Logistik Lidl beliefert Filiale mit autonom fahrenden Lkw

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Im Discounter-Geschäft muss die Ware schnell und günstig in den Filialen landen. Der Faktor Mensch ist da eine unsichere Komponente. Nun experimentiert Lidl mit der fahrerlosen Belieferung einer Filiale bei Kassel.

Pünktlich zur IAA Transportation startet der Discounter Lidl die Belieferung einer Filiale mit einem autonom fahrenden Fahrzeug.(Bild:  Lidl)
Pünktlich zur IAA Transportation startet der Discounter Lidl die Belieferung einer Filiale mit einem autonom fahrenden Fahrzeug.
(Bild: Lidl)

Pünktlich zur IAA Transportation startet der Discounter Lidl die Belieferung einer deutschen Filiale mit einem E-Lkw mit autonomer Fahrfunktion. Die Meldung ist symptomatisch für die Schwerpunkte der Nutzfahrzeugmesse, die noch bis zum Sonntag, 20. September, läuft. Elektrifizierung und Digitalisierung sowie autonomes Fahren sind Schwerpunktthemen, die sich bereits im Vorfeld herauskristallisiert haben.

Lidl nutzt nun nach eigenen Angaben einen kabinenlosen Elektro-Lkw des schwedischen Herstellers Einride. Nähere Angaben zu dem Modell machte der Discounter nicht. Es dürfte sich dabei aber um einen T-Pod handeln. Mit diesem Fahrzeug experimentiert Lidl in Schweden seit dem Jahr 2018 in der Güter-Disposition für die dortigen Filialen.

Dieses System wird nun auch in Deutschland erprobt. Im hessischen Edermünde bei Kassel ist der E-Lkw im Einsatz und transportiert Waren aus dem lokalen Verwaltungs- und Warenverteilzentrum direkt in eine nahegelegene Lidl-Filiale. Das Fahrzeug operiert auf SAE-Level 4 – natürlich auf Basis einer offiziellen Genehmigung des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA).

Der autonom fahrende E-Lkw mit 15 Europaletten-Stellplätzen übernimmt laut Lidl Transportvolumina im operativen Realbetrieb: Er fährt bis zu dreimal täglich, deckt die Trockensortiment-Belieferung auf dieser Route komplett ab und soll im viermonatigen Projektzeitraum über 3.000 Paletten bewegen. Mit dem Projekt experimentiert der Discounter mit einem Schlüsselproblem der Logistik: den fehlenden Fahrern. Untersucht wird zudem, wie hochkomplexe Lieferketten durch autonome Fahrten abgedeckt werden können.

Probelauf mit viel Vorerfahrung

Der Technologiepartner Einride hat bereits Erfahrung mit autonomen Lieferungen mit realen Volumina nach festen Zeitplänen für Kunden in den USA und Europa. Deutschland sei einer der Schlüsselmärkte für das Unternehmen, erklärt Roozbeh Charli, Chief Executive Officer von Einride. „Das deutsche Zulassungsverfahren gehört zu den strengsten der Welt. Dort diese Hürde zu nehmen, stellt die Weichen, um entschlossen zu skalieren.“

„Autonomes und emissionsfreies Fahren ist keine Zukunftsmusik mehr, sondern wird auf unseren Straßen Realität. Dass Lidl und Einride diesen Schritt jetzt gehen, unterstreicht die Innovationskraft moderner Logistik und die des Standortes Deutschland“, kommentiert Christian Hirte, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, das Projekt in einer Lidl-Pressemitteilung.

Über die Unternehmen

Die Logistik im Lebensmitteleinzelhandel stellt wegen der hohen Taktung und Volumina große Anforderungen an Unternehmen. Lidl unterhält in Deutschland mit 39 Verwaltungs- und Warenverteilzentren sowie über 3.250 Filialen ein dichtes Netzwerk. Einride wurde 2016 in Stockholm gegründet. Die Plattform des Unternehmens integriert heute KI-gestützte Frachtintelligenz, firmeneigene autonome Technologie und eine der weltweit größten elektrischen Schwerlastflotten. Einride bedient einen globalen Kundenstamm in Nordamerika, Europa und dem Nahen Osten.

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