Alpine A110 Future Lautlos in die Zukunft

Von sp-x 3 min Lesedauer

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Kaum ein Auto fiel in Goodwood so wenig auf wie die graue Alpine A110 Future. Dabei zeigte der Prototyp, wie die Sportwagen-Ikone der Franzosen ins Elektrozeitalter startet.

Die nächste A110 wird zum ersten rein elektrischen Sportwagen der Marke.(Bild:  Alpine)
Die nächste A110 wird zum ersten rein elektrischen Sportwagen der Marke.
(Bild: Alpine)

Auf dem Festival of Speed in Goodwood feierte die neue Alpine A110 Future ihren ersten öffentlichen Auftritt. Oder zumindest ein sehr seriennaher Vorläufer. Denn viel mehr als die Proportionen wollte Alpine noch nicht zeigen. Die dunkelgraue Lackierung, einfache Leuchten und einige bewusst schlicht gehaltene Details deuten darauf hin, dass sich designmäßig beim Serienmodell noch einiges ändern kann. Aber entscheidend ist ohnehin, was unter der Karosserie steckt.

Dort beginnt für Alpine eine neue Ära. Die nächste A110 wird zum ersten rein elektrischen Sportwagen der Marke und gleichzeitig zum Debüt einer völlig neuen Plattform. Das aktuelle Schwestermodell A390, ein 4,60 Meter langes Crossover-Coupé, fährt zwar ebenfalls elektrisch. In Sachen Fahrdynamik, Gewicht und Konzept spielt die A110 aber in einer ganz anderen Liga.

Die nächste Generation baut auf der von Alpine entwickelten Performance Platform auf, die auch der mit Radnabenmotoren ausgestattete und 555 PS starke Renault 5 Turbo 3E nutzt. Diese Architektur ist konsequent für sportliche Fahrzeuge ausgelegt und soll künftig mehrere Alpine-Modelle tragen. Den Anfang macht jedoch ausgerechnet jenes Coupé, das für viele Fans als Herzstück der Marke gilt.

800-Volt-Technik im Kompaktformat

Die Plattform basiert auf einer 800-Volt-Technik. Sie ermöglicht höhere Ladeleistungen und damit kürzere Ladestopps. Die geringeren Stromstärken erlauben dünnere Kabel und eine leichtere Leistungselektronik. Bislang findet sich die 800-Volt-Technik überwiegend in deutlich größeren und teureren Elektroautos. Alpine bringt sie nun in ein kompaktes Sportcoupé.

Der Akku übernimmt dabei eine Schlüsselrolle. Alpine nutzt nahezu jeden freien Zentimeter im Fahrzeugboden oder unter den Sitzen für die Batteriemodule. Das drückt den Schwerpunkt konsequent nach unten und soll die Grundlage für jenes agile Fahrverhalten schaffen, das die heutige A110 auszeichnet.

Das macht die Aufgabe für die Entwickler nicht gerade einfacher. „Jeder kann einen 500 oder 600 PS starken Zweisitzer bauen. Aber das mit weniger als 1.500 Kilogramm und der richtigen Agilität zu schaffen, ist eine andere Geschichte“, sagt Markenchef Philippe Krief. Die Ingenieure peilen deshalb ein für ein Elektroauto außergewöhnlich niedriges Leergewicht von weniger als 1,5 Tonnen an. Möglich machen sollen das die neue Plattform, konsequenter Leichtbau und die kompakte Bauweise.

Klassische Sportwagen-Proportionen

Mindestens ebenso viel Wert legt man im Entwicklungszentrum in Dieppe aufs Fahrerlebnis. Neben dem niedrigen Schwerpunkt soll eine für Sportwagen typische Gewichtsverteilung von 40:60 die Agilität des Sportwagens ins Elektrozeitalter fortschreiben. Dazu trägt auch der kompakte Zuschnitt bei. Anders als viele elektrische Sportwagen bleibt die A110 ein flaches Zweisitzer-Coupé und wächst nicht zum Gran Turismo heran. Obwohl rund um den Zweisitzer noch andere Varianten wie Roadster oder sogar ein kompakter Viersitzer entstehen sollen.

Bis zum Autosalon in Paris im Oktober soll das fertige Modell stehen. Dass der Prototyp bereits weit entwickelt ist, zeigt er in Goodwood auf dem berühmten Hill Climb. Aber auch dort, zwischen einem Mercedes-AMG CLA und dem neuen BMW i3, wirkt das flache Coupé beinahe wie ein Fremdkörper, wenn es fast lautlos zwischen Heuballen und Steinmauern den 1,89 Kilometer langen Kurs hinaufjagt.

In ein paar Jahren könnte sich das aber auch ganz anders anhören. Denn trotz des ersten elektrischen Auftritts hält sich Alpine eine Hintertür offen. Die neue Performance-Plattform ist als Multienergie-Architektur ausgelegt und könnte auch einen Verbrennungsmotor aufnehmen. Nicht auszuschließen also, dass die A110 künftig auch mit einem Hybridmotor vorfährt.

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