Volvo S60: Hallo Hybrid, tschüss Diesel

Premium-Mittelklasselimousine kostet mindestens 42.200 Euro

| Autor: Julia Mauritz

Die Mittelklasselimousine S60 komplettiert Volvos aktuelle Fahrzeuggeneration.
Die Mittelklasselimousine S60 komplettiert Volvos aktuelle Fahrzeuggeneration. (Bild: Mauritz/»kfz-betrieb«)

2020 wird der Volvo XC90 das älteste Modell im Produktportfolio sein: Das hatte der schwedische Hersteller bei der Einführung seines SUV-Flaggschiffs im Jahr 2015 verkündet – und genauso ist es gekommen. Den jüngsten Vertreter seiner aktuellen Fahrzeuggeneration, die Mittelklasselimousine S60, führt Volvo aktuell in Deutschland ein.

Bereits seit gut einem Jahr rollt die mindestens 42.200 Euro teure Limousine, die als erstes Volvo-Modell nicht mehr mit einem Dieselmotor erhältlich ist, im neu gebauten Werk in Charleston vom Band. Der deutliche Zeitverzug liegt darin begründet, dass der S60, anders als im US-Markt, hierzulande keine tragende Rolle im Modellmix des schwedischen Herstellers spielt. Leicht gehabt haben es die Volvo-Limousinen hierzulande noch nie. Folglich traut der Kölner Importeur seinem jüngsten Modellzuwachs auch nur rund zwei Prozent des Verkaufsvolumens zu – angesichts der gut 50.000 erwarteten Neuzulassungen in diesem Jahr und den 60.000 anvisierten Verkäufen in 2020 entspricht das nur gut 1.000 Einheiten.

Dabei ist der S60 durchaus ein ansehnlicher Vertreter seines Segments. Neben dem eleganten Design und der tadellosen Qualitätsanmutung im schnörkellosen Innenraum punktet die Limousine mit einem recht üppigen Platzangebot – vor allem auf der Rückbank. Auch das Kofferraumvolumen ist mit 390 bis 440 Litern zwar nicht rekordverdächtig, aber ordentlich. Das Fahrwerk ist recht straff, aber nicht unkomfortabel, die Lenkung reagiert präzise und stellt sicher, dass der S60 Kurven souverän meistert.

Den fehlenden Diesel macht Volvo mit einem breit gefächerten Angebot an elektrifizierten Benzinern wett: Die Käufer haben die Wahl zwischen gleich drei Zweiliter-Turbobenzinern mit Mildhybridtechnologie: Der Einstiegsmotor bringt 140 kW/190 PS auf die Straße, die beiden stärkeren Benziner leisten jeweils 184 kW/250 PS und 228 kW/310 PS. Ob mehr als 300 PS wirklich nötig sind, sei mal dahingestellt, zumal sämtliche neuen Volvos ab dem Modelljahr 2020 ohnehin maximal 180 km/h fahren werden. Schon der Einstiegsbenziner machte mit dem serienmäßigen, harmonischen Achtgang-Automatikgetriebe auf einer Testfahrt in Sachen Drehmoment (300 Nm ab 1.700 U/min) eine passable Figur. In 7,1 Sekunden beschleunigt der Vierzylinder-Benziner die 1.677 Kilo schwere Limousine von Null auf 100 km/h. Als Sparmeister entpuppte sich der S60 T4 mit einem Verbrauch von knapp acht Litern allerdings nicht.

PS-starke Plug-in-Hybridvariante

Natürlich darf bei einer klassischen Businesslimousine wie dem S 60 eine Plug-in-Hybridvariante nicht fehlen: Der S 60 T8 Twin Engine AWD bringt es auf eine Gesamtsystemleistung von 288 kW/390 PS und legt nach Herstellerangaben 54 Kilometer rein elektrisch zurück – bekannt ist der Antrieb bereits aus dem XC60 und dem XC90. Mindestens drei Stunden braucht der 11,6-kWh große Akku, bis er wieder voll einsatzbereit ist. Wer das Fahrzeug in der Garage an eine klassische Steckdose hängt, muss mit einer deutlich längeren Ladezeit rechnen.

Erhältlich ist der S 60 zum Marktstart ausschließlich in den zwei hochwertigen, von anderen Volvo-Modellen bereits bekannten Ausstattungslinien R-Design und Inscription. Das erklärt auch den recht hohen Einstiegspreis, der sich fast auf dem Niveau des XC60 bewegt.

Der S 60 R-Design soll unter anderem durch sein Sportfahrwerk, der 15 Millimeter abgesenkten Karosserie und Designakzente die sportlich orientieren Käufer ansprechen. Die Serienausstattung kann sich sehen lassen: Bereits ab Werk verbaut sind unter anderem ein hochwertiges Infotainment-System mit Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Audio-Streaming, Internetzugang sowie Apple CarPlay und Android Auto, ein 3-D-Navigationssystem, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik und ein Luftreinigungssystem.

Wie bei allen anderen Modellen der aktuellen Fahrzeuggeneration lassen sich auch im S60 fast alle Funktionen über einen neun Zoll großen Touchscreen im Tabletformat regeln. Nicht fehlen darf in der Mittelklasselimousine ein umfangreiches Sicherheitspaket: Es umfasst unter anderem ein Notbremssystem mit Fußgänger-, Fahrradfahrer- und Wildtiererkennung, einen aktiven Spurhalteassistenten und eine Verkehrszeichenerkennung. Für 1. 750 Euro Aufpreis gibt es on top noch ein Sicherheitspaket, das unter anderem einen Tote-Winkel-Assistenten, ein Cross-Traffic-Alert-System und ein Fahrassistenzsystem umfasst, das teilautonomes Fahren ermöglicht.

Für Käufer, die es luxuriös lieben, hat Volvo die Ausstattungslinie Inscription geschnürt, allerdings zum Marktstart ausschließlich in Kombination mit dem Plug-in-Hybrid. Für 59.000 Euro gibt es unter anderem 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, elektrisch einstellbare Leder-Komfortsitze sowie elegante Designelemente.

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