Absatzzahlen So schlugen sich die Volkswagen-Marken 2020

Autor: Christoph Seyerlein

Corona machte 2020 auch vor Volkswagen nicht Halt. Manche Marke aus dem Konzern steuerte dabei besser durch die Krise, manche schlechter. Ein Überblick.

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VW verwies in seiner Bilanz vor allem auf stark gestiegene Elektro-Auslieferungen, etwa durch den ID 3.
VW verwies in seiner Bilanz vor allem auf stark gestiegene Elektro-Auslieferungen, etwa durch den ID 3.
(Bild: Volkswagen)

Nach und nach veröffentlichen die einzelnen Volkswagen-Marken am Dienstag ihre Absatzbilanzen für das Jahr 2020. Über allem stand für jedes Fabrikat dabei die Corona-Pandemie. Wir zeigen, welche Volkswagen-Tochter sich wie geschlagen hat.

VW: Der Absatz der Kernmarke der Wolfsburger blieb im vergangenen Jahr mit 5.328.000 Einheiten gut 15 Prozent hinter dem aus 2019 zurück. Vor allem in Westeuropa musste VW kräftige Einbußen hinnehmen (-23,4 %). Kaum besser lief es in Südamerika (-20,2 %) und Nordamerika (-17,1 %). Anders als manch andere Volkswagen-Marke konnten die Wolfsburger auch in China kein Wachstum erzielen. Dort betrug das Minus 9,9 Prozent.

In seiner Mitteilung zur Bilanz verwies der Hersteller darauf, dass man zumindest bei der Elektromobilität Fahrt aufgenommen habe. Demnach lieferte VW 2020 knapp 134.000 reinelektrische Autos aus – 197 Prozent mehr als noch 2019. CEO Ralf Brandstätter sagte dazu: „Wir sind auf einem guten Weg unseren Anspruch zu erreichen, Marktführer bei batterieelektrischen Fahrzeugen zu werden.“

Vertriebsvorstand Klaus Zellmer erklärte, Volkswagen habe trotz der Pandemie Stärke bewiesen. „Wir haben attraktive Produkte, die unsere Kunden begeistern und eine top motivierte Handelsorganisation“, so Zellmer. Vor allem mit dem VW ID 3, von dem der Hersteller im vergangenen Jahr 68.800 Bestellungen und 56.500 Auslieferungen (davon 14.400 in Deutschland) zählte, habe man „einen echten Volltreffer gelandet“. Für 2021 habe man sich nun vorgenommen, den weltweiten Marktanteil zu steigern, so Zellmer.

Audi: Mehr E-Tron, mehr RS

Audi: Zum Jahresende konnten die Ingolstädter viel Boden gutmachen und schlossen 2020 nach eigenen Angaben mit dem erfolgreichsten Quartal der Firmengeschichte (mehr als 500.000 Auslieferungen) ab. Unter dem Strich stand im Gesamtjahr mit 1.692.773 Auslieferungen weltweit ein Minus von 8,3 Prozent im Vergleich zu 2019. Besonders gebeutelt wurde Europa mit -19,5 Prozent, auch in der Heimat Deutschland (-21,1 %) hatte Audi schwer zu kämpfen. Ähnlich war die Lage in den USA (-16,7 %). Lichtblick in der Audi-Bilanz war der chinesische Markt mit einem Plus von 5,4 Prozent.

Zufrieden zeigte sich der Hersteller vor allem mit der Performance des Elektro-SUVs E-Tron. Dessen Absatz konnte Audi im Vergleich zu 2019 um 79,5 Prozent auf 47.324 Einheiten steigern. Ebenfalls positiv entwickelten sich der Q3 (+18,1 %) und der A6 (+11,8 %). Besonders gefragt waren zudem High-Performance-Modelle der Marke mit den vier Ringen (+16,1 %).

Vertriebsvorständin Hildegard Wortmann erklärte, man sei zur Mitte des vergangenen Jahres mit Schwung aus der ersten Corona-Welle gekommen. Die Situation bleibe zwar herausfordernd. „Dennoch haben wir uns für 2021 ambitionierte Ziele gesetzt, wollen weiter wachsen und schauen zuversichtlich nach vorne“, so Wortmann.

Skoda schwächelt vor allem in China

Skoda: Die Tschechen knackten trotz 39-tägigem Lockdown mit 1.004.800 Auslieferungen die Millionen-Marke – und das zum siebten Mal in Folge. 2019 waren es noch 1,24 Millionen Einheiten und damit 19,1 Prozent mehr gewesen. In Deutschland büßte das Fabrikat mit 161.800 Auslieferungen 15,4 Prozent ein. Deutlicher als an andere Marken verlor Skoda zudem in China an Boden (-38,7 %).

Unter Druck gerieten im vergangenen Jahr modellseitig vor allem der Fabia (-39 %) und der Octavia (-29,2 %). Beim Kamiq (+99 %) und beim Scala (+61,7 %) machte sich bemerkbar, das beide Modelle ihr erstes volles Verkaufsjahr hatten.

Skoda-Chef Thomas Schäfer sagte am Dienstag: „Jetzt blicken wir mit Zuversicht nach vorne: Skoda hat viele Produktneuheiten in der Pipeline, von denen ich mir viel verspreche.“

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 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«