Golf-7-Facelift: Er wird digital

Autor / Redakteur: sp-x / Jens Rehberg

Volkswagen renoviert den Golf. Zwar bleibt außen (fast) alles beim Alten, doch im Cockpit startet Europas Bestseller bei der Digitalisierung durch. Erstmals gibt es virtuelle Instrumente und eine Gestensteuerung.

Voll-LED-Scheinwerfer lösen beim überarbeiteten Golf die Xenonlichter ab.
Voll-LED-Scheinwerfer lösen beim überarbeiteten Golf die Xenonlichter ab.
(Bild: VW)

Er ist und bleibt trotz hoher Preise – ab 17.850 Euro – nicht nur das Lieblingsauto der Deutschen, er ist auch nach wie vor das wichtigste Produkt des Volkswagen-Konzerns: der Golf. Vergangenes Jahr wurden allein in Deutschland 236.000 von ihm neu zugelassen, fast viermal mehr als vom Opel Astra oder siebenmal mehr als vom Ford Focus.

Das klingt nach wie vor eindrucksvoll – im Vergleich zum Vorjahr jedoch ist das Volumen um rund 13 Prozent zurückgegangen. Das hängt zum einen mit dem fortgeschrittenen Alter des Golf zusammen. Er kam im November 2012 in siebter Generation auf den Markt. Zum anderen aber sicher auch mit der hausgemachten Affäre um den Dieselantrieb. Ohne Absatzeinbußen kommt man aus solch einer Nummer selten heraus.

Daher galt es für die Wolfsburger Autobauer, ihren Bestseller im Rahmen eines Facelifts so modern wie möglich zu gestalten, um im Segment die Pole Position wieder ausbauen zu können. Die Konkurrenz ist groß. Ein dutzend Hersteller tummelt sich mittlerweile in der Kompaktklasse, und jeder möchte ein möglichst dickes Stück vom Kuchen abhaben. Volkswagen spricht bei der Modellüberarbeitung intern von einer „Produktaufwertung“. Ans Blech ging man dem Golf dabei nicht – so sparte man sich neue, millionenteure Presswerkzeuge. Zudem soll der Golf 8 ja bereits 2019 erscheinen.

Also bleibt es wie üblich bei den Erneuerungen der Anbauteile. Hierzu zählen in aller Regel die Stoßfänger, der Grill und die Scheinwerfer. Letztere erhielten eine neue Lichtsignatur. Die Tagfahrlichter wirken optisch wie eine Verlängerung der Chromleiste im Kühlergrill. Neu sind Voll-LED-Scheinwerfer. Sie lösen die Xenonlichter ab, sind aber erst in den höheren Ausstattungslinien serienmäßig. Dafür haben alle Varianten ab Werk jetzt LED-Rückleuchten.

Veränderung vor allem im Innenraum

Spätestens nach dem Reinsetzen merkt der Golf-Fahrer: Hier hat sich was geändert. Zwar behielt das obere Armaturenbrett seine Form, doch ein riesiges Display (9,2 statt 8,0 Zoll) und eine Schalterleiste unter Glas weisen unmissverständlich den Weg in die digitale Neuzeit. Vorgestellt hatte VW den großen Bildschirm bereits vor über einem Jahr auf der Consumer Elektronik Messe CES in Las Vegas. Jetzt kommt der Kunde in den Genuss der neuen Technik, vorausgesetzt er bestellt die Topversion des Infotainment-Systems, genannt Discover Pro (2.385 Euro). Integriert ist dann unter anderem eine Gestensteuerung.

„Wir sind damit die ersten im Kompaktsegment“, ist Elektronik-Ingenieur Kai Höbrink stolz. Bislang reagieren nur der Siebener- und Fünfer-BMW auf Handbewegungen. Allerdings ist die Bedienvielfalt beim Golf sehr eingeschränkt. Lediglich die Auswahl der Musiktitel oder des Radiosenders kann per Geste gesteuert werden.

Neben „Discover Pro“ ersetzt Volkswagen auch die anderen Infotainment-Systeme des Golf. Denn zum Einsatz kommt die neueste Generation des MIB, des Modularen Infotainmentbaukastens. Basis ist jetzt ein 6,5-Zoll-Display (zuvor 5 Zoll). Die früheren 6,5-Zoll-Systeme werden durch 8 Zoll große Bildschirme ersetzt, deren Pixelauflösung wesentlich höher ist als vorher.

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