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Opel: Neuer Streit um Stellenabbaupläne in Rüsselsheim

| Autor / Redakteur: dpa / Jens Rehberg

Bei Opel gibt es wieder heftigen Streit um die Zukunft des Stammsitzes. Anlass sind angebliche Pläne des Herstellers, die Kapazität des Rüsselsheimer Werkes mit derzeit noch 3.000 Beschäftigten um ein Drittel zu reduzieren.

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Die Opel-Zentrale in Rüsselsheim.
Die Opel-Zentrale in Rüsselsheim.
(Bild: Rehberg/»kfz-betrieb«)

Beim Autobauer Opel schreitet die harte Sanierung des Mutter-Konzerns PSA aus Frankreich voran. Die Vertrauensleute der IG Metall machen Front gegen angebliche Pläne, die Kapazität des Rüsselsheimer Werkes mit derzeit noch 3.000 Beschäftigten um ein Drittel zu reduzieren. „Diese Schrumpfungsstrategie akzeptieren wir nicht“, heißt es in einer im Werk verbreiteten Resolution. Zuerst hatten die Zeitungen der VRM-Gruppe (Donnerstag) berichtet.

Statt 60 Autos könnten im Stammwerk noch 40 Wagen pro Stunde vom Band rollen, lauten die zitierten Pläne. VRM zufolge könnte 2021 der bislang in Polen gebaute Astra nach Rüsselsheim zurückkehren und den Mittelklasse-Wagen Insignia ergänzen. Das Unternehmen verwies erneut darauf, dass man das zweite Modell für Rüsselsheim noch in diesem Jahr nennen werde. Es soll im Gegensatz zum gegenwärtigen Astra bereits auf einer PSA-Plattform stehen, um Kostenvorteile zu heben.

Die Vertrauensleute verlangten eine Übergangsstrategie mit Kurzarbeit, bis das neue Modell nach Rüsselsheim kommt. Einen weiteren Abbau von Stammpersonal werde man nicht akzeptieren. Die Gewerkschafter hielten PSA vor, in den französischen Werken einen weit höheren Anteil von Leiharbeitern zu ausbeuterischen Bedingungen zu beschäftigen. Einen systematischen Einsatz von Leiharbeitern auf Stammarbeitsplätzen will man bei Opel verhindern.

Die Aufspaltung des Entwicklungszentrums mit rund 7.000 Mitarbeitern kommt nach Angaben des Ingenieurs-Dienstleisters Segula voran, der bis zu 2.000 Leute von Opel übernehmen will. Die übrigen Beschäftigten sollen weiterhin Opel-Modelle entwickeln und zentrale Aufgaben für den PSA-Konzern erledigen. Seit dem Rekrutierungsbeginn am Montag hätten bereits mehr als 300 Entwickler Interesse an einem Wechsel gezeigt, sagte Segula-Sprecher Immo von Fallois am Donnerstag. Es seien über 100 Fachleute schon eingestellt worden und auch Führungskräfte hätten bereits unterschrieben.

Kündigungsschutz bis 2023 auch bei Segula

Keine Fortschritte gibt es Fallois zufolge bei den Verhandlungen um einen Haustarifvertrag bei Segula. Man sei mit dem IG-Metall-Bezirk in Frankfurt im guten Kontakt, wolle aber auch mit den Verantwortlichen vor Ort ins Gespräch kommen. Den Wechslern sichert der französische Dienstleister unveränderte Entgelte und Arbeitszeiten, die Übernahme der Pensionsverpflichtungen sowie den auch bei Opel gültigen Kündigungsschutz bis Ende Juni 2023 zu.

Mit dem für Ende Juni erwarteten Abschluss der Transaktion soll Segula zudem 20 Opel-Gebäude mit zusammen 70.000 Quadratmetern übernehmen und das Testzentrum in Rodgau-Dudenhofen betreiben.

Etliche Opel-Beschäftigte wenden sich unterdessen von ihrem Unternehmen ab. Mehr als 1.000 Beschäftigte des Entwicklungszentrums hätten sich bereits für das von der IG Metall ausgehandelte neue Abfindungsprogramm interessiert, hieß es in Arbeitnehmerkreisen. Das Unternehmen machte dazu keine Angaben.

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