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Kfz-Meister wird neu aufgestellt

Autor: Christoph Baeuchle

Nach rund zwei Jahrzehnten haben Kfz-Gewerbe und Bildungspolitik die Kfz-Meisterverordnung überarbeitet. Die neuen Regelungen orientieren sich wesentlich stärker am Arbeitsalltag und den betrieblichen Geschäftsprozessen.

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Eine neue Meisterverordnung soll den Weg zum höchsten Abschluss im Kfz-Gewerbe regeln.
Eine neue Meisterverordnung soll den Weg zum höchsten Abschluss im Kfz-Gewerbe regeln.
(Bild: Baeuchle/»kfz-betrieb«)

Das Kfz-Handwerk und die Bildungspolitik stellen die Meisterverordnung auf neue Füße. Voraussichtlich ab Sommer 2020 gelten neue Regeln, um den im Handwerk höchsten Abschluss zu erreichen. „Die technische Entwicklung in der Automobilbranche schreitet so schnell voran, dass es höchste Zeit war, die zwei Jahrzehnte alten Vorgaben zu modernisieren“, betont ZDK-Referent Joachim Syha, der an der Umsetzung der neuen Inhalte federführend mitwirkte.

Grundsätzlich orientieren sich die neuen Regelungen wesentlich stärker am Arbeitsalltag und den betrieblichen Geschäftsprozessen. Der Kundenauftrag ist die Basis. Folgende Vorgaben finden sich künftig verstärkt in der Meisterprüfung wider:

  • Einführung eines Meisterprüfungsprojekts: Der angehende Meister muss künftig in Teil 1 seiner Prüfung einen Kundenauftrag abwickeln, der quasi aus dem Betriebsalltag abgegriffen ist.
  • Abbildung einer Beratungssituation: Zusätzlich soll das im Prüfungsteil 1 etablierte Fachgespräch um eine alltägliche Beratungssituation erweitert werden. Ziel ist es, nicht nur fachliches Wissen abzufragen, sondern dieses auch potenziellen Kunden verständlich zu vermitteln.
  • Überarbeitete Situationsaufgabe: Die im Meisterprüfungsprojekt vernachlässigten Aspekte kommen hier zur Sprache und werden intensiver geprüft. Dadurch sollen tiefgreifende Tätigkeiten sichergestellt werden.
  • Fachtheoretische Kenntnisabfrage in Teil 2: In der schriftlichen Prüfung liegt der Fokus auf der Handlungs- statt auf der Themenorientierung. Dazu gehören beispielsweise das Anbieten einer Lösung, das Erbringen einer Leistung und das Führen eines Kfz-Betriebs.

„Durch die neuen Regeln haben wir einen Paradigmenwechsel in der Prüfungswelt geschaffen“, resümiert Syha. Statt Themenorientierung steht nun Prozesswissen im Vordergrund. „Dadurch können Kfz-Betriebe, die neue Meister einstellen, mit einem guten praxisorientierten Wissen und Handeln ihrer Führungskräfte rechnen.“

Die neuen Vorgaben führen dazu, dass sich alle Beteiligten umorientieren müssen: Die Vorbereitungsstätten müssen die Abwicklung komplexer Arbeitsprozesse und Handlungen vermitteln, statt sich auf Themen zu konzentrieren. Die Prüfer können sich nicht mehr auf ein stupides Abfragen von Faktenwissen konzentrieren, sondern müssen die Zusammenhänge in Bezug auf den Kundenauftrag sehen.

Nun gilt es, die neuen Vorgaben umzusetzen. Dafür haben alle Beteiligten rund zwölf Monate Zeit. Um die Bildungsexperten vor Ort zu informieren und auf die neuen Voraussetzungen vorzubereiten, bieten ZDK und Landesverbände entsprechende Prüfer-Workshops an.

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