Skoda Octavia RS 230: Zehn Pferdchen extra

Autor / Redakteur: sp-x / Christoph Seyerlein

Der tschechische Hersteller schärft die Sportvariante seines Bestsellers nach. Damit wird der RS 230 zum schnellsten Serien-Octavia und zum ersten Skoda mit Geschwindigkeitsbegrenzung.

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Der Namenszusatz 230 spiegelt die PS-Zahl des Sport-Octavia wider.
Der Namenszusatz 230 spiegelt die PS-Zahl des Sport-Octavia wider.
(Foto: Skoda)

Skoda schärft die Sportvariante RS seines Bestsellers Octavia nach. Mit seinem 169 kW/230 PS starken Zweiliter-Benziner hat der Skoda Octavia RS 230 genau zehn PS mehr als der normale RS. Durch die zusätzliche Kraft, erreicht unter anderem durch eine neue Abgasanlage, steigt die Höchstgeschwindigkeit auf 250 km/h. Damit ist der Octavia RS 230 nicht nur das erste Skoda-Modell mit Geschwindigkeitsbegrenzung, sondern auch der schnellste Serien-Octavia bislang. In 6,7 Sekunden will die Limousine in Verbindung mit dem manuellen Sechsgang-Getriebe Tempo 100 erreichen.

Auf dem knapp sechs Kilometer langen Slovakia Ring nahe der Hauptstadt Bratislava soll der Tscheche beweisen, dass er nicht nur Platz für Kind und Kegel hat, sondern auch ambitioniert fahrenden Müttern und Vätern ein guter Begleiter sein will. Skoda greift dem Fahrer dabei unter die Arme: Ab Werk kümmert sich eine elektronisch geregelte Vorderachs-Quersperre um das Kurvenverhalten – erstmals in einem Serienfahrzeug der Tschechen. Die ursprünglich für den Motorsport gedachte Technik sorgt dafür, dass bei Bedarf die komplette Energie auf das kurvenäußere Vorderrad geleitet werden kann. Physikalisch hat dieses Rad durch die dynamische Gewichtsverteilung in der Kurve den meisten Gripp.

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Nicht nur in der Theorie zieht der Octavia RS 230 mit dieser Technik und seiner gegenüber den Standard-Octavias um 1,5 Zentimeter abgesenkten Karosserie bestens aus allen Lagen und untersteuert nicht. Auch beim Anfahren gibt es keine Instabilität, kein Rad rutscht durch. Seine Arme muss der Fahrer bei der Kurvenhatz kaum verrenken, denn die sogenannte elektromechanische Progressivlenkung setzt selbst kleinste Lenkbewegungen direkt um. Entscheidet man sich für das Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe, befinden sich am Lenkrad zusätzlich Schaltwippen.

Passend zu seinem agilen Fahrverhalten haben die Entwickler beim RS 230 Teile der Auspuffanlage technisch angepasst. Komplett neu entwickelt wurde der hintere Auspuffteil, das Innenleben der beiden Schalldämpfer wurde modifiziert. Tritt der Fahrer aufs Gas, kann er die Beschleunigung nicht nur fühlen, sondern auch hören. Skoda bietet für seinen Sportler vier Fahrmodi an. Für Straßenasphalt eignet sich der Modus „Eco“ oder „Normal“, für auffällige und schnelle Ausflüge bietet sich „Sport“ an. Je nach gewähltem Modus verändern sich Einstellungen wie beispielsweise die Lenkunterstützung, Distanzregelung oder die Getriebesteuerung.

Optisch unterscheidet sich der Octavia RS 230 nicht allzu stark von den zivilen Brüdern. Lediglich ein schwarzer Kühlergrill, sowie schwarze Außenspiegelklappen und der dunkle Heckspoiler bei der Limousine und der Dachkantenspoiler beim Kombi teilen dezent mit, dass dieses Kraftpaket nicht unterschätzt werden will. Im Innenraum greift der Fahrer ein Dreispeichen-Multifunktionslenkrad, sitzt in schwarzen Sportsitzen mit roten Akzenten und blickt auf ein großes Display, auf dem auch ein Lap-Timer die Rundenzeiten erfasst. Zahlreiche Assistenzsysteme halten ihn in der Spur, regeln den Abstand und verstehen die Verkehrszeichen. Außerdem helfen sie beim Ein- und Ausparken.

Die verbesserte Serienausstattung und die zusätzliche Leistung lässt sich Skoda mit einem Aufpreis von rund 3.000 Euro gegenüber dem Standard-RS honorieren. Für die Limousine werden 33.490 Euro fällig, der Kombi kostet 34.150 Euro. Kenner können den Neuling vom zehn PS schwächeren Bruder an einer größeren RS-Plakette unterscheiden, die zudem noch durch ein auffälligeres und schwarzes „V“ im Logo ergänzt wird. Ein dezenter Hinweis auch für alle Autofahrer, die verwundert auf das Heck des Skoda Octavia RS 230 blicken, wenn der scheinbare Biedermann zügig an ihnen vorbei saust.

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