Volkswagen kann weitere WLTP-Probleme nicht ausschließen

Konzern 2018 mit neuem Auslieferungsrekord

| Autor: Christoph Seyerlein

Bei Volkswagen wird sich auch 2019 viel um das Thema Abgas drehen.
Bei Volkswagen wird sich auch 2019 viel um das Thema Abgas drehen. (Bild: VW)

Der Volkswagen-Konzern hat auch weiterhin mit der Umstellung auf WLTP zu kämpfen. Wie der Autobauer am Freitag mitteilte, werden gerade Audi-Händler noch eine ganze Weile mit einem eingeschränkten Modellangebot arbeiten müssen. Man hoffe, dass man das Thema bis Ende des ersten Quartals 2019 erledigen könne, sagte Konzernvertriebsleiter Christian Dahlheim bei einer Telefonkonferenz mit Journalisten.

Gleichzeitig warnte er davor, dass im September 2019 eine weitere Verschärfung des Testverfahrens ansteht, was wiederum zu neuen Problemen führen könnte. „Wir können heute nicht ausschließen, dass es auch dieses Jahr bei einigen Modellvarianten zu temporären Einschränkungen des Angebots in der zweiten Jahreshälfte kommen kann“, sagte Dahlheim.

Insgesamt fühle sich der Autobauer aber besser vorbereitet als noch im vergangenen Jahr. „Das wird kein Spaziergang. Aber wir sind zuversichtlich, dass die Umstellung im September 2019 bei weitem nicht so schmerzhaft wird wie im September 2018“, so Dahlheim. Der Konzern habe seine Prüfstands-Kapazitäten erhöht und auch beim Personal Anpassungen vorgenommen, um die Abgas-Herausforderungen besser in den Griff zu bekommen.

Zugleich kündigte Dahlheim an, dass Volkswagen die steigenden Kosten für die Abgasreinigung seiner Modelle mittelfristig auf Kunden umlagern wird. Einen Teil der Kosten will der Konzern über eine Reduzierung der Komplexität und Effizienzsteigerungen in der Produktion abfedern. „Dennoch ist klar, dass sich die erhöhten Materialkosten nicht vollständig kompensieren lassen. Das führt kurz- und mittelfristig zu sich verteuernden Fahrzeugen in den jeweiligen Klassen“, sagte der Vertriebsleiter. Teilweise würden sogar „deutliche Preiserhöhungen“ nötig. „Prozentual sind davon besonders günstigere Fahrzeuge betroffen“, so Dahlheim.

Volkswagen warnt vor Volumenrückgängen

Neben den Preiserhöhungen wird Volkswagen wegen der immer teureren Abgasreinigung manche Modellvarianten aber auch komplett aus dem Programm nehmen. Dahlheim sagte dazu: „Mittelfristig wird dies aller Voraussicht nach bei uns zu Volumenrückgängen in einzelnen Segmenten führen, falls bestimmte Angebote aus den genannten Gründen nicht fortgeführt werden können.“

Trotz allem rechnet der Konzern für 2019 mit einem leicht steigenden Absatz, genaue Ziele wird Volkswagen im März im Rahmen seiner Jahrespressekonferenz bekannt geben. Das Jahr 2018 hat der Autobauer mit einem neuen Auslieferungsrekord abgeschlossen. Weltweit setzte Volkswagen 10,834 Millionen Neuwagen ab, 0,9 Prozent mehr als 2017. Neun von elf Fahrzeug-Marken im Konzern erzielten im vergangenen Jahr ein Plus, größtes Sorgenkind war Audi mit einem Verkaufsrückgang von 3,5 Prozent. Die Kernmarke VW Pkw war nach einem ebenfalls schwachen zweiten Halbjahr gerade noch so mit einem Zuwachs von 0,2 Prozent ins Ziel gekommen. Am stärksten zulegen konnte von den Pkw-Marken Seat (+10,5 %).

Regional am besten verlief das Jahr 2018 für Volkswagen in Südamerika (+13,1 %). In China stagnierte der Absatz des Herstellers nahezu (+0,5 %), anders als viele Marktbeobachter rechnen die Wolfsburger für dieses Jahr aber zumindest damit, ihr Niveau im Reich der Mitte halten zu können. In Europa verbuchte Volkswagen 2018 ein leichtes Wachstum (+1,2 %).

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