Energiekrise Kretschmann wirbt für zweijähriges Tempolimit

Quelle: dpa

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Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat sich angesichts der drohenden Energiekrise für ein zeitlich begrenztes Tempolimit ausgesprochen. Sein bayerischer Kollege Markus Söder hält davon dagegen nichts.

(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat angesichts der drohenden Energiekrise und der hohen Kosten für Sprit ein Tempolimit gefordert. „Das hätte unmittelbar Wirkungen, das ist sofort einsparend“, sagte der Grünen-Politiker am Donnerstag bei einer Diskussionsveranstaltung der „Süddeutschen Zeitung“ in München.

„Da mal über den Schatten zu springen, wenigstens für zwei Jahre, wäre mal eine Diskussion wert“, sagte er an die Adresse des Koalitionspartners FDP im Bund, der sich gegen ein Tempolimit sperrt. „Wir Grünen springen ja wirklich jede Woche über irgendwelche ideologische Schatten. Das kann ich bei anderen Parteien noch nicht so feststellen.“

Söder: „Tempolimit erzeugt keinen Strom“

Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) widersprach seinem grünen Kollegen bei der Veranstaltung: „Das Tempolimit erzeugt überhaupt keinen Strom.“ Das sei keine Lösung für die drohenden Risiken im kommenden Winter. Er sprach sich erneut für längere Laufzeiten der Atomkraftwerke aus, die eigentlich am Jahresende stillgelegt werden sollen. Angesichts der drohenden Gasknappheit wegen des Ukraine-Kriegs müssten alle Möglichkeiten genutzt werden gegenzusteuern. Kretschmann stellte sich aus Sicherheitsgründen gegen längere Laufzeiten: „Ich denke nicht mehr darüber nach.“

Das Umweltbundesamt (UBA) hatte vor drei Monaten verschiedene Maßnahmen vorgeschlagen, um deutlich sparsamer mit Energie umzugehen. Dazu gehörte auch, weniger und vor allem langsamer mit dem Auto zu fahren. Verringerten die Autofahrer die Geschwindigkeit auf Autobahnen auf maximal 100 Kilometer pro Stunde und auf 80 km/h auf Straßen außerorts, spare das rund 2,1 Milliarden Liter fossilen Kraftstoff ein. Das spare immerhin sofort rund 3,8 Prozent des im Verkehrssektor verbrauchten Kraftstoffs.

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