Automechanika 2026 Kfz-Betriebe heute und morgen

Von Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow 3 min Lesedauer

Von Ausbildung bis zur Zertifizierung: In Halle 9 präsentieren Zentralverband und Bundesinnungsverband gemeinsam die Themen ihrer Mitglieder. Es gibt viele Live-Vorführungen und Raum für Gespräche.

Der gemeinsame Stand des Kfz-Gewerbes bietet acht Garagen mit jeweils eigenen Themen. (Bild:  2026 COX GmbH)
Der gemeinsame Stand des Kfz-Gewerbes bietet acht Garagen mit jeweils eigenen Themen.
(Bild: 2026 COX GmbH)

Auf der Automechanika 2026 in Frankfurt treten der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) und der Bundesinnungsverband des Kfz-Handwerks (BIV-Kfz), vormals ZVK, gemeinsam auf. Auf einem rund 700 Quadratmeter großen Stand in Halle 9 präsentieren die Verbände die zentralen Themen der Branche und üben unter dem Leitgedanken „Zwei Verbände. Ein Ziel.“ den Schulterschluss.

Im Mittelpunkt stehen Themen, die bereits heute den Werkstattalltag prägen oder in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen werden – sowohl technologische Neuerungen als auch wirtschaftliche Chancen für die Betriebe. Es geht um die Transformation der Mobilität, den Fachkräftemangel und steigende regulatorische Anforderungen. Eingebunden ist wieder die TAK, die in den Bereichen Elektromobilität, Hochvolttechnik und Klimaservice ihre Fachexpertise einbringt.

Garagen mit Live-Vorführungen

An acht garagenähnlich aufgebauten Stationen können Besucher überwiegend live Fachvorträge oder Vorführungen erleben. Gezeigt wird beispielsweise, wie eine Fachwerkstatt die Klimaanlage eines Fahrzeugs mit spezialisierten Anwendungen und Desinfektionsprodukten professionell reinigt und desinfiziert.

Eine andere Garage stellt den autorisierten Zugang zu sicherheits- und diebstahlrelevanten Fahrzeugdaten über das SERMI-Verfahren vor. Demonstriert wird, wie die SERMA GmbH als akkreditierte Konformitätsbewertungsstelle Kfz-Betriebe durch den Autorisierungsprozess begleitet – von der digitalen Antragstellung über das SERMA-Portal bis zur Freigabe mittels elektronischem SERMI-Zertifikat.

Eine Thema-Garage gibt es auch zur Fahrzeugkalibrierung, bei der die Fahrerassistenzsysteme (ADAS) wie Spurhalteassistent, Notbremsassistent oder Abstandsregeltempomat im Fokus stehen. Besucher erleben, wie Kameras, Radarsensoren und weitere Komponenten mit moderner Diagnose- und Kalibriertechnik geprüft und exakt eingestellt werden – auf Grundlage anerkannter Richtlinien und Herstellervorgaben.

Bei der E-Mobilität & Hochvolt-Garage wird am Beispiel eines Volkswagen ID.3 mit höherer Laufleistung gezeigt, wie der State of Health (SOH) der Hochvoltbatterie mithilfe moderner AUTEL-Diagnosetechnik ermittelt wird. Das Ergebnis fließt anschließend in die DAT-Fahrzeugbewertung ein und veranschaulicht, wie Batteriezustand und Fahrzeugwert bei Elektrofahrzeugen zusammenhängen.

Reparatur, AÜK und Serma

Unter dem Titel „Reparieren statt Tauschen“ wird zudem ein neues CBR-Karosserie-Reparatursystem für die Instandsetzung von Stahl- und Aluminium-Bauteilen vorgestellt. Besonderes Merkmal ist eine digital programmierbare Stromquelle, die auch bei dünneren Blechen prozesssicher und ohne Einbrand funktioniert. Nicht fehlen wird die Station AÜK, die über Abgasuntersuchungen und Sicherheitsprüfungen informiert, sowie die Kfz-eigene AÜK.

Die historische Ecke zeigt schließlich „50 Jahre Kfz-Werkstatt im Wandel“: von der mechanikgeprägten Werkstatt der 1970er- und 1980er-Jahre über den Einzug erster Steuergeräte und elektronischer Diagnose in den 1990er-Jahren bis hin zu vernetzten Systemen in den 2000er-Jahren und der heutigen Verschmelzung von IT, Elektronik und klassischem Handwerk im Zeitalter von Digitalisierung, Elektromobilität und Fahrerassistenzsystemen.

Berufsbildung in der Galleria

Ergänzend zum Hauptstand präsentiert sich das Kfz-Gewerbe in der Galleria mit einem Ausbildungsstand, den es gemeinsam mit dem Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugbautechnik (ZKF) und der Bundesfachgruppe Fahrzeuglackierer (BFL) betreibt. Schüler können dort ein Falt-Auto aus Metall bauen und dabei verschiedene Berufsfelder des Kfz-Handwerks kennenlernen – von Karosserie und Lackierung bis zu Fahrwerk und Elektroantrieb. Erwartet werden auch in diesem Jahr über 4.000 Schüler.

Neben den einzelnen Themen lädt der Stand zu Begegnungen ein, die zum Netzwerken und Austauschen animieren. Deshalb gibt es wieder einen „Branchentalk“ mit kleinen Diskussionsrunden und Impulsvorträgen. Mitglieder treffen dort neben dem ZDK und dem BIV auch Mitaussteller an, die sich an den Themenstationen befinden. Der Besuch lohnt sich in jeder Hinsicht. 

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