Suchen

LuK-Zweimassenschwungrad für die Getriebereparatur

| Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm

Getriebeprobleme enden nicht selten mit dem Austausch des Zweimassenschwungrads. Der Aftermarket-Spezialist LuK hat dafür die Komplettlösung RepSet DMF entwickelt.

Firma zum Thema

LuK hat für den Handel zur Kupplungsreparatur das Teile-Kit RepSet DMF entwickelt.
LuK hat für den Handel zur Kupplungsreparatur das Teile-Kit RepSet DMF entwickelt.
(Foto: Schaeffler)

Nach wie vor produzieren Automobilzulieferer wie LuK Jahr für Jahr mehrere Millionen Zweimassenschwungräder (ZMS). Sie kommen weltweit in der Erstausrüstung und der Werkstatt zum Einsatz. Fast könnte man denken, ein ZMS sei ein Alltagsprodukt. Tatsächlich hat jedes Teil für sich eine lange Entstehungsgeschichte, steckt ein großer technischer, produktiver und Entwicklungsaufwand dahinter. »kfz-betrieb ONLINE« hat die Entstehungsgeschichte begleitet.

Im Stammsitz im badischen Bühl produziert das zum Schaeffler-Konzern gehörende Unternehmen LuK täglich mehrere Tausend ZMS. Das bedeutet einen Materialverbrauch von mehreren Hundert Tonnen Stahl. Um entsprechend Nachschub zu gewährleisten, ist in Bühl ausreichend Material gelagert, sauber gewickelt in bis zu 16 Tonnen schweren Coils, wie man die Stahlrollen im Fachjargon nennt (siehe Bildergalerie Bild 1). Diese Coils werden mittels riesiger Lastenkräne direkt an die Pressen geliefert, die anschließend die einzelnen Komponenten des ZMS ausstanzen und umformen. Der Metallabfall wird dabei umweltfreundlich gesammelt und recycelt.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 7 Bildern

Je nach Anforderung durchlaufen die Bauteile dann im nächsten Schritt mehrstöckige Etagenherdanlagen, welche die Stahlteile erhitzen, um deren Festigkeit zu steigern und den Verschleiß zu minimieren. Schließlich werden die Hauptkomponenten zusammengeführt, aus denen ein ZMS besteht (Bild 2). Während der Montage passiert ein ZMS mehrere Dutzend Stationen und wird bereits währenddessen strengen und aufwendigen Qualitätskontrollen unterzogen. Bevor das vollendete Produkt in den Versand gehen kann, erfolgt eine letzte Sichtprüfung. Ist diese bestanden, wird das ZMS verpackt und in praktische Gitterboxen gesetzt, die dann auf Lkw verladen werden (Bild 3).

Von Bühl aus gehen die Gitterboxen nun auf die Reise in das 300 Kilometer entfernte hessische Petersberg bei Fulda. Dort befindet sich mit einer Fläche von 5.500 m2 eines der großen Zentrallager von Schaeffler Automotive Aftermarket, das Aufbewahrungsraum für 4.700 Gitterboxen bietet. Täglich kommen hier vier bis acht Lkw an, die die bis dato noch „hüllenlosen“ ZMS im Gepäck haben.

Diese werden nun in die LuK-typischen gelb-schwarzen Kartons verpackt (Bild 4) und für den weltweiten Versand an den Teilegroßhandel kommissioniert. Die Bestellungen laufen dabei direkt per Computer an einem der acht Packtische auf, während die Mitarbeiter diese den individuellen Kundenwünschen entsprechend zusammenstellen (Bild 5). In Petersberg sind rund 50 Personen beschäftigt, die im Dreischichtsystem monatlich rund 1.200 Tonnen Material umschlagen.

Expresslieferung des RepSet DMF für die Werkstatt

Neu eingekleidet steuert das ZMS im nächsten Abschnitt den Teilegroßhandel an, der das Bindeglied zwischen dem Hersteller und der Werkstatt ist und sich für deren Belieferung verantwortlich zeigt. Der Handel bezieht das ZMS hauptsächlich in der praxisorientierten Komplettlösung RepSet DMF, das alle Bauteile, die für eine professionelle Reparatur der Kupplung erforderlich sind, enthält. Je nach Bestellumfang bekommt der Großhandel die Teile dann per Spedition oder Paketdienst aus Petersberg geliefert.

Unterliegt die Bestellung einer gewissen Dringlichkeit, so können die Händler selbstverständlich auch über Nacht per Express beliefert werden. In der Regel hält der Teilegroßhandel stets alle gängigen Ausführungen des ZMS vor, so dass er bei einem Bestelleingang schnell reagieren kann. Die Werkstatt hat die Möglichkeit, ein RepSet DMF direkt und persönlich im Großhandel abzuholen oder es sich bequem liefern zu lassen. In der Regel fährt der Teilegroßhandel seine Kunden drei- bis viermal täglich an.

Hilfe bei Getriebeschäden

Auf der Zielgeraden angelangt, ist das ZMS nun in der Werkstatt angekommen und für den Einbau bereit. Bei Kunden, deren Fahrzeuge Getriebeprobleme haben, lautet die Diagnose meist: „Das Schalten geht nicht mehr.“ Gemeinsam mit dem Kunden unternimmt der Mechaniker dann zunächst eine Probefahrt, um das Schadensbild exakt zu lokalisieren. Handelt es sich zweifellos um ein Getriebeproblem, wird das Getriebe daraufhin komplett ausgebaut und das „Spiel“ des ZMS mittels eines Spezialwerkzeuges geprüft (Bild 6).

Besteht es diese Überprüfung nicht, ist ein ZMS-Austausch unumgänglich. Nach dem Einbau erfolgt eine ausgiebige Testfahrt in allen Zyklen, d. h. im Stadtverkehr, auf der Autobahn und über Land. Fällt diese zur Zufriedenheit des Kfz-Fachmannes aus, informiert er den Kunden und übergibt ihm sein jetzt wieder „laufruhiges“ Fahrzeug (Bild 7).

(ID:34551480)