Tesla Roadster Sammler wenden sich ab

Von Steffen Dominsky 3 min Lesedauer

Von Collecting Cars ausgewertete Auktionsdaten zeigen, warum sich das erste Elektroauto mit Lithium-Ionen-Batterie bislang nicht wie ein Klassiker verhält. Denn sowohl Preise als auch Verkaufsquoten des Tesla Roadster fallen weiter.

Sammler wenden sich ab, konstatiert die Online-Auktionsplattformen Collecting Cars: Der erste Tesla Roadster verliert weiter an Wert.(Bild:  Collecting Cars)
Sammler wenden sich ab, konstatiert die Online-Auktionsplattformen Collecting Cars: Der erste Tesla Roadster verliert weiter an Wert.
(Bild: Collecting Cars)

Für die Klassikerszene ist das mehr als eine Randnotiz. Die ersten Roadster wurden 2008 zugelassen und sind damit 2038 alt genug für das H-Kennzeichen. Bis dahin entscheidet sich, ob ein Elektroauto nach denselben Regeln bewertet wird wie ein Verbrenner. Bei klassischen Fahrzeugen bestimmen Seltenheit, Originalität und Zustand den Preis. Beim Tesla Roadster kommt ein Faktor hinzu, den es vorher nicht gab: die Batterie. Noch vor drei Jahren gingen Marktbeobachter davon aus, dass der Tesla Roadster weiter im Wert steigen würde.

Eingetreten ist das Gegenteil, stellt die Online-Auktionsplattform Collecting Cars fest. Seit Ende 2023 sinken die durchschnittlichen Zuschlagspreise bei Auktionen kontinuierlich. Auch die Spanne zwischen dem höchsten und dem niedrigsten dokumentierten Verkauf ist inzwischen enorm: 220.420 US-Dollar im Oktober 2023 für eines von 100 Exemplaren der Signature-Serie mit weniger als 2.500 Kilometern Laufleistung, 42.964 US-Dollar im Juni 2026 für ein stark gefahrenes Fahrzeug. Zustand und Laufleistung sind nicht vergleichbar, die Richtung, in die sich der Markt bewegt, ist trotzdem ablesbar.

Die bei Auktionen sowohl aufgerufenen, als auch erzielten Preise des Tesla Roadster kennen seit 2023 nur eine Richtung: nach unten.(Bild:  classic.com)
Die bei Auktionen sowohl aufgerufenen, als auch erzielten Preise des Tesla Roadster kennen seit 2023 nur eine Richtung: nach unten.
(Bild: classic.com)

Auch die Verkaufsquote sinkt

In den zwölf Monaten bis Mitte 2024 kamen 29 Roadster öffentlich unter den Hammer, 21 davon fanden einen Käufer. Das entspricht 72 Prozent. Im laufenden Jahr wurden bislang 16 Fahrzeuge angeboten, neun davon wurden verkauft. Das ergibt eine Quote von 56 Prozent. Das höchste Auktionsergebnis des Jahres liegt bei 72.000 US-Dollar. Ein wachsender Teil der Besitzer kann sein Auto daher nicht mehr zum Wunschpreis veräußern. In Europa eine Rarität Das Chassis des Roadsters stammte von Lotus aus dem englischen Hethel und basiert auf der Elise. Verkauft wurde das Auto trotzdem vor allem in den USA. Für das gesamte EU-Gebiet stellte Tesla 2009 zunächst nur 250 Fahrzeuge bereit, während in den USA bereits 2008 über 1.000 Vorbestellungen vorlagen. Wer den Roadster heute in Europa sucht, hat entsprechend wenig Auswahl. Über Collecting Cars wechselten in Großbritannien und der EU bereits acht Exemplare den Besitzer, zuletzt ein Roadster Sport 2.5 aus dem Jahr 2011 für 43.000 Pfund, umgerechnet rund 50.000 Euro zum damaligen Kurs. Einen Monat zuvor wurde in Deutschland ein weiterer Sport 2.5 mit dem begehrten R80-Akku-Upgrade für 60.000 Euro verkauft.

„Der Roadster ist das erste Elektroauto, an dem sich überhaupt beobachten lässt, wie sich ein Stromer im Klassikermarkt verhält. Die vergangenen drei Jahre zeigen nicht nur Schwankungen, sondern einen anhaltenden Rückgang“, sagt Ed Callow, Head of Communications and Business Intelligence bei Collecting Cars. Für Sammler kann das an der Komplexität der Elektronik liegen oder an Zweifeln an der Zuverlässigkeit der Batterie. Möglicherweise wirkt sich auch das öffentliche Bild von Elon Musk aus, denn der Rückgang fällt, vielleicht zufällig, zeitlich mit seinem Vorstoß in die politische Einflussnahme zusammen. Unabhängig von den Gründen entspricht der Markt für den originalen Tesla Roadster heute nicht dem, was viele Beobachter 2023 vorhergesagt haben.

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