Tarifstreit in Baden-Württemberg Löhne im Kfz-Gewerbe steigen

Autor: Doris Pfaff

Der Tarifstreit in Baden-Württemberg ist beendet. Die Verhandlungsführer einigten sich am Freitag in der zweiten Gesprächsrunde auf einen neuen Tarifvertrag und mehr Lohn für Beschäftigte des Kfz-Gewerbes.

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Wie in Hamburg (Foto) gab es auch in Baden-Württemberg vereinzelt Warnstreiks der Beschäftigten im Kfz-Gewerbe. Sie hatten vier Prozent mehr Lohn gefordert, die Arbeitgeberseite hatte jedoch für eine Nullrunde plädiert.
Wie in Hamburg (Foto) gab es auch in Baden-Württemberg vereinzelt Warnstreiks der Beschäftigten im Kfz-Gewerbe. Sie hatten vier Prozent mehr Lohn gefordert, die Arbeitgeberseite hatte jedoch für eine Nullrunde plädiert.
(Bild: Peter Bisping/IG Metall)

Wie kurz zuvor in Bayern gelang den Verhandlungsführern der IG Metall und der Tarifgemeinschaft für Betriebe des Kraftfahrzeug- und Tankstellengewerbes Baden-Württemberg ebenfalls eine Einigung. Der Tarifstreit ist somit beendet.

Für die rund 52.000 Beschäftigten und 9.300 Auszubildenden von Autohäusern und Werkstätten gibt es ab 1. Februar 2022 mehr Lohn. Die IG Metall hat ihre Forderung nach mehr Freizeit statt Lohn zurückgenommen. Die Tarifgemeinschaft stimmte der Wiedereinsetzung des Manteltarifvertrags in seiner bis 31. Mai 2021 geltenden Fassung ab 1. Juni 2021 zu, teilte die Tarifgemeinschaft mit.

Die Gespräche in der ersten Runde waren gescheitert. Die Arbeitgeberseite wollte in dieser Runde eine Erhöhung aussetzen. Die Gewerkschaft forderte dagegen eine Lohnerhöhung von vier Prozent. Als die erste Verhandlungsrunde scheiterte, kam es vereinzelt zu Warnstreiks.

Der Lohn steigt am 1. Februar 2022 um 2,2 Prozent. Auch Auszubildende erhalten dann monatlich 60 Euro mehr. Zudem erhalten alle im Kfz-Gewerbe Beschäftigten am 1. August 2021 eine Corona-Prämie von insgesamt 500 Euro für die Monate Juni 2021 bis Januar 2022; Auszubildenden erhalten insgesamt 220 Euro. Teilzeitbeschäftigte erhalten die Corona-Prämie entsprechend ihrer vereinbarten Arbeitszeit. Die neuen Tarifverträge gelten 22 Monate.

Zu den weiteren Vereinbarungen gehört die Bildung einer Arbeitsgruppe, die sich nochmals mit der Entgeltgruppensystematik beschäftigen wird. „Nach langen und harten Verhandlungen freuen wir uns, dass die Tarifpartner eine langfristige und für die Betriebe gerade noch verkraftbare Einigung erzielt haben. Das Tarifergebnis bewegt sich angesichts der Herausforderungen der Branche am Rande des Vertretbaren“, sagt Andreas Göritz von der Tarifgemeinschaft.

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Doris Pfaff

Redakteurin bei »kfz-betrieb«, Ressort Verbände & Politik