Neue Autoabo-Plattform vom Händler für Händler

Auto Kölbl startet bundesweites Angebot „All in one Cars“

| Autor: Martin Achter

Maximilian (li.) und Christian Philipp führen zusammen All in one Cars.
Maximilian (li.) und Christian Philipp führen zusammen All in one Cars. (Bild: Auto Kölbl)

Der Traditionshändler Auto Kölbl in Unterschleißheim (Audi, Seat, VW) vermarktet Autos künftig auch im Abonnement – und will sich mit seiner Plattform anderen Händlern öffnen. „Wir suchen Händlerpartner in allen Bundesländern, speziell in Ballungsräumen“, sagte Maximilian Philipp, Geschäftsführer von All in one Cars im Gespräch mit »kfz-betrieb«. Das Augenmerk liege auf Regionen und Ballungsräumen wie dem Rhein-Ruhr, Rhein-Main, Berlin, Hamburg, Leipzig/Dresden, Erfurt/Suhl, Nürnberg oder Stuttgart.

Maximilian Philipp führt All in one Cars zusammen mit seinem Bruder Christian. Beide sind Nachfolger der Unternehmerfamilie Kölbl-Philipp. Das Abo-Angebot hoben die Brüder nach eineinhalb Jahren Vorarbeit vor drei Monaten aus der Taufe – zunächst als Marke der Auto Kölbl GmbH. Seit Kurzem firmiert All in one Cars als GmbH, deren Gesellschafterin Auto Kölbl ist.

Nach den ersten drei Monaten hat „All in one Cars“ bereits mehrere Dutzend Fahrzeug im Abo-Umlauf, wie Maximilian Philipp sagt. Der Fokus des Fahrzeugangebots liege im Bereich der VW-Konzernmarken Volkswagen, Volkswagen Nutzfahrzeuge, Audi, Seat und Skoda. In diesem Feld suche das Unternehmen vorerst auch Händlerpartner.

Hintergrund dieser Festlegung sei, dass All in one Cars durch seinen Autohaus-Hintergrund bei diesen Marken die Expertise mitbringe, um tragfähige Preiskalkulationen für die Abonnements umzusetzen. Künftige Händlerpartner könnten die Preise für ihre Fahrzeugabonnements zwar selbst setzen, All in one Cars mache jedoch Vorschläge.

Mindestlaufzeit: drei Monate

All in one Cars richtet sich an Privat- und Gewerbekunden. Das Angebot auf der Plattform umfasst derzeit ein Fahrzeugspektrum vom Kleinstwagensegment über SUVs bis zur Mittelklasse. Für den Kunden sind – wie bei Fahrzeugabos üblich – außer dem Kraftstoff alle Nutzungskosten enthalten (Versicherung, Steuern, Wartung, Reparaturen, etc.).

Die Mindestlaufzeit der Abos geht über drei Monate. Bei Privatkunden sind monatlich 1.500 Kilometer Laufleistung enthalten, danach eine kilometerabhängige Pauschale. Gewerbekunden können unter verschiedenen Kilometerpaketen wählen.

All in one Cars übernimmt nach Angaben von Maximilian Philipp den kompletten Prozess der Bestellung und Vertragsabwicklung – alles wird digital umgesetzt. Die Plattform teilt dem Kunden dann den Liefertermin und das ausliefernde Autohaus mit. Beim Partnerhändler verbleiben somit die Auslieferung, die Rücknahme und das Schadenmanagement. Die Kundenbetreuung liegt bei All in one Cars.

Händlern, die über All in one Cars Fahrzeugabos anbieten wollen, berechnet das Unternehmen eine monatliche Lizenz- und Marketinggebühr. Diese berechnet sich prozentual zum Nettoerlös, den ein Partner-Autohaus mit einem Abonnement erzielt.

Eigene Webseiten für Händler

Für Partner-Händler erstellt All in one Cars künftig eigene Händler-Webseiten, auf denen nur die Abo-Angebote des jeweiligen Händlers gelistet sind. Auf diese Seiten können die Händler von ihren eigentlichen Websites verlinken. Ergänzend betreibt All in one Cars für diese Seiten regionales Suchmaschinenmarketing. Neben den Händler-Webseiten werden die Fahrzeuge aller Händler aber auch auf der zentralen Plattform „All in one Cars“ gelistet.

Ziel für dieses Jahr ist es bei All in one Cars, 15 Händlerpartner zugewinnen, sagt Geschäftsführer Maximilian Philipp. Um bundesweit flächendeckend Fahrzeugabos anbieten zu können, strebt die Plattform ein Netz von bis zu 35 Händlern an.

In den vergangenen Monaten ist eine ganze Reihe von Plattformen an den Start gegangen, die es Händlern erlaubt, Fahrzeugabonnements in Eigenregie umzusetzen. Ein Beispiel ist Faaren mit Sitz in Rottendorf bei Würzburg; das Start-up hat sein Konzept mit der Spindler-Gruppe (VW, Audi, Skoda, Porsche) getestet und nimmt jetzt auch anderen Händler an Bord. Der Anbieter Vive la Car fährt einen ähnlichen Ansatz.

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