Sixt Leasing erklärt Online-Vertrieb zum Hauptgeschäftsfeld

Autor: Christoph Seyerlein

Die kürzlich vorgestellte „Autoflatrate“ von Sixt Leasing in Kooperation mit 1&1 war offensichtlich nur der Anfang: Der Autovermieter will seine Online-Aktivitäten im Neuwagen-Geschäft stark ausbauen.

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(Foto: Sixt)

Sixt Leasing hat sein Vorhaben bekräftigt, den Neuwagen-Vertrieb zu digitalisieren und Händlern Marktanteile streitig machen zu wollen. Das Unternehmen wolle das Geschäft mit der Online-Plattform „sixt-neuwagen.de“ ausbauen und „perspektivisch zum größten Geschäftsfeld des Konzerns entwickeln“, kündigte der Vorstandsvorsitzende Rudolf Rizzolli am Dienstag bei der Bilanzvorlage in Pullach bei München an.

Der Autovermieter hatte erst kürzlich mit dem Angebot einer „Autoflatrate“ Aufsehen erregt. In Kooperation mit dem Mobilfunk- und Internetanbieter 1&1 lockt Sixt Leasing dabei Kunden mit günstigen Leasingkonditionen für einen neuen Peugeot 208, wenn der Interessent gleichzeitig einen Mobilfunkvertrag mit „All-Net-Flat“ bei 1&1 bucht. Die Preise beginnen ab 99,99 Euro monatlich, Überführung, Zulassung, Steuern und Versicherung sind im Paket enthalten.

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Das Modell komme sehr gut an, erklärte Rizzolli am Dienstag, die Anzahl der Vertragsabschlüsse nannte er aber nicht. „Wir sind zuversichtlich, unser bisheriges Jahresziel für den Vertragsbestand im Geschäftsfeld Online Retail deutlich früher als erwartet zu erreichen“, so Rizzolli.

2016 habe Sixt Leasing online insgesamt 27.400 Verträge abschließen können (+29,9 %), heißt es in einer Mitteilung zur Bilanz. In diesem Jahr peilt das Unternehmen insgesamt 36.000 Vertragsabschlüsse über das Internet an und erhöhte damit sein ursprüngliches Ziel um 4.000 Verträge. Finanziell will Sixt Leasing davon ab 2018 profitieren.

Erneute Kampfansage an den Handel

Rizzolli erneuerte zudem seine Kampfansage an den klassischen Autohandel. Der rund 100 Milliarden Euro schwere Vertrieb von Neuwagen sei „der letzte große Markt in Deutschland, der noch noch nicht digitalisiert ist.“ Bislang laufe das Geschäft fast ausschließlich über den lokalen Handel ab, Sixt Leasing will das ändern. „Unsere Kunden wollen keine Autos kaufen, sondern wünschen sich Mobilität – am besten online“, ergänzt Rizzolli.

Neben der „Autoflatrate“ setzt der Autovermieter dabei vor allem auf seine Plattform „sixt-neuwagen.de“, über die Privat- und Gewerbekunden Neufahrzeuge leasen können. Für 2017 hat das Unternehmen das Ziel ausgegeben, „unsere Position als Online-Marktführer auszubauen und weitere Marktanteile zu gewinnen“, so Rizzolli.

Neben den Expansionsplänen im Online-Bereich will Sixt Leasing aber auch sein bisheriges Kerngeschäft weiter pflegen. Allerdings fällt der Ton in der Mitteilung hier im Vergleich deutlich zurückhaltender aus, wenn das Unternehmen davon spricht, im Flottenleasing den „Fokus weiter auf Profitabilität bei leichtem Wachstum des Vertragsbestands“ legen zu wollen. Beim Flottenmanagement will Sixt Leasing „die Expansion in wichtige europäische Auslandsmärkte“ forcieren und dabei auf bestehende Kundenbeziehungen aufbauen. Mittelfristig peilt das Unternehmen für diesen Kanal 50.000 Vertragsabschlüsse an, 2016 lag der Wert bei 38.700.

Insgesamt verlief das vergangene Jahr für den Gesamtkonzern Sixt Leasing positiv. Der Konzernumsatz stieg im Vergleich zu 2015 um 7,3 Prozent auf 713,9 Millionen Euro, allerdings trugen dazu Verkaufserlöse entscheidend bei. Ohne diese Sondereffekte lag der Umsatz mit 430 Millionen Euro fast exakt auf dem Vorjahresniveau. Mit dem Verkauf von Leasingrückläufern nahm Sixt Leasing 283,9 Millionen Euro ein (+20,5 %). Das Konzernergebnis vor Steuern (EBT) legte um 4,3 Prozent auf 31,6 Millionen Euro zu. Die operative Umsatzrendite verbesserte sich um 0,3 Prozentpunkte auf 7,3 Prozent, der Konzernüberschuss kletterte um 9,3 Prozent auf 24,6 Millionen Euro.

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 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«