Quartalsergebnis Volvo baut Tausende Stellen ab

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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In China bricht der Umsatz von Volvo-Pkw nahezu um die Hälfte ein, auchin den USA lief es schwach. Wie der Autobauer auf die Krise reagiert.

(Bild:  Volvo)
(Bild: Volvo)

Der von Chinesen kontrollierte schwedische Autobauer Volvo Cars kappt nach einem desaströsen Quartal mit einem neuen Sparprogramm weitere Tausende Jobs. Chef Hakan Samuelsson streicht weltweit rund 2.500 Stellen, um die jährlichen Ausgaben um rund 5 Milliarden schwedische Kronen (umgerechnet circa 450 Mio. Euro) zu senken, wie das Unternehmen am Freitag in Göteborg mitteilte. Mit 2.000 Jobs entfällt die Mehrheit auf Schweden. Einerseits würden Beraterverträge beendet und reguläre Abgänge genutzt, andererseits sollen Mitarbeitende Abfindungsangebote erhalten. Im dritten Quartal rutschte der Autobauer unter anderem wegen der Krise in China tief in die roten Zahlen. Für die Volvo-Aktie ging es am Morgen steil abwärts.

Der Kurs sackte in Stockholm um über 31 Prozent auf 9,70 Kronen ab. In diesem Jahr hat das Papier über zwei Drittel an Wert verloren. Im Frühjahr 2022 hatte der Anteil auf dem Rekordhoch noch fast 93 Kronen gekostet.

Das Unternehmen habe mit dem Absatz in China und den USA die Erwartungen weit verfehlt, schrieb Analyst Philippe Houchois vom US-Analysehaus Jefferies. Der Abfluss von Barmitteln (Cashflow) sei deutlich schlimmer als befürchtet ausgefallen und das Unternehmen steuere auf eine Nettoverschuldung zu. Auch JP-Morgan-Experte Jose Asumendi sprach von einem schwachen Quartal.

Volvo lieferte in den drei Monaten bis Ende September mit rund 141.300 Einheiten 11 Prozent weniger Fahrzeuge aus, der Umsatz rutschte um fast ein Viertel auf 66,9 Milliarden Kronen ab. Der Verlust vor Zinsen und Steuern lag bei 5,6 Milliarden Kronen nach einem operativen Gewinn von 6,4 Milliarden ein Jahr zuvor. Unter dem Strich betrug der Verlust 5,7 Milliarden Kronen. Vor einem Jahr hatte Volvo noch einen Gewinn von 4,5 Milliarden ausgewiesen.

Dass es für die Schweden nicht gut läuft, hatte sich bereits abgezeichnet. Anfang Oktober hatte Samuelsson den Jahresausblick kassiert. „Das dritte Quartal war sehr enttäuschend“, schrieb er nun in seinem Brief an die Aktionäre. Dabei habe sich eine schwache Entwicklung nicht nur in China, sondern auch in den USA gezeigt. Damit habe die Hälfte des Konzerns keinen Gewinnbeitrag geliefert, so der Manager.

In China befinde sich der Markt für angestammte Premiummarken in einem ernsten Rückgang, schrieb Samuelsson. Der Umsatz für Volvo brach dort im Jahresvergleich nahezu um die Hälfte ein. Auch die deutschen Hersteller Mercedes, BMW und die VW-Tochter Audi leiden in dem einstigen Wachstumsmarkt unter hoher Konkurrenz und sinkenden Preisen. In den USA belasteten Volvo den Angaben zufolge weiter sowohl die Einfuhrzölle auf EU-Autos als auch wegfallende Kaufanreize für Autos mit Elektroantrieben.

Samuelsson hatte bereits im vergangenen Jahr einen Jobabbau durchgezogen. Von ehemals 43.000 Beschäftigten im Vorjahreszeitraum waren in den ersten neun Monaten im Schnitt noch rund 39.300 an Bord. Volvo wird vom chinesischen Autokonzern Geely kontrolliert. Der schwedische Lkw-Bauer Volvo AB ist seit Jahrzehnten von dem Autobauer getrennt.

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