Kommentar: Wenig Zeit zum Ausruhen!

»kfz-betrieb«-Chefredakteur Wolfgang Michel zur Lage im Handel

| Autor: Wolfgang Michel

Wolfgang Michel, Chefredakteur des »kfz-betrieb«
Wolfgang Michel, Chefredakteur des »kfz-betrieb« (Bild: kfz-betrieb)

„Digitalisierung im Fokus“ – „Erfolgsfaktor Motivation“ – „Am besten persönlich“ – „Mobilität als Klammer“ – „Ausrichten für morgen“ – „Prozesse unter der Lupe“ – „Nachhaltig wachsen“ – „Der Zehnjahresplan“ – diese Schlagzeilen bringen die Aufgabenstellungen im Automobilhandel auf den Punkt. Zum Beine hochlegen bleibt selbst den größten Autohändlern Deutschlands wenig Zeit. Sie müssen vor allem weiter an den „digitalen Autohaustüren“ arbeiten, die idealerweise an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr geöffnet haben.

Schließlich sollte das Kfz-Gewerbe verhindern, dass Sigmar Gabriel in seinen Memoiren folgenden Satz schreiben kann: „Den Tod des Automobilhandels habe ich bereits 2016 vorausgesagt.“ Zur Erinnerung: Ende November hat der Bundeswirtschaftsminister den stationären Autohandel als Auslaufmodell bezeichnet. Er kritisierte in diesem Zusammenhang auch die Automobilhersteller mit den Worten: „Es gibt eine Menge junger Leute, die wollen in Zukunft Mobilität besitzen, die gehen auf eine Plattform im Internet. Google weiß über deren Mobilitätswünsche mehr als Volkswagen, Daimler und BMW zusammen.“

Will die Automobilbranche verhindern, dass diese Prognose sich bewahrheitet, sollte sie alles daran setzen, ihren stärksten Trumpf, den Kunden, nicht leichtfertig zu verlieren. Hersteller, Handel und Verbände müssen gemeinsam dafür sorgen, dass die Autohäuser für die Menschen aller Altersklassen in Sachen Auto Ansprechpartner Nummer eins bleiben. Denn mittlerweile geht es längst nicht mehr nur darum, die Zukunft einzelner Unternehmen zu sichern, es geht vielmehr um die Zukunftssicherung einer ganzen Branche.

Ob AVAG (Augsburg), Emil-Frey-Gruppe (Stuttgart), Gottfried Schultz (Ratingen), Feser & Graf (Nürnberg) oder Wellergruppe (Berlin) – die größten Player des deutschen Kfz-Gewerbes sind in den vergangenen zehn Jahren stetig gewachsen. Um die Herausforderungen der Zukunft meistern zu können, werden die großen Autohändler Deutschlands auch in den kommenden Jahren ihren Marktanteil und die Verkaufszahlen im Neu- und Gebrauchtwagengeschäft weiter steigern. Für weiteres Wachstum gilt es aber nicht nur, in den stationären Handel zu investieren. Mindestens genauso wichtig ist es, die Dienstleistungskompetenz sowie die digitale Präsenz zu verbessern. Schließlich haben diese beiden Faktoren künftig einen noch größeren Einfluss auf den Unternehmenserfolg.

Und wie schon in der Vergangenheit gibt es diese Zukunftssicherung für niemanden zum Nulltarif. Schließlich sagte bereits Henry Ford, der Gründer der Ford Motor Company, im Jahr 1903: „Wenn Sie einen Dollar in Ihr Unternehmen stecken wollen, so müssen Sie einen weiteren bereithalten, um das bekannt zu machen.“

Sonderausgabe porträtiert die großen Autohändler Deutschlands

Apropos bekannt machen: Bereits zum zehnten Mal präsentiert »kfz-betrieb« zum Jahresende die Erfolgsstrategien der großen Autohändler Deutschlands. Die Spezial-Ausgabe ist ein Branchennavigator für Vertrieb und Service im deutschen Automobilhandel und ein Who´s Who der großen Player für Neu- und Gebrauchtwagen sowie Nutzfahrzeuge. Die Redaktion zeigt auf, was die guten Autohändler erfolgreich macht, welche Unternehmen zu den Top-100 zählen, wie die Netzstrukturen der Hersteller und Importeure aufgebaut und welche Händler bei welchen Marken am erfolgreichsten sind.

Die »kfz-betrieb«-Schwerpunktausgabe 50/2016 „Die großen Autohändler Deutschlands“ können Sie online auf der Webseite zum Preis von 8,30 Euro bestellen.

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