Tankstellen Steuersenkung lässt Spritpreise purzeln

Quelle: dpa

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Bereits am Mittwochmorgen sind die Preise für einen Liter Super E 10 an vielen deutschen Tankstellen unter die Marke von 1,90 Euro gefallen. An den meisten Zapfsäulen ist zumindest ein klarer Unterschied zu den Vortagen erkennbar.

(Bild:  picture alliance / Sven Simon)
(Bild: picture alliance / Sven Simon)

Die Energiesteuersenkung hat am Mittwochvormittag bereits zu großen Teilen bei den Spritpreisen durchgeschlagen. E10 war zum Stichzeitpunkt 14.20 Uhr um rund 28 Cent pro Liter billiger als 24 Stunden zuvor, Diesel um rund 11 Cent, wie der ADAC auf Anfrage mitteilte.

„Die Senkung heute Morgen ging schneller als erwartet. Das ist schon mal ein guter Schritt in die richtige Richtung. Es fehlt aber noch ein gutes Stück“, sagte ADAC-Experte Christian Laberer. Inklusive Mehrwertsteuer beträgt die Entlastung bei E10 35,2 Cent pro Liter, bei Diesel 16,7 Cent.

Noch viel Bewegung

Zudem kritisierte Laberer, dass die Rückgänge am Vormittag noch größer gewesen seien als am Nachmittag. „Das bewegt sich aus Verbrauchersicht in die falsche Richtung.“ Im bundesweiten Durchschnitt kostete E10 am Mittwoch um 14.20 Uhr laut ADAC 1,853 Euro pro Liter, Diesel 1,906 Euro.

„Man merkt, dass der Rückgang wieder ein Stück weit abschmilzt.“ Dafür gebe es keinen Grund. „Eigentlich müssten ja immer mehr Tankstellen über frisch gelieferten steuervergünstigten Sprit verfügen.“

„Luft nach unten“

Von den Tagesdurchschnittswerten des Dienstag aus gerechnet würde eine vollständige Weitergabe der Steuersenkung für E10 laut Laberer Preise von rund 1,80 Euro pro Liter ergeben, bei Diesel etwa 1,87 bis 1,88 Euro. Das werde am Mittwoch aber wohl noch nicht als Tagesdurchschnittswert erreicht werden, sagte er.

Doch selbst wenn, wäre es seiner Einschätzung nach weiter deutlich zu hoch. „In den Preisen ist immer noch sehr viel Luft nach unten“, betonte Laberer. Grob geschätzt seien sie rund 20 Cent pro Liter zu hoch, sagte der ADAC-Experte.

Hoher Wettbewerbsdruck

Vor der Steuersenkung war von vielen Experten erwartet worden, dass die Spritpreise am Mittwoch nicht abrupt fallen. Grund dafür ist, dass die gesenkte Steuer nicht beim Verkauf an der Zapfsäule sondern ab Tanklager beziehungsweise Raffinerie anfällt. Das bedeutet, dass alle vor Mitternacht gelieferten Vorräte der Tankstellen noch mit dem normalen höheren Steuersatz belastet sind.

Dass die Mehrheit der Tankstellen dennoch bereits am Morgen die Preise kräftig senkte, könnte eine Folge der hohen öffentlichen Aufmerksamkeit und des damit einhergehenden Wettbewerbsdrucks sein.

Auffüllen für Pfingsten

Die gesunkenen Preise sorgten am Mittwoch für kräftige Nachfrage an den Tankstellen. Der Bundesverband freier Tankstellen (bft) berichtete, dass an einzelnen Zapfsäulen Diesel zeitweise ausverkauft gewesen sei. Die Kaufzurückhaltung sei weg: „Die Autofahrer füllen ihren Tank auf für das Pfingstfest“, hieß es.

Auch der Zentralverband des Tankstellengewerbes (ZTG) sprach von einer entspannteren Situation als befürchtet. Die Preise seien zurückgegangen, „dennoch stürmen die Verbraucher bisher keineswegs die Tankstellen“.

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