Innungsforum setzt betriebliche Impulse

Autor / Redakteur: Christoph Baeuchle / Christoph Baeuchle

Zum 25. Mal hat die Kfz-Innung Region Stuttgart zum das Herbstforum eingeladen. Unter den Besuchern war Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle, der sich „wunschlos glücklich“ zeigte.

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Joachim Möhrle, Handwerkskammerpräsident Baden-Württemberg, war Gast beim 25. Herbstforum der Kfz-Innung Region Stuttgart.
Joachim Möhrle, Handwerkskammerpräsident Baden-Württemberg, war Gast beim 25. Herbstforum der Kfz-Innung Region Stuttgart.
(Foto: Baeuchle)

Besser geht nicht: „Wir sind in diesem Jahr wunschlos glücklich“, sagte Joachim Möhrle, Präsident der Handwerkskammer Baden-Württemberg, beim 25. Herbstforum der Kfz-Innung Stuttgart. Die Handwerksbetriebe im Ländle hätten eine hervorragende Auslastung.

Damit das auch so bleibt, fielen Möhrle doch noch einige Wünsche an die Politik ein, sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene: Neben einer Absage an höhere Steuern forderte der Präsident vor allem ein Umdenken bei der Energiewende. „Wir laufen Gefahr, dass wir in Deutschland Arbeitsplätze durch die Energiewende verlieren.“ Vor allem den unkontrollierten Ausbau regenerativer Energien und den Alleingang Deutschlands ohne seine europäischen Partner kritisierte der Handwerkspräsident.

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Zwar stellt sich die Situation im Kfz-Gewerbe nicht ganz so gut dar wie in anderen Gewerken, doch Möhrle zeigt sich für die Zukunft der Branche optimistisch. „Ich habe jüngst meinem Neffen dazu geraten, mein Nachfolger zu werden“, sagte Möhrle, der in Freudenstadt einen Mehrmarkenbetrieb mit mehr als 40 Angestellten hat. Er forderte die Unternehmer auf, mit Augenmaß zu investieren und sich auf ihre Stärken zu konzentrieren.

Nicht jeder Betrieb findet die Nachwuchskräfte so leicht in der eigenen Familie. Die Situation in der Stuttgarter Region hat sich weiter verschärft. Grundsätzlich zeigt sich die Branche offen für Jugendliche aus allen Schulen. „Wir müssen stärker bei Real-, Werkreal- und Hauptschulen nach qualifizierten Jugendlichen suchen“, sagte Frank Schnierle, Kreisvorsitzender Esslingen in der Kfz-Innung Region Stuttgart.

Fehlt es den jungen Menschen noch an einer entsprechenden Qualifizierung, unterstützen die Innungen ihre Mitglieder. „Gemeinsam mit unserem Bildungspartner organisieren sie Nachhilfemöglichkeiten“, betonte Torsten Treiber. Der Obermeister empfahl, die Jugendlichen nicht nur nach den Schulnoten zu beurteilen, sondern ihnen die Möglichkeit zu einem Praktikum zu geben. „Hier erhalten die jungen Menschen einen Eindruck vom Betrieb und der Betrieb von dem jungen Menschen.“ Sowohl für die Vermittlung von Praktika als auch von Ausbildungsplätzen hat die Innung für die Kfz-Betriebe ein entsprechendes Online-Angebot geschaffen.

Neudefinition des Verhältnisses zum Hersteller

Zudem empfahl Treiber den anwesenden Autohändlern, den Herstellern selbstbewusst gegenüberzutreten und ihre eigenen Interessen zu verfolgen. Das einstige familiäre Verhältnis zwischen Hersteller und Händler habe heute ausgedient; „Es zählt nur noch das Geschäft, Kollateralschäden werden in Kauf genommen.“ Die Händler sollten immer mit Blick auf den eigenen Erfolg planen und entscheiden.

Was dabei helfen kann, zeigte Motivator Stefan Frädrich. Entscheidend sei, den inneren Schweinehund, den er Günter nennt, zu überwinden. Dies funktioniert nur, indem man die „Komfortzone“ des routinierten Alltags verlässt und immer wieder ein Risiko eingeht. „Wenn man etwas Neues macht, das man als sinnvoll empfindet, sorgt der Sinn für Spaß.“

Um der täglichen Routine zu entkommen und den inneren Schweinehund zu überwinden, empfahl der Motivationsexperte, sich täglich drei Fragen zu stellen:

  • Was mache ich heute ein bisschen besser als gestern?
  • Was kann ich besonders gut?
  • In welche Richtung bewege ich mich wirklich?

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