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Gar nicht zufrieden mit dem Jahresstart war Matthias Dehn. „Die ersten zwei Monate im Neuwagenverkauf waren die schlechtesten seit langem. Der März war erst wieder ein Monat, der hoffen lässt“, sagt der Geschäftsführer des Brandenburger Honda-Autohauses. Aufgrund eines sehr hohen Lagerbestands kann sein Unternehmen jedoch die meisten Neuwagen sofort ausliefern. Und für sein mehrfach ausgezeichnetes Gebrauchtwagenkonzept hat Dehn den Zukauf noch professioneller gestaltet. „Speziell bei zugekauften Fahrzeugen konnten wir gute Erträge generieren.“ Im Service nimmt das Autohaus derzeit an einem Honda-Pilotprojekt teil. Dadurch seien die Erträge in den letzten zwölf Monaten kontinuierlich gestiegen.
Mit dem Neuwagenverkauf wiederum sehr zufrieden ist Stephanie von Ahsen. „Dies liegt in erster Linie an der positiven Entwicklung im Großabnehmerbereich. Im Einzelkundengeschäft war der Jahresbeginn etwas schwächer als im Vorjahr“, erklärt die Geschäftsführerin des Autohaus Brandt in Bremen. „Große Lieferengpässe haben wir in erster Linie bei Touran und Polo. Allerdings haben wir uns bei diesen Modellen ausreichend bevorratet, sodass dies keine Auswirkung auf den Verkaufserfolg hat.“
Und auch mit der Entwicklung des Gebrauchtwagengeschäfts ist die Unternehmerin sehr zufrieden. „Die Umsätze konnten gegenüber den Vorjahren gesteigert werden.“ Einschränkend stellt sie jedoch auch fest: „Da wir sehr stark im Leasinggeschäft sind, wirken sich nach wie vor die aktuellen Ausläufer negativ auf das Ergebnis aus.“ Erfreulicher als in den Vorjahren verlief der Jahresstart im Service. „Den üblichen Einbruch im Service zum Jahresanfang konnten wir in diesem Jahr nicht feststellen.“
Produktknappheit bei Volkswagen
Im Vergleich zum Vorjahr ist auch Florian Glinickemit dem Neuwagenverkauf zufrieden. Eine klare Aussage trifft der Geschäftsführer der Glinicke-Autohausgruppe in Sachen Lieferzeiten: „Auf einen VW Touareg, Tiguan und Golf Variant warten Kunden bis zu sechs Monaten. Beim Polo sind es zirka vier Monate.“ Vor allem Fahrzeuge mit Blue-Motion-Technologie und Standheizung hätten Lieferzeit von fünf bis sechs Monaten. Und bei Q5 und Q7 von Audi sei man bereits im vierten Quartal angelangt. Alle anderen Audi-Modelle, außer dem A1, hätten derzeit eine Lieferzeit von fünf bis sechs Monaten.
Die Glinicke-Werkstätten sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum besser ausgelastet. Im Nutzfahrzeugbereich ist der Auftragseingang im Großkundengeschäft zufriedenstellend, nicht aber im Einzelkundengeschäft. Das Nfz-Werkstattgeschäft liegt leicht unter Vorjahresniveau. Angesprochen auf das Gebrauchtwagengeschäft meint der Geschäftsführer: „Die Erträge je Fahrzeug sind etwas besser als geplant, welches die weitere Stabilisierung der Gebrauchtwagenpreise belegt. Jedoch ist dies auch der Verknappung der Werksdienstwagen geschuldet, welches zu einem Mengenproblem und Unterbeständen führen kann.“
VW-Kollege Uwe Gehrmannvom Bochumer Autohaus Wicke ist mit dem Neuwagenverkauf sehr zufrieden. „Bei einem erhöhten Jahresziel um 16 Prozent liegen wir bereits jetzt um noch weitere 38 Prozent über unserem geplanten Volumen. Kumuliert zur Region haben wir ein Auftragsplus von 31 Prozent. Wir sind angenehm überrascht über diese sehr positive Entwicklung.“ Zu leichtem Ärger bei den Kunden kommt es bezüglich der Lieferzeiten. „Insbesondere der neue Tiguan ist sehr stark nachgefragt. Die Quotierungen der neuen Modelle E0S, VW Golf Cabrio reichen bei Weitem nicht aus“, so Gehrmann.
Das Gerauchtwagengeschäft begann im Autohaus Wicke witterungsbedingt verhalten. „Wir lagen im Januar knapp unter unserem geplanten Ziel. Der Februar lief sehr gut und der März aktuell ist ebenfalls sehr gut.“ Die Ertragssituation stellt sich sehr unterschiedlich dar. „Bei der Hereinnahme von Fremdfabrikaten erzielen wir gute Bruttogewinne, die Spanne im Jahreswagenbereich der eigenen Marke hat sich leider ein wenig verschlechtert. Hierfür sind die höheren Einkaufswerte verantwortlich. Insgesamt ist die Gebrauchtwagenabteilung aber deutlich im Plus.“
Auch das Servicegeschäft verläuft im Bochumer Unternehmen weiter sehr erfolgreich. „Durch den hohen Marktanteil von Volkswagen und die guten Verkäufe im Umweltprämienjahr 2009 der Marke kommen vermehrt Fahrzeuge in unsere Werkstatt. Wir haben nicht wie geplant drei, sondern sogar vier Servicekräfte eingestellt. Somit konnten wir die Wartezeiten für die Terminvergabe senken und auch hier ist alles im grünen Bereich.“
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