicht mehr so weit entfernt von den 35.200 Einheiten, die die Händler auf die Straßen brachten – 6 Prozent weniger als im Vergleichsmonat des Vorjahres.

Transportermarkt unter Druck

Deutlich sichtbar wird die schwache Wirtschaftsentwicklung im Transportermarkt. Unter diesem Begriff beleuchtet Dataforce die Zulassungszahlen der leichten Nutzfahrzeuge und Utilities. Deren Erstzulassungen sanken im April um 6,2 Prozent auf 42.200 Einheiten. Anders als im Gesamtmarkt waren insbesondere die Privatzulassungen unter Druck (-12,9 %). Aber auch die gewerblichen Zulassungen waren deutlich rückläufig (-6,6 %). Die Hersteller weiteten ihre Eigenzulassungen stark aus (+16,5 %), während die Händler auch in diesem Geschäftsfeld Zurückhaltung zeigten (-2 %).

Gleichzeitig zeigt sich auch im Transportermarkt der Wandel zur Elektromobilität. Das Elektrovolumen ist im April rapide gewachsen (+62 %), erreicht aber trotzdem erst 11 Prozent Marktanteil. „Momentan zögern viele potenzielle Kunden noch mit dem Umstieg und schaffen erst einmal gar kein neues Fahrzeug an“, folgert Dataforce.

Der Transportermarkt zeichnet sich immer noch durch hohe Laufleistungen aus, weshalb Dieselfahrzeuge noch immer mit knapp 80 Prozent den größten Anteil haben. Die Anschaffungen von Diesel- (-14 %) und Benzinfahrzeugen (-13 %) sind trotzdem deutlich rückläufig.

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