Oberfränkisches Mobilitätsforum diskutiert kontrovers die Diesel-Zukunft

Veranstaltung der Kfz-Innung Oberfranken

| Autor: Holger Zietz

Andreas Tröger, Obermeister der Kfz-Innung Oberfranken, forderte eine Versachlichung der Dieseldiskussion.
Andreas Tröger, Obermeister der Kfz-Innung Oberfranken, forderte eine Versachlichung der Dieseldiskussion. (Bild: Zietz/»kfz-betrieb«)

Diesel und kein Ende: Beim oberfränkischen Mobilitätsforum der Kfz-Innung Oberfranken stand der Dieselskandal und die Zukunft des Selbstzünders im Mittelpunkt. In der Bewertung des Diesels waren sich die teilnehmenden Experten nicht immer einig. Doch eines dürfte klar sein: Eine Versachlichung der Diskussion ist die entscheidende Grundlage.

„Der Diesel ist noch lange nicht tot“, ist Andreas Tröger überzeugt. Der Obermeister der Kfz-Innung und Vizepräsident des Kfz-Gewerbes Bayern kritisierte das Verhalten der Hersteller: Das deutsche Kraftfahrzeuggewerbe habe mehr für den Diesel gekämpft als alle Hersteller zusammen. Dabei tragen gerade die Autobauer selbst zum schlechten Image des Selbstzünders maßgeblich bei.

Doch statt mit einer Hardware-Nachrüstung, wie es das Kfz-Gewerbe seit Jahren fordert, die Emissionsproblematik zu beseitigen, setzen die Hersteller vor allem auf Software-Updates und den Austausch der Fahrzeuge. Beim Mobilitätsforum forderten Tröger und Albert Vetterl, Präsident des Kfz-Gewerbes Bayern, erneut die Hardware-Nachrüstung.

Anderer Meinung ist Thomas Koch, Leiter des Instituts für Kolbenmaschinen in Karlsruhe. Der Wissenschaftler gehörte dem Beraterteam an, das dem Bundesverkehrsministerium eine Software-Lösung zur Aufarbeitung der Dieselkrise empfohlen hat.

Als entscheidende Gründe nannte Koch, der vor seiner wissenschaftlichen Tätigkeit zuvor zahlreiche Jahre in der Automobilindustrie tätig war, vor allem die Faktoren Zeit, die Gefahr auftretender Motorschäden und erhöhten Spritverbrauchs. „Die Entwicklung einer geeigneten Hardware dauert viel zu lange.“ Kurzfristige Lösungen hätten zu Problemen im Motormanagement geführt. Aus Kochs Sicht kommt eine Nachrüstung aufgrund der Entwicklungszeit nur für große Fahrzeuge mit entsprechend langer Nutzungsdauer in Betracht.

Den größten Effekt für die Umwelt sieht Koch im Einsatz von E-Fuels. Die CO2-neutralen Kraftstoffe in Kombination mit Hybridfahrzeugen seien die vermutlich beste Lösung für die Umwelt, so der Wissenschaftler. Mit der 48-Volt-Technik beim Hybrid werden die Fahrzeuge im Preis attraktiver werden. „Wir brauchen das Beste aus Verbrenner und Elektro in Kombination.“ Die bisher hohen Preise für Elektrofahrzeuge lassen die Mobilität der Zukunft zur sozialen Frage werden. „Geringverdiener können diese Preise nicht bezahlen.“

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