Neue Marke Flexis Van-Hersteller, Logistiker und Dienstleister in einem

Quelle: sp-x 3 min Lesedauer

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Im dichten Markt neuer Elektro-Transporter tritt mit Flexis ein weiterer Anbieter auf. Das junge Unternehmen präsentiert sich gleich mit drei Modellen, die zurecht stark an Renault erinnern, und einem umfassenden Leistungsangebot.

Im dichten Markt neuer Elektro-Transporter tritt mit Flexis ein weiterer Anbieter auf.(Bild:  Flexis)
Im dichten Markt neuer Elektro-Transporter tritt mit Flexis ein weiterer Anbieter auf.
(Bild: Flexis)

Im wachsenden Markt der Elektromobilität fällt es zunehmend schwer, den Überblick zu behalten. Neue Marken treten auf, andere verschwinden wieder. Nun sorgt Flexis im Transportersegment für Aufmerksamkeit. Wer auf der Nutzfahrzeugmesse Solutrans in Lyon den Stand des jungen Unternehmens besucht, wundert sich. Dort stehen drei Lieferwagen, die in ähnlicher Form auch bei Renault zu finden sind. Der Eindruck trügt nicht, doch die Geschichte hinter Flexis geht deutlich weiter als eine bloße Plattformübernahme.

Flexis versteht sich als Anbieter eines ganzen Kosmos an Lösungen für urbane Logistiker. Man wolle Hardware, Software und Service zu einer Einheit verbinden, erklärt CEO Philippe Divry. Das Unternehmen wurde erst im vergangenen Jahr als Gemeinschaftsprojekt von Renault, Volvo und CMA CGM und mit 700 Millionen Euro Startkapital gegründet. Die Franzosen steuern die Expertise im Bau von Transportern bei, Volvo will am wachsenden Geschäft mit Elektrotransportern teilhaben. Schließlich prognostizieren Branchenkenner dem Markt mit Paketfahrzeugen wegen des E-Commerce-Booms in den nächsten fünf Jahren ein Wachstum von 40 Prozent. Dass mit der CMA-CGM-Group ein milliardenschwerer Reeder und Logistiker an Bord ist, erscheint ebenfalls logisch. Auch das französische Unternehmen will künftig am Geschäft mit der letzten Meile partizipieren und kennt zudem die Anforderungen der dort operierenden Dienstleister genau.

800-Volt-Architektur: Zukunftsgarantie für DC-Schnellladen

Die Modelle von Flexis basieren auf einer neu entwickelten Elektroplattform. Sie sind zu 100 Prozent vernetzt und speziell für die Anforderungen von urban tätigen Paketdiensten optimiert. Dass der modular aufgebaute Skateboard-Unterbau eine teure 800-Volt-Architektur nutzt, sieht CEO Divry als Investition in die Zukunft. „Früher oder später werden auch in der Stadt überall DC-Lader stehen. Dann müssen die Firmen keine eigene Ladeinfrastruktur mehr aufbauen. Unsere Fahrzeuge haben dann den Vorteil, dass sie überall extrem schnell laden.“ Momentan haben die Transporter eine Reichweite von bis zu 450 Kilometern im WLTP-Zyklus, perspektivisch sollen es rund 600 Kilometer sein.

Auf der Einheitsplattform entwickelte Flexis zusammen mit Renault drei Modelle, genannt Panel Van, Cargo Van und Step-in Van. Die gleichen Modelle vermarktet Renault als Trafic, Trafic Cargo und Estafette, allerdings mit einem breiteren Einsatzspektrum. Dort werden beispielsweise auch Handwerker und andere Unternehmen mit speziellen Branchenmodellen bedient.

Drei Varianten für unterschiedliche Einsätze

Den Kern der Flexis-Modellpalette bildet der klassische Transporter Panel Van mit 5,8 Kubikmetern Ladevolumen und über 1,2 Tonnen Nutzlast. Der Step-In-Paketwagen dagegen ist speziell für sehr hohe Stop-and-Go-Frequenzen ausgelegt. Dank niedriger Schwelle soll der Fahrer schneller ein- und aussteigen. Vom erhöhten Sitz, dem Durchstieg zum Laderaum über den ergonomischen Griff der Schiebetüre bis hin zur automatischen Verriegelung: Alles an den Fahrzeugen ist für die schnelle Zulieferung optimiert. Zeit ist Geld, 150 gelieferte Päckchen pro Schicht das Ziel. Als drittes Fahrzeug rundet der Cargo Van mit geschlossenem Kastenaufbau und 1,5 Tonnen Nutzlast die Modellpalette ab. Alle Fahrzeuge werden im Renault-Werk Sandouville auf einer eigenen Produktionslinie gefertigt.

Flexis sieht sich allerdings nicht nur als OEM von Fahrzeugen, sondern als umfassender Anbieter, also inklusive Beratungsleistungen, digitalen Diensten und Betriebsoptimierungen. Ein Schwerpunkt liegt auf den Themen Flottenmanagement, Energieoptimierung und Ladeplanung. Dabei hilft, dass die Fahrzeuge vollständig vernetzt sind und permanent Daten liefern, die ein zentrales Betriebszentrum in Lyon in Echtzeit überwacht. Immer mit dem Ziel, Ausfallzeiten zu reduzieren, Energieverbrauch zu senken und Routenabläufe zu optimieren.

Flottenoptimierung vor dem Fahrzeugkauf – DB bereits dabei

Schon im Vorfeld bietet Flexis Kunden an, Flotten zu analysieren, Betriebsabläufe zu bewerten und anschließend Maßnahmen zu empfehlen, die den Tagesablauf effizienter gestalten. Angesichts der Aussicht auf kürzere Fahrzeiten, geringere Energiekosten und eine höhere Einsatzzeit der Fahrzeuge haben zunächst 30 Unternehmen Absichtserklärungen für Autos samt Dienstleistungen abgegeben. Darunter Größen wie DB Schenker, GLS France, Gustav Logistics in Deutschland sowie Lincoln Moor in Großbritannien.

Mit externen Partnern will man zudem die digitale Integration erweitern. Die cloud-basierten Software von Ampeco etwa soll das Management von Ladepunkten verbessern, Geotab die Anbindung externer Flotten im Fuhrparkmanagement unterstützen. Zusammengehalten werden die einzelnen Dienste über eine eigene Plattform, die als digitale Schnittstelle zwischen Fahrzeugen, Energieinfrastruktur, Kundensystemen und dem Servicepersonal dient.

Die Produktion des Cargo Van startet Anfang 2026, die ersten Fahrzeuge mit dem Flexis-Logo auf der Front dürften also spätestens Mitte des nächsten Jahres auf den Straßen zu sehen sein. Die weiteren Varianten sollen im Abstand weniger Monate folgen. Parallel füllen dann auch die Renault- und Volvo-Händler ihre Showrooms mit eigenen Versionen der drei Modelle.

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