Gefahren: Maserati Ghibli – jetzt mit kleinen Helfern

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Die viertürige Sportlimousine ist der in Deutschland meistverkaufte Maserati. Jetzt hat der Ghibli eine Auffrischung erhalten, die sich vor allem dem Innenraum widmet – und den lange vermissten Assistenzsystemen.

Der überarbeitete Ghibli ist erstmals in Paris zu sehen.
Der überarbeitete Ghibli ist erstmals in Paris zu sehen.
(Bild: Maserati)

Es gibt viele sicher gut bezahlte Berufe rund ums Auto. Wie den des Sounddesigners zum Beispiel. Menschen, die mit feinen Ohren und einer Fülle von Messinstrumenten eine Akustik basteln, die dann den Innenraum beschallt. Dabei geht es nicht um Musik, sondern um Illusion. Mit Hilfe eines speziellen Abgassystems werden Laute erzeugt, die den Insassen einen Sound vortäuschen, den es eigentlich nicht geben dürfte.

Erlebbar ist das Töne-Puzzle ausgesprochen gut auf dem Fahrersitz des neuen Maserati Ghibli, dessen an sich recht sanfter 3-Liter-Diesel beim Druck auf die Sporttaste wie ein kerniger Achtzylinder–Benziner anmutet. Auf den ersten Testfahrten bestand die Neuauflage des Ghibli den „Tunnelwand-Test“ mit Bravour. Denn nirgendwo kann man dem virtuellen Konzert so nachhaltig lauschen wie beim Gasgeben in den Gesteinsröhren oberhalb von Monaco.

Maserati Ghibli: Jetzt mit kleinen Helfern
Bildergalerie mit 10 Bildern

So also kann ein sportlicher Diesel klingen. Maserati und Diesel? Was Jahrzehnte lang undenkbar schien, wurde mit dem Ghibli zur Realität. Eine Sportwagen-Ikone schickt ihre Fans an die Dieselsäule, inzwischen auch beim großen Quattroporte und beim neuen SUV namens Levante. Gut 75 Prozent der Ghibli-Käufer nahmen das Angebot dankend an.

Insgesamt hatten rund zwei Drittel aller bei uns verkauften Maserati-Modelle den Schriftzug Ghibli am Heck. Diese Vormachtstellung wird der Schönling jedoch verlieren, wenn im nächsten Jahr die zahllosen Bestellungen für das SUV Levante in echte Autos umgewandelt werden.

Trotzdem kümmern sich die Ingenieure weiter um den mit 4,91 Metern Länge kleinsten Maserati. Denn der hatte gegenüber seinen deutschen Rivalen wie die Mercedes E-Klasse oder der BMW 5er ein arges Defizit, musste bei der Frage nach all den modernen Assistenzsystemen passen. Chefingenieur Roberto Corradi räumt denn auch ein: „In diesem Bereich mussten wir massiv nachrüsten“. Mit einem ganzen Paket robbt sich der Italiener jetzt an die scheinbar übermächtigen Deutschen heran. Abstandsradar mit Stop-and-Go-Funktion, Notbrems- und Spurhalteassistent, Toter-Winkel-Warner, Einparkhilfe und 360-Grad-Kamera. Alles Feinheiten, die anderswo schon in der Kompaktklasse zu haben sind. Gut Ding, will eben in Italien Weile haben.

Neu ist auch der 8,4-Zoll-Touchscreenmonitor, der zur Kommandozentrale wurde. Mit ihm lassen sich neben der Navigation auch diverse Einstellungen per Fingerdruck erledigen. Zudem kann man ihn mit dem Smartphone verheiraten und auf Wunsch auch mit Apples Geisterstimme „Siri“ plaudern. Wer fettige Fingerabdrücke auf dem Glas des Monitors nicht leiden kann, nutzt jetzt das Einstellrädchen zwischen den Sitzen.

(ID:44281452)