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Nanoflowcell plant F&E-Zentrum

Redakteur: Andreas Grimm, Andreas Grimm

Die Protagonistin des Flusszellenprinzips, die Nanoflowcell AG, investiert in ein Forschungszentrum. Bis zum Jahr 2018 soll im Tessin die „Quant City“ entstehen.

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(Bild: Nanoflowcell)

Die Nanoflowcell AG will im Jahr 2018 im schweizerischen Tenero im Tessin ein Forschungs- und Entwicklungszentrum eröffnen. Der Bau des neuen Geländes soll bereits Anfang 2016 starten. Unter dem Namen „Quant City“ will das Unternehmen auf einer Fläche von 25.000 Quadratmetern die Flusszellentechnik weiterentwickeln und neue Anwendungsmöglichkeiten erforschen.

Die sogenannte Flusszelle besteht aus zwei ionischen, gegensätzlich geladenen Flüssigkeiten, die durch chemische Wechselwirkungen Strom erzeugen. In der Zelle läuft eine sogenannte „kalte Verbrennung“, die Stoffe werden reduziert beziehungsweise oxidiert, dabei wird elektrische Energie frei. Mit dem Forschungszentrum will die Nanoflowcell AG Anwendungen für die Technik finden und erproben, die vom Einsatz im Automobilbereich über Energiesysteme für Gebäude bis hin zu Anwendungen in Schifffahrt, Luftfahrt und im Bahnverkehr reichen könnten.

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Nanoflowcell stellte auf dem Genfer Automobilsalon 2015 bereits den Quant F der Öffentlichkeit vor. Das Fahrzeug ist eine Weiterentwicklung des rein elektrisch angetriebenen Quant E aus dem Jahre 2014, dem ersten vom TÜV zugelassenen Automobil mit Flusszellenantrieb.

Das „Aufladen“ des Energiespeichers erfolgt durch Austausch der Flüssigkeiten, also durch Auftanken etwa an einer speziell ausgerüsteten Tankstelle. Folglich ist je größer der Tank, desto höher die Reichweite. Im Quant E liegt die Kapazität nach früheren Angaben bei insgesamt 400 Litern, was für eine Reichweite von 600 Kilometern sorgen soll. Allerdings macht diese Speichertechnik die Fahrzeuge zugleich deutlich schwerer.

Unabhängige Forscher bezweifeln allerdings die Angaben von Nanoflowcell grundlegend an. Jens Noack vom Fraunhofer Institut für Chemische Technologie (ICT) im baden-württembergischen Pfinztal, rechnete in einem „Spiegel“-Artikel vor, dass nach seinem Kenntnisstand etwa 100 Liter Flusszellenflüssigkeit nötig seien, um den Energiegehalt von einem Liter Benzin zu speichern. Auch seien einige der bekannten Mixturen für die ionischen Flüssigkeiten hochgiftig.

Nano Research neuer Betreiber

Die Nanoflowcell AG will ungeachtet der Kritik am neuen Standort bis zu 200 Mitarbeiter einstellen und sucht dafür Ingenieure, Forscher und Juristen. Betreiber der neuen Infrastruktur soll die Nano Research SA werden, die eine hundertprozentige Tochterfirma der Nanoflowcell AG ist. In den Aufgabenbereich des im November 2014 gegründeten Unternehmens Nano Research SA fallen die Weiterentwicklung und die patent- und lizenzrechtliche Vermarktung der Nanoflowcell-Technik.

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