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Schluss für Autohaus Dirkes

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Nach 2013 explodieren die Absatzzahlen

Nachdem die Auftragseingänge 2013 nur knapp über 3.000 Einheiten lagen, davon mehr als drei Viertel von Endkunden, zog die Entwicklung in den Folgejahren rasant an. Mit knapp 5.250 hatten sich die Aufträge 2015 schon beinahe verdoppelt. 2016 legten sie um mehr als ein Drittel auf knapp 7.200 Einheiten zu.

Alle Marken, die das Autohaus vertreibt – Fiat, Fiat Professional, Abarth, Chrysler, Nissan, Citroën, Suzuki (ab 2016), Mitsubishi sowie Dacia und Renault (beide bis 2016) –, legten zu. Vor allem zwei: Nissan und Fiat. Von 2014 bis 2016 stiegen die Nissan- und die Fiat-Verkäufe jeweils von rund 900 auf knapp 2.200 Einheiten. Viele Fahrzeuge wurden über die neuen Kanäle vertrieben.

Damit stiegen auch die Kosten. Das Autohaus drehte die Fahrzeuge schnell und musste viele vorhalten. Lag der Wert des Neuwagenbestands 2014 noch bei 23,9 Millionen Euro, waren es zwei Jahre später bereits bei 35,1 Millionen Euro. Im gleichen Zeitraum legten die An- und Abschlagszahlungen um rund 64 Prozent zu.

Ein weiteres Jahr später schien die Entwicklung den Höhepunkt erreicht zu haben: 2017 erzielte die Autohausgruppe einen Umsatz von 135 Millionen Euro, sagte Insolvenzverwalter Jens Schneider von der Kanzlei Runkel Schneider Weber dem „Bonner Generalanzeiger“. Dann kam die Wende zum Negativen: 2018 lag der Umsatz noch bei 105 Millionen Euro. „Die Gruppe ist schon länger ein Krisenfall“, so Schmidt weiter.

Eine Mischung ohne Ausweg

Die Expansionspläne konnten nicht wie geplant umgesetzt werden. Die Kosten nahmen zu. Die von der Autohausgruppe vertretenen Marken hatten zum Teil Schwierigkeiten – die Nissan-Neuzulassungen sanken laut KBA bundesweit von 2016 bis 2018 um ein Drittel. Eine Mischung, aus der es, wie sich jetzt zeigt, keinen Ausweg mehr gab.

Die Autohausgruppe Dirkes nahm einen Kurswechsel vor, richtete ihren Fokus wieder stärker auf die Kunden vor Ort. Die Hersteller – die Gruppe verkauft die Marken der Fiat-Gruppe sowie Nissan, Citroën, Suzuki und Mitsubishi – und Banken wollten die Wende unterstützen. Sicherten Liquiditätshilfe zu. Doch nicht alle, wie Insolvenzverwalter Schmidt dem „Bonner Generalanzeiger“ erläuterte: Einer aus dem Kreis habe sich verweigert, deshalb habe das Konzept nicht umgesetzt werden können.

Dann musste das Autohaus in die Insolvenz gehen. Das betraf nicht nur Geschäftspartner, sondern auch Kunden. Lokalen Medien zufolge hatten rund 200 Kunden zum Teil hohe Anzahlungen gemacht, die Ware aber nie gesehen. Die betroffenen Kunden schlugen Radau, schlossen sich zusammen, demonstrierten und reichten zum Teil Klage ein. Mittlerweile haben die Fabrikate ihnen Unterstützung signalisiert. Nissan, Fiat, Citroën und Mitsubishi wollen gemeinsam mit den Kunden eine Lösung suchen.

Das dürfte der Autohausgruppe weiter zugesetzt haben. Nicht nur weil die lokalen Medien regelmäßig über die geschädigten Kunden berichteten, sondern auch weil die Staatsanwaltschaft ermittelte. Einen Investor für die gesamte Gruppe konnte der Insolvenzverwalter nicht finden. Damit geht eine – fast – 100 Jahre dauernde Geschichte zu Ende.

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