Suzuki will mit geliftetem Vitara Sprung nach vorne machen

Importeur plant 2019 mit Absatzplus

| Autor: Christoph Seyerlein

Suzuki hat den Vitara aufgefrischt.
Suzuki hat den Vitara aufgefrischt. (Bild: Seyerlein / »kfz-betrieb«)

Die aktuelle Lage bei Suzuki Deutschland kann man durchaus als turbulent beschreiben. Nachdem ein Großteil der Europa-Belegschaft aus Bensheim abgezogen wurde, verabschiedete sich der japanische Hersteller kürzlich auch von seinem langjährigen Deutschland-Frontmann Thomas Wysocki auf eher unrühmliche Art und Weise. Auch die jüngsten Meldungen rund um die Marke waren nicht uneingeschränkt positiv: Im Januar fiel Suzuki in Deutschland mit ungewöhnlich vielen Eigenzulassungen auf. Und im Handel ist man wenig begeistert davon, dass der begehrte neue Jimny schon jetzt bis auf weiteres nicht mehr verfügbar ist.

Beim Importeur bemüht man sich dennoch darum, die Ruhe zu bewahren. Nach einem durchwachsenen, aber insgesamt stabilen Jahr 2018 mit 37.530 Neuzulassungen in Deutschland (-1,7 Prozent im Vergleich zu 2017), will man in diesem Jahr wieder zulegen. Ein Suzuki-Sprecher sagte im Rahmen einer Presseveranstaltung: „Wir hatten ein extrem starkes Jahr 2017. Mit 2018 waren wir zufrieden. 2019 hoffen wir, das Ergebnis aus dem vergangenen Jahr toppen zu können.“

Mit Sicherheit wäre es da hilfreich gewesen, wenn die Händler höhere Kontingente des Jimny hätten abrufen können. Generell ist der Unmut über die Liefersituation über alle Baureihen hinweg groß. Beim Importeur setzt man nun darauf, die Probleme mit dem Vitara abfangen zu können. Das SUV hat der Hersteller gerade aufgefrischt. Mit dem Facelift soll der Absatz des Modells in Deutschland nach den Vorstellungen von Suzuki wieder spürbar anziehen.

Einst war der Vitara hierzulande für über 12.000 Einheiten in einem Jahr gut – auch wenn das schon ein paar Tage her ist (1992). 2016 kratzte das Modell immerhin noch an der Grenze von 10.000 Neuzulassungen. Im vergangenen Jahr waren es noch derer 6.664. In der internen Suzuki-Bestsellerliste bedeutete das Platz 3 hinter dem Ignis (9.277) und dem Swift (7.504). Gehen die Pläne des Importeurs mit dem Facelift auf, dürfte der Vitara in diesem Jahr wieder mit um den Spitzenplatz kämpfen. Ein genaues Absatzziel formulierte Suzuki Deutschland nicht.

Um Kunden vom SUV zu überzeugen, hat Suzuki einige Anpassungen am Modell vorgenommen. Erstmals bieten die Japaner in einem ihrer Autos einen Totwinkel-Warner sowie einen Ausparkassistenten an. Neu im Vitara ist zudem der 1,0-Liter-Boosterjet-Benziner, der aus anderen Baureihen wie Ignis und Swift bereits bekannt ist. Gefühlt ist jener Motor (82 kW/111 PS) mit seinen drei Zylindern in jenen kleineren Fahrzeugen aber auch besser aufgehoben als im Vitara. Das SUV bewegt sich so doch ein wenig träge voran. Dafür soll das Aggregat sparsam sein, den Durchschnittsverbrauch gibt Suzuki mit 5,3 Litern an.

Preise starten bei 18.650 Euro

Besser zu Gesicht steht dem Auto der alternative 1,4-Liter-Boosterjet-Benziner mit 103 kW/140 PS. Mit dem Vierzylinder wirkt der Vitara deutlich spritziger und zugleich unaufgeregt. Hier soll der Verbrauch bei 5,7 Litern im Mittel liegen. Beide Motoren erfüllen die Euro-6d-Temp-Norm. Abzüge gab es bei einer Testfahrt durch das Berchtesgadener Land für die etwas hakelige Handschaltung sowie das teilweise überforderte Navigationssystem.

Im Ausstattungsregal hat Suzuki für den gelifteten Vitara drei Pakete (Club, Comfort, Comfort+). Die Clubversion kommt mit einem Kampfpreis von 18.650 Euro daher, hat dafür aber gerade im Innenraum kaum etwas zu bieten. Wer vor allem auf Haptik gesteigerten Wert legt, sollte die höheren Ausstattungslinien definitiv in Betracht ziehen. In der Comfort-Version startet der Vitara bei 21.250 Euro, mit Allrad kostet das Auto mindestens 23.550 Euro. Die Topedition Comfort+ beginnt bei 28.350 Euro.

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