Neuer BMW 5er: Eilige Chefsache

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

BMW rühmt ihn als die erfolgreichste Business-Limousine der Welt. Damit der Fünfer diese Führungsrolle auch in der neuen Generation verteidigt, setzen die Bayern auf eine alte Tugend: den Fahrspaß.

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Nächstes Jahr bringt BMW den neuen 5er auf den Markt.
Nächstes Jahr bringt BMW den neuen 5er auf den Markt.
(Bild: BMW)

Links Schafe, rechts Schafe, im Rückspiegel Schafe und am Horizont auch – viel zu sehen gibt es auf den einsamen Landstraßen hier nicht. Erst recht keine anderen Autos. Aber genau deshalb ist Jos van As in dieser unwirtlichen Gegend unterwegs. Er leitet die Integration der Fahrwerksentwicklung, ist damit so etwas wie der Chef der Fahrdynamik bei BMW und jagt gerade mit einer Flotte neuer Fünfer durch das regnerische Nirgendwo im hintersten Zipfel von Wales.

Ein halbes Jahr, bevor die Münchner auf der Motorshow in Detroit das Tuch von der neuen Modellgeneration ziehen, arbeitet er hier mit den getarnten Prototypen an einer Eigenschaft, die den Fünfer zur erfolgreichsten Business-Class-Limousine der Welt gemacht hat: der Fahrdynamik. Denn kein Konkurrent, so wollen es die Bayern ihre Kunden zumindest glauben machen, lässt sich so engagiert, so sportlich und so lustvoll über die Straßen treiben, wie das Modell aus München.

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Natürlich sieht auch van As den Fünfer eher auf der Autobahn, auf großen breiten Magistralen und in den Häuserschluchten der Großstädte und glaubt kaum, dass sich die neue Limousine sehr häufig hierher verirren wird, wenn sie erst einmal das Tarnkleid der Vorserienmodelle abgelegt hat und in die Hände der Fahrer gelangt.

Doch der Chefdynamiker braucht diese schlechten Straßen, um ein gutes Auto zu bauen. Denn auf aalglatten Asphaltpisten macht jede Limousine eine gute Figur. Aber hier oben auf den schlampig geflickten Nebensträßchen mit tiefen Spurrillen, üblen Verwerfungen, Bodenwellen und allen möglichen Anregungen, da trennt sich für van As die Spreu vom Weizen. Und ein bisschen Einsamkeit bei der Arbeit mit den Vorserienautos kann auch nicht schaden.

Kein Karbon – dafür ein Leichtbaufahrwerk

Denn viel wollen die Bayern so früh vor der Premiere noch nicht über ihren kommenden Bestseller verraten. Dabei muss man sich nur den Siebener anschauen, dann weiß man, wie der im Format fast unveränderte Fünfer aussehen wird. Das gilt für das nur mäßig weiterentwickelte Design genauso wie für die Technik unter dem Blech. Nur den Karbon-Kern in der Karosserie übernimmt der Fünfer nicht, weil der offenbar für die großen Stückzahlen noch zu teuer ist. Stattdessen nutzt er unter anderem ein Leichtbaufahrwerk und die neuen Motoren, um bis zu 100 Kilo abzuspecken.

Es gibt vom Start weg Heck- oder Allradantrieb, ein halbes Dutzend Lenkungs- und Fahrwerkskonfigurationen und die bekannten Vier- und Sechszylinder, denen später ein paar spitzer positionierte Motorvarianten zur Seite gestellt werden: Der Plug-in-Hybrid für technologisch ambitionierte Sparer, ein V8 für Genießer und der M5 für Sportler zum Beispiel. Außerdem wird schon kurz nach der Limousine wieder ein Kombi folgen und auch der wenig erbauliche aber dafür umso einträglichere Fünfer GT geht in die Verlängerung und macht das Trio vermutlich zur IAA im Herbst 2017 komplett.

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